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Neuruppin: Kita wird saniert, nicht abgerissen

Kindergarten gerettet Neuruppin: Kita wird saniert, nicht abgerissen

Die von einem Elternverein betriebene Kita Miteinander in Neuruppin stand schon vor dem Aus, weil der Verein mit der notwendigen Sanierung des Hauses überfordert war. Seit Jahresbeginn gibt es einen neuen Träger der Kita. Doch auch für ihn ist die Sanierung des Gebäudes nicht ganz einfach. Denn die Stadt wollte das eigentlich abreißen lassen.

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Das Haus der Neuruppiner Kita Miteinander.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Der neue Träger der Neuruppiner Kita Miteinander, die Stephanus-Bildungsgesellschaft, will das aus DDR-Zeiten stammende Gebäude sanieren. Das ist jedoch nicht so einfach. Grund: Die Fontanestadt wollte das Haus an der Stadtmauer im sogenannten Bullenwinkel eigentlich abreißen lassen.

„Der Bullenwinkel war mal eine Freifläche, auf der bei Märkten Bullen und andere Tiere abgestellt wurden“, sagte am Donnerstag Neuruppins Baudezernent Arne Krohn. Deshalb ist das Gebiet im baulichen Rahmenplan auch als Freifläche vorgesehen. „Es ist was Besonderes, dass die Stadtmauer an dieser Stelle fast rechtwinklig abknickt“, so Krohn. Das sollte durch die Freifläche hervorgehoben werden. Da die Genehmigung für die Kita, die sich zu DDR-Zeiten in dem Haus befand, mit deren Schließung nach der Wende endete, schien diesen Plänen nichts im Wege zu stehen. Doch das Projekt verzögerte sich – das erwies sich für die Eltern des Neuruppiner Europa-Kindergartens als Glücksfall. Nach dem Aus für den Europa-Kindergarten, der seine Räume in der Villa am Fontanedenkmal, dem heutigen Sitz von MAZ und Wochenspiegel, hatte, konnte der eiligst gegründete Elternverein in dem Gebäude am Bullenwinkel die Kita Miteinander einrichten. Das war zwar zunächst als Provisorium gedacht, doch die Pläne für einen Umzug der gut 40 Kinder in ein anderes Haus scheiterten. Letztlich suchte der Elternverein dringend einen Investor für die notwendigen Arbeiten.

Stephanus-Stiftung als Kita-Retter

„Die Kita stand akut vor der Schließung“, sagte Martin Reiche, Geschäftsführer der Stephanus-Bildungsgesellschaft, am Dienstag beim Jugendhilfeausschuss. Das erst 2012 gegründete Unternehmen, eine Tochter der Stephanus-Stiftung, betreibt in Brandenburg und Berlin je drei Kitas. In Berlin wird die Gesellschaft bald drei weitere Kitas übernehmen, die insolvent sind. „Ich komme mir vor wie der Kita-Retter“, so Reiche. Für die Kita Miteinander trifft das wohl uneingeschränkt zu. Der neue Träger hat nicht nur die acht Mitarbeiter übernommen, sondern will das Konzept (altersspezifische Gruppen, halboffene Angebote) fortführen. „So ein Konzept ist aber nichts statisches. Es entwickelt sich mit den Menschen weiter“, sagte Reiche.

Er ist derzeit mit dem Neuruppiner Rathaus im Gespräch, damit der Rahmenplan für den Bullenwinkel geändert wird und das Gebäude saniert werden kann. Geplant ist dann eine Kapazität von 70 Plätzen. „Die Kita nutzt derzeit ja nur ein Viertel des Gebäudes“, so Reiche. Klar ist, dass die Ruppiner Tafel, die in dem Haus ebenfalls ihren Sitz hat, dort bleiben kann. Die Fontanestadt habe nichts gegen eine Kita am Bullenwinkel, betonte Baudezernent Krohn am Donnerstag. Deshalb sei mit der Bildungsgesellschaft bereits eine Vereinbarung zur Änderung des Rahmenplanes abgeschlossen worden. Nun müssen das behördliche und parlamentarische Prozedere folgen. Immerhin haben die Abgeordneten bei den zu ändernden Planungen ein Wörtchen mitzureden. Laut Krohn kann es zwei Jahre dauern, bis alle Formalitäten berücksichtigt sind.

Der Dezernent sieht diesen Zeitplan sportlich. Immerhin gehe die Stadt nun von einem „dauerhaften Standort“ der Kita am Bullenwinkel aus.

Von Andreas Vogel

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