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Neuruppin: Köche trainieren für Olympia

Kochnationalmannschaft probt im Resort Neuruppin: Köche trainieren für Olympia

Das Resort Mark Brandenburg in Neuruppin ist Haupttrainingsort der Kochnationalmannschaft. Die Vorbereitungen für die Kocholympiade im Oktober in Erfurt laufen derzeit auf Hochtouren. Matthias Kleber, Chefkoch im Resort, ist Teamleiter und berichtet über die Vorbereitungen, das Menü und warum die Chancen auf einen Sieg gut stehen könnten.

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Das Kochteam zu Gast beim regionalen Hersteller Hafleg.

Quelle: Rene Kempfer

Neuruppin. Wenn ein Koch mit seinem Team die Olympiade gewinnt, dann ist er der Beste von den Besten, sagt Matthias Kleber. Dieses Mal will der Küchenchef vom Resort Mark Brandenburg in Neuruppin mindestens mit einem Einzelsieg nach Hause gehen. Den Titelverteidiger Schweden vom Thron zu stoßen, wird kein leichtes Unterfangen, gibt Kleber zu. Die Konkurrenz ist stark. Am Sonnabend geht es für das deutsche Kochteam nach Dänemark – eine weitere Station in der Vorbereitung auf die internationale Olympiade der Köche im Oktober in Erfurt.

Diese Kochkunstausstellung ist für Köche und Patissiers der größte internationale Wettbewerb. 32 Nationalmannschaften werden in diesem Jahr gegeneinander antreten. Matthias Kleber ist seit 2011 Chef des deutschen Teams. Für ihn ist es der dritte Auftritt bei der Olympiade, die alle vier Jahre stattfindet. 2008 wurde Kleber mit seinem Team in der Gesamtwertung bereits Vizemeister und holte den Sieg in der Kategorie der kalten Küche. 2012 belegte Deutschland den dritten Rang. „Unter die Top 5 zu kommen, ist ein realistisches Ziel. Top 3 wäre traumhaft“, sagt der 44-Jährige.

Das Menü für den großen Tag steht

Klebers Team besteht aus neun Männern und einer Frau, die aus ganz Deutschland kommen. Gemeinsam mit dem Teamkapitän Tobias Laabs will Kleber die junge Crew zum Sieg führen. Abgesehen von den beiden Genannten sind die Köche unter 30 Jahre alt.

Vorbereitung ist extrem wichtig, erklärt er. Schon nach der Weltmeisterschaft 2014 hat das Team damit begonnen. „Wir trainieren vor allem die einzelnen Komponenten“, so Kleber. Präsentiert werden drei Gänge. Ende Mai müssen alle Teams ihre Menüabfolgen einschicken, danach erst werden sie öffentlich gemacht. Noch will Matthias Kleber wegen des Konkurrenzdrucks nicht zu viel verraten. Die grobe Abfolge hat er aber preisgegeben: „Als Vorspeise werden wir einen Saibling aus der Fischzucht in Zippelsförde machen“, erzählt der Neuruppiner. Die Zippelsförder züchten den Fisch extra für das Menü auf Größe, Form und Fettgehalt hin. Im Hauptgang werden Lamm und Rind aus der Hakenberger Fleischproduktion eingesetzt und das Dessert wird sich rund um Zitrusfrüchte drehen.

70 Prozent der Zutaten stammen aus der Region

Kleber setzt wie gewohnt auf Regionalität: Auch gekeimte Sprossen von der Kuhhorster Vollkern-Bäckerei, Karotten vom Fruchtwarenhandel Ciaciuch in Fretzdorf und der Altstadthonig, exklusiv hergestellt von Georg Güthenke, werden verarbeitet. Würzen wird er die Speisen unter anderem mit dem Salz aus der hauseigenen Thermalquelle des Resorts.

Eine acht- bis zehnköpfige internationale Jury bewertet nach Innovation, Optik, Rohstoffauswahl, Geschmack und Garpunkten. Spannend bleibt es bis zum Schluss, denn erst am vierten Tag verrät die Jury die Punkte und den Sieger der Gesamtwertung.

International unterwegs

Matthias Kleber kam am 23. Oktober 1971 in Chemnitz zur Welt. Bereits als kleines Kind zog er mit seinen Eltern nach Linum, wo er aufwuchs.

Die Kochausbildung hat Kleber in Neuruppin bei den Elektro-Physikalischen Werken (EPW) in der Küche absolviert. Er ist Küchenmeister, Dozent, Ausbilder und Referent für Meisterlehrgänge. Regelmäßig nimmt er an internationalen Wettbewerben teil und organisiert die Trainings der Kochnationalmannschaft.

Seit 2011 ist er Küchenchef im Resort Mark Brandenburg und für die gastronomische Qualität der Restaurants „Parzival“, „Seewirtschaft“ und dem Bistro „Seeblick“ verantwortlich.

Die größten Konkurrenten sieht Matthias Kleber in den Skandinaviern. Aber auch die USA und Singapur haben die Weltkochszene in den vergangenen Jahren geprägt, sagt er. Das Freundschaftskochen mit den Dänen am Wochenende kann erste Hinweise darauf geben, wo sich das deutsche Team im Vergleich einordnet. Warum die Skandinavier bislang besser waren, kann sich Kleber nicht erklären. „Die haben eigentlich nichts viel anders gemacht als wir“, meint er.

Nervös ist der Profi noch nicht, aber am Wettkampftag wird sich das Lampenfieber einschleichen. „Wir bereiten uns so lange vor und wissen bis zum Schluss nicht, ob wir den richtigen Weg eingeschlagen haben“, so der Küchenchef. Er weiß um die besondere Stärke seines Teams: „Wir sind keine Einzelspezialisten. Jeder kann jedem unter die Arme greifen.“ Das Kochen allein wird aber nicht die größte Hürde sein. Schwieriger ist es, die Qualität des Essens vom ersten bis zum hundertsten Teller hoch zu halten.

Von Luise Fröhlich

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