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Neuruppin: König Fußball vereint die Nationen

Freundschaftsturnier Neuruppin: König Fußball vereint die Nationen

Der Wanderpokal macht es deutlich: Es war nicht das letzte Turnier dieser Art. Neun Kicker-Teams standen sich am Sonntag in der Sporthalle des Oberstufenzentrums gegenüber: Deutsche und Asylbewerber kämpften gemeinsam um den Ball – organisiert hatte das Ganze der Kreissportbund.

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Flüchtlinge aus dem Landkreis kickten mit Teams der Polizei, der Stadt Neuruppin und der Initiative Jugendarbeit Neuruppin. Quelle: Regine Buddeke

Neuruppin. Er ist drin! Jubel brandet auf – vom Rande verfolgen die Zuschauer das Geschehen. Der Kreissportbund (KSB) hat erneut ein Fußballturnier mit Flüchtlings-Mannschaften auf die Beine gestellt: Die Premiere des integrativen Kräftemessens fand im Vorjahr bereits in Wittstock statt. Für die zweite Veranstaltung, die am Sonntag in der Sporthalle des Oberstufenzentrums Neuruppin über die Bühne ging, wurde von der Stadt Neuruppin sogar ein Wanderpokal ausgelobt – als Zeichen dafür, dass dies nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen ist. „Denn was funktioniert besser als Sport, um die Flüchtlinge hier bei uns zu inte­grieren“, sagt KSB-Geschäftsführer Thomas Krieglstein,. „Da muss man noch nicht einmal die Sprache beherrschen.“

Genauso sieht das auch sein Mitarbeiter Bernd Gummelt. „Wir sind ja von Beginn an dabei, die Flüchtlinge in die bestehenden Sportvereine zu integrieren“, erinnert er sich. Schon am 6. Juni 2015 habe es als Gegenaktion zur Rechten-Demo in der Fontanestadt ein integratives Fußballspiel auf dem Schulplatz gegeben. Mittlerweile seien es bereits 15 Sportvereine, in denen die Asylbewerber verschiedenster Nationen Seite an Seite mit den deutschen Kickern dem Ball hinterherjagen.

Für die Vereine ist das durchaus eine Bereicherung. Etwa bei den RSV Maulwürfen. Deren Torwart Michael Lockevitz, der am Sonntag etliche Partien pfeift, ist von der multikulturellen Bereicherung seiner Mannschaft durchaus angetan. „Sie machen, was der Trainer sagt. Und sind mit Feuereifer dabei. Technisch stark, manchmal etwas ballverliebt“, sagt er. „Für uns Maulwürfe ein echter Gewinn“, so der Schiri mit Blick auf seinen Teamkameraden Franklin. Der Eritreer mit den ­Rastalocken fegt am Sonntag wie ein Energiebündel durch die Halle.

Nicht nur er – die Motivation der Mannschaften aus den Heimen in Treskow, Wittstock und Wusterhausen ist ungebremst. Auch zwei Mannschaften aus unbegleiteten Jugendlichen sind dabei – das Team aus Heiligengrabe stand plötzlich unangemeldet auf der Matte. „Das kriegen wir hin“, so Krieglstein, auch wenn die Gruppenphase und Final-Spiele für acht Teams geplant waren. Den Flüchtlingen gegenüber stehen Teams der Stadt Neuruppin, der Initiative Jugendarbeit Neuruppin und der Polizeiinspektion Nord.

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Neun Mannschaften, ein Ball. Beim Freundschaftsturnier mit Flüchtlingen spielten Asylbewerber aus den Heimen in Neuruppin-Treskow, Wittstock und Wusterhausen gegen Teams der Stadtverwaltung, der Polizeidirektion Nord und der IJN. Am Ende errang die Polizei den ausgelobten Wanderpokal.

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„Ich mag Fußball“, sagt Mishel aus Syrien, der gemeinsam mit Afghanen in einer der Treskower Mannschaften kickt. Er lernt den Sport in Deutschland kennen, in Syrien stehe Fußball kriegs­bedingt eher weniger auf der Tagesordnung. Der Siegeswille ist bei den jungen Kickern dennoch ausgeprägt. Trotzdem verlaufen die Spiele, die jeweils aus zweimal acht Minuten bestehen, zwar ­teilweise hitzig, aber fair. „Es geht ja hier um den Spaß am Spiel“, sagt Bernd Gummelt. Und nicht ­umsonst steht auf vielen Trikots „Toleranz – Fairplay – Demokratie“ aufgedruckt. „Sport fügt die Menschen gut zusammen“, sagt Jens Dreschler, der als Sport­verantwortlicher für die Stadtverwaltung mitspielt. „Und zeigt, dass Neuruppin gastfreundlich ist.“

Vier Stunden nach Anpfiff steht der Sieger fest: Der Wanderpokal – von Bürgermeister Jens-Peter Golde überreicht – geht an die Kicker der Polizeidirektion Nord. Die Beamten gewannen das Elfmeterschießen mit 4:2 gegen die Stadtverwaltung Neuruppin. Platz 3 erstritten die Kicker aus dem Heim Treskow.

Von Regine Buddeke

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