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Neuruppin: Kritik an Abriss in der Altstadt

Denkmalschutz Neuruppin: Kritik an Abriss in der Altstadt

Der Abriss eines eher unscheinbares Hauses an der Neuruppiner Stadtmauer sorgt im Nachhinein für Diskussion. Das Gebäude ist schon vor Monaten verschwunden, nachdem es lange ungenutzt vor sich hin gammelte. jetzt übt Neuruppins früherer Denkmalfachmann Kritik an seinem einstigen Arbeitgeber. Wie konnte die Stadt dem Abriss zustimmen?

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Das kleine Haus stand direkt an der Stadtmauer.

Quelle: Peter Geisler/Archiv

Neuruppin. Monate nach dem weitgehend unbeachteten Abriss eines kleines Hauses an der Neuruppiner Seepromenade wirft das Thema jetzt Fragen auf. Neuruppins früherer Denkmalfachmann Ulrich Wahnschap ist ganz offensichtlich überhaupt nicht einverstanden damit, dass die Neuruppiner Stadtverwaltung dem Abriss des Gebäudes zugestimmt hat.

Das Haus am Ende der Seestraße war aus Ulrich Wahnschaps Sicht ein sehr wichtiges historisches Zeugnis. Es stand nicht von ungefähr genau an der Stadtmauer – dort, wo sonst die Waren vom Bollwerk durch ein Tor in der Mauer in die Stadt gebracht wurden. „Es war das letzte Torschreiberhaus von Neuruppin“, monierte Wahnschap jetzt in der Stadtverordnetenversammlung.

Andere Torschreiberhäuser waren schon lange verschwunden

Sechs solcher Gebäude gab es einst. Die anderen fünf sind schon früher verschwunden. Das kleine, heruntergekommene Gebäude zwischen Stadtmauer und Seehotel wäre damit das letzte seiner Art gewesen. Es war in sanierungsbedürftigem Zustand und ohne Umbau nicht mehr benutzbar – aber abrissreif?

Das Torschreiberhaus war Kontroll- und Zollstelle in einem. Dort wurden sämtliche Waren verzeichnet, die das Stadttor passierten, und zugleich eventuelle Abgaben kassiert.

Aber war das Haus an der Seestraße wirklich das letzte seiner Art in Neuruppin? „Wirklich belegen lässt sich das nicht“, sagt Baudezernent Arne Krohn. Nachforschungen hätten aber keine Beweise dafür ergeben. Mehr als „wahrscheinlich“ ließ sich diese Vermutung nicht belegen. Unter Denkmalschutz stand das Gebäude nicht, das steht laut Krohn fest.

Eine Sanierung wäre aus Sicht der Stadt zu aufwändig gewesen

Vor gar nicht allzu langer Zeit gingen Gerüchte um, in dem Gebäude könnte ein Restaurant entstehen. Ein Vor-Ort-Termin hat zudem ergeben, dass der Sanierungsaufwand so groß wäre, dass er dem Eigentümer nicht zuzumuten wäre.

Die Stadtverwaltung hat letztlich grünes Licht für den Abriss gegeben. Das ist inzwischen aber auch schon etliche Monate her. Inzwischen hat der Eigentümer vollendete Tatsachen geschaffen. Übrig ist nur ein Stück Wiese.

Von Reyk Grunow

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