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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Künstlerin will Wand beschriften
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Künstlerin will Wand beschriften
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00:28 13.12.2015
„Ich möchte gern“: Annett Glöckner, Musef Hamidi und Leila Chammaa (v. l.) im Neuruppiner Café Hinterhof. Quelle: Frauke Herweg
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Neuruppin

Ein kleines Mädchen möchte eine Barbie. Die Erwachsenen wünschen sich Weltfrieden oder einfach nur kleine schöne rote Tomaten. In den vergangenen Wochen hat die Künstlerin Annett Glöckner Menschen in den Übergangswohnheimen in Treskow und Lentzke und in den Cafés und Straßen von Neuruppin nach ihren Wünschen befragt. Am Donnerstag stellte die 51-Jährige in Neuruppin ihr Projekt „Ich möchte gern“ vor. Gemeinsam mit der Berliner Übersetzerin Leila Chammaa und Mosef Hamidi las sie aus den Texten vor, die in dem Projekt entstanden. „Das Lesen der Textpassagen von ganz unterschiedlichen Menschen und ihren Wünschen, privaten, poetischen, witzigen und ethischen, kleinen und großen, schafft ein Gemeinschaftsgefühl“, hofft Annett Glöckner.

Zu hören waren Wünsche, die mal witzig und eigentlich immer sehr berührend waren. „Bring Frieden aus der Kaufhalle mit, am besten gleich zweimal“, ruft ein Junge seiner Mutter zu. Andere Befragte wünschen sich einen deutschen Ehemann oder nie erwachsen werden zu müssen. Auffällig ist: Fast alle Befragten wünschen sich Frieden – ganz egal, wie alt sie sind oder ob sie aus Syrien, Afghanistan, Iran, Eritrea oder Neuruppin stammen. Wer die Wünsche hört, ahnt kaum, wo der Wünschende geboren wurde.

Hier werden Wünsche auf Persisch gelesen. Quelle: Frauke Herweg

In Kyritz hatte Annett Glöckner, die selbst „in der Kyritzer Ecke“ lebt und arbeitet, ein ähnliches Projekt aufgelegt. Am Marktplatz beschriftete sie eine Hauswand mit Texten, die in einer Kinder-Dichtergruppe entstanden waren. Der Verein „Einsetzen statt Aussetzen“ (Esta) war von dem Projekt so begeistert, dass er Glöckner einlud, das Projekt in Neuruppin und Umgebung mit Flüchtlingen und Alteingesessenen zu wiederholen.

Im nächsten Jahr möchte Annett Glöckner auch in Neuruppin eine Wand beschriften mit den Wünschen, die ihr jetzt berichtet wurden. „Am liebsten wäre mir eine dunkle Wand, auf der man mit weißer Schrift schreiben könnte“, sagt sie. Noch ist eine passende Wand nicht gefunden. Über Vorschläge würde Esta sich freuen.

Für ihr Projekt befragte Glöckner Menschen aus aller Welt. Eine Übersetzerin half ihr, auch Menschen aus Syrien zu interviewen. „Eigentlich waren alle sehr auskunftsfreudig“, sagt Glöckner. „Sie haben sofort mitgemacht und mitunter kaum hinterfragt, was wir da machen.“ Auf Neuruppiner Straßen oder in den Cafés und Läden der Fontanestadt waren die Menschen dagegen deutlich zugeknöpfter. Manche Befragte wollten gar nicht reden, anderen fiel kein Wunsch ein. Die Reaktionen, sagt Glöckner, seien insgesamt „sehr verhalten“ gewesen.

Umso berührendere Antworten gaben Jugendliche aus der Region. „Ich möchte gern, dass man Flüchtlinge akzeptiert und nicht gegen sie ist“, hofft etwa eine 13-Jährige. Ein anderer Jugendlicher wünscht sich, dass „keine Regenwälder mehr sterben“. Zuletzt hatte Glöckner unter anderem auch eine Neustädter Schulklasse in einem Workshop nach ihren Wünschen befragt. „Diese Schüler haben so wahnsinnig schöne Sachen gesagt“, sagt Glöckner. „Das war so derartig mitfühlend und liebevoll“ – schlichtweg umwerfend.

Von Frauke Herweg

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