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Neuruppin: Marktwirtschaft für Kunstschule

Viele Gebühren sollen steigen Neuruppin: Marktwirtschaft für Kunstschule

Die Stadt Neuruppin plant neue Gebühren für die Jugendkunstschule: Beliebte Kurse sollen teurer werden, für weniger beliebte könnte der Preis sinken. Im Sozialausschuss war am Dienstag nicht jeder mit diesem Prinzip der Marktwirtschaft einverstanden. Ein Einwand: Neuruppins Kunstschule ist im Vergleich zu anderen jetzt schon teuer.

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Die Fächer Tanz und Theater sind besonders beliebt.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Neuruppiner Jugendkunstschule soll künftig mehr nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten arbeiten: Kurse, die besonders beliebt sind, werden zum Teil deutlich teurer. Angebote, für die es weniger Nachfrage gibt, will die Fontanestadt billiger machen. So sieht es der Entwurf einer neuen Gebührensatzung aus dem Rathaus vor.

Die Jugendkunstschule bietet Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den Bereichen Tanz, Musik, Theater, Malerei und Bildende Kunst an. Bisher gab es für fast alle einheitliche Gebühren, lediglich der Theaterbereich macht eine Ausnahme. Jetzt schlägt die Stadtverwaltung eine weitere Untergliederung vor.

Besonders deutlich sollen die Preise im Musikbereich steigen. Bisher zahlen Kinder dort 12 Euro im Monat, Jugendliche 23 und Erwachsene 45 Euro, künftig will die Stadt Neuruppin 13,20 Euro, 27,60 Euro und 54,50 Euro haben. Das ist auf den einzelnen Monat gerechnet eine Steigerung um rund 20 Prozent. Im Kunstbereich soll der Preis dagegen sinken.

Auch die Kurse für Darstellendes Spiel sind gefragt

Auch die Kurse für Darstellendes Spiel sind gefragt.

Quelle: Henry Mundt

Im Sozialausschuss sorgte das Papier am Dienstag für Verwirrung. Erst eine Woche zuvor hatte Kämmerer Willi Göbke die Zahlen für den Stadthaushalt 2016 vorgestellt und erklärt, dass es im freiwilligen Bereich keine Abstriche geben wird, die Jugendkunstschule gehört eindeutig dazu. Michael Gayck (CDU) hatte Göbkes Zahlen noch in Erinnerung und wunderte sich, warum plötzlich die Preise steigen sollen – und dann noch so stark: „So lange es so aussieht, wie uns hier erklärt wurde, kann ich einer Erhöhung nicht zustimmen.“

Sozialamtsleiter Maik Buschmann gab zu bedenken, dass die neuen Gebühren mit Monika Meichsner als Leiterin der Jugendkunstschule abgestimmt seien; sie habe dem zugestimmt. Das bestätigte Monika Meichsner zwar – trotzdem sieht sie die neuen Gebühren kritisch. Sie seien sehr kompliziert, für die Verwaltung bedeutet das viele zusätzliche Arbeit bei der Berechnung. Hinzu kommt, dass die Jugendkunstschule als soziale Einrichtung aus ihrer Sicht jetzt schon teuer ist. Meichsner: „Wir in Neuruppin haben von allen Kunstschulen im Land die höchsten Gebühren.“ In Falkensee zahlen Kinder und Jugendliche nur drei oder fünf Euro im Monat, in Potsdam kosten Kurse pauschal 20 Euro pro Monat. Was sie nicht sagte: Viele Preise sind schwer vergleichbar, weil andere Schulen ihre Gebühren ganz anders berechnen.

Amtsleiter warnt vor Vergleich mit dem Speckgürtel

„Wir können uns nicht mit Falkensee vergleichen“, sagt Maik Buschmann außerdem. Im Speckgürtel von Berlin hätten die Gemeinden eben viel mehr Geld.

Der Amtsleiter verteidigte die neuen Gebührensätze. Dass der Kunstbereich billiger werden soll, ist als Anreiz gedacht: Weil die Jugendkunstschule seit 2014 staatlich anerkannt ist, muss sie nach den Vorgaben des Landes diesen Bereich besonders stärken. Tatsächlich gibt es aber gerade für die Kunstkurse weniger Nachfrage. Tanz, Theater und Musikunterricht sind sehr viel beliebter. Buschmanns Annahme: „Rein marktwirtschaftlich kann man in diesem Bereich den Preis erhöhen, ohne weniger Teilnehmer zu bekommen.“ Zudem sind künftig zwei Monate gebührenfrei, bisher galt das nur für einen Monat.

Der Ausschuss stimmte den Plänen schließlich zu.

Von Reyk Grunow

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