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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Neuer Kurs für Flüchtlinge
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Neuer Kurs für Flüchtlinge
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02:16 04.12.2015
Die Firma Hüffermann sucht ständig Lehrlinge. Quelle: Beckmann
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Neuruppin

Um möglichst vielen Flüchtlingen die Integration in der Region zu erleichtern, will die Neuruppiner Arbeitsagentur im März einen neuen Kurs starten. Dieser richtet sich ausschließlich an junge Flüchtlinge bis 25 Jahre, die aus Syrien, dem Iran, Irak und aus Eritrea kommen, sagte am Dienstag Cornelie Schlegel, Chefin der Neuruppiner Arbeitsagentur.

In dem Kurs soll Asylbewerbern aus jenen vier Ländern nicht allein die deutsche Sprache vermittelt werden. Vielmehr geht es zugleich darum, sie auf eine Berufsausbildung oder eine Arbeitsstelle in Deutschland vorzubereiten. Der Bedarf ist da. „Es gibt viele Firmen, die unter den Flüchtlingen bereits Praktikanten suchen“, sagte Schlegel. Dabei erfährt das Arbeitsamt gar nicht von allen Wünschen. Denn zuständig für die Genehmigung ist die jeweilige Ausländerbehörde des Landkreises. „Wir werden nur ab und an mal gefragt“, so Schlegel.

Gleichwohl kennt sich die Neuruppiner Arbeitsagentur, die für die Kreise Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel und das Havelland zuständig ist, inzwischen recht gut mit der Materie aus. Bietet sie doch bereits seit ein paar Wochen sogenannte Deutsch-Basiskurse für Flüchtlinge aus Syrien, dem Iran, dem Irak und Eritrea an. 523 Asylbewerber jeden Alters sind derzeit dabei, Deutsch zu lernen. „Das ist eine einmalige und geniale Chance“, betonte Schlegel. Denn um in Deutschland arbeiten zu können, seien mindestens Grundkenntnisse der deutschen Sprache notwendig.

Parallel dazu versucht das Arbeitsamt herauszufinden, welche handwerklichen und technischen Kompetenzen die Flüchtlinge eigentlich haben. Wegen der Sprachbarriere gestaltet sich das allerdings häufig als schwierig. Bis September haben 80 Prozent der von der Arbeitsagentur befragten Asylbewerber angegeben, dass sie keine Ausbildung haben, die mit einer in Deutschland vergleichbar wäre. Acht Prozent hatten demnach einen Hochschulabschluss, zwölf Prozent eine berufliche Ausbildung. Das hilft aber zunächst nicht viel.

Zum einen haben die meisten Asylbewerber bei der Flucht ihre Ausweis- und sonstigen Papiere verloren. Zum anderen erkennt Deutschland das Gros der Abschlüsse eh nicht an, weil sich die jeweilige Ausbildung von Land zu Land unterscheidet. Deshalb müssen Abschlussprüfungen in Deutschland nachgeholt werden. Das geht aber nur, wenn dafür auch die Deutschkenntnisse ausreichen. „Wir haben ein richtig großes Bildungsthema vor uns“, so Schlegel.

Service

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Die Firma Hüffermann Transportsysteme in Neustadt (Dosse) gehört zu den Unternehmen, die sich von der teils unübersichtlichen Rechtslage nicht schrecken lassen. Ab heute werden dort zwei junge Syrier ein zweimonatiges Praktikum beginnen, sagte Geschäftsführer Stephan von Schwander. Wenn die zwei neuen Praktikanten geeignet sind, können sie sich Hoffnung machen, bei Hüffermann eine richtige Lehrausbildung beginnen zu können – im günstigsten Fall erhalten sie sogar gleich einen Anstellungsvertrag. Das Unternehmen, das 200 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von fast 30 Millionen Euro hat, sucht ständig Lehrlinge. Die Bandbreite reicht dabei von der Fachkraft für Lagerlogistik über den Fahrzeuglackierer, den technischen Produktdesigner bis zum Metallbauer und Kraftfahrzeugmechatroniker.

Von Andreas Vogel

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