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Neuruppin: Opitz baut für Flüchtlinge

Unternehmer entwickelt Unterkünfte aus Holz Neuruppin: Opitz baut für Flüchtlinge

Damit Flüchtlinge schnell untergebracht werden können, hat der Neuruppiner Unternehmer Martin Opitz ein baufertiges Modell für Unterkünfte aus Holz entwickelt. Sie sollen sieben Meter lang, drei Meter breit und knapp drei Meter hoch sein und sich mit weiteren Modulen zu einem vollwertigen Haus aufrüsten lassen.

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Firmenchef Martin Opitz.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Neuruppiner Firma Opitz-Holzbau will Unterkünfte für Flüchtlinge bauen und damit Städten und Gemeinden helfen, die schnell viele Asylbewerber unterbringen müssen, aber keine freien Plätze mehr haben. „Zelte, Blechcontainer und ähnliche Behelfsquartiere helfen nicht weiter, weil der Winter vor der Tür steht“, sagte Unternehmenschef Martin Opitz am Dienstag. Er setzt deshalb auf Holz. „Das ist ökologischer als Metall.“

Ein baufertiges Modell, das sich mit weiteren Holzmodulen zu einem vollwertigem Haus aufrüsten lässt, hat der Konstrukteur bereits entwickelt. Zwar wird daran noch weiter gefeilt. Aber in der nächsten Woche sollen bereits probeweise die ersten Holzunterkünfte in Neuruppin gebaut werden. Sie werden etwa sieben Meter lang, drei Meter breit und knapp drei Meter hoch sein. „Von der Bauweise sind sie ähnlich wie ein Container“, so Opitz. Zusammengebaut werden sollen sie am jeweils gewünschten Standort. Wenn Opitz nächste Woche an den Unterkünften nichts mehr auszusetzen hat, könnten diese dann sofort in die Serienproduktion gehen. „Die erforderlichen Anlagen sind vorhanden“, so der Unternehmer. Die Kosten für die Unterkünfte sollen vergleichbar mit denen von Metallcontainern sein. Diese liegen bei deutlich mehr als 10 000 Euro. Der Markt für Wohncontainer aus Metall ist in Deutschland aber wegen des anhaltenden Flüchtlingsstroms bereits leer gefegt.

Der Firmenchef hofft, dass viele Flüchtlinge bleiben dürfen

Opitz, der aus Köln stammt, kennt sich mit dem Flüchtlingsthema aus. „Wir haben in den 1990er Jahren schon viele Heime gebaut.“ Er will gleich Unterkünfte bauen, die mit ein paar zusätzlichen Modulen auch als dauerhafter Wohnsitz taugen. Opitz hofft, dass viele Flüchtlinge in Deutschland bleiben dürfen. „Uns fehlen doch Fachkräfte in fast allen Wirtschaftsbereichen.“

Die Kreisverwaltung, die bis Dezember noch mehrere hunderte Flüchtlinge unterbringen muss, zeigte sich überrascht von der Initiative von Opitz-Holzbau. „Wir sind gespannt, was das Unternehmen vorstellt“, sagte Sprecherin Britta Avantario.

Ähnliche Unterkünfte gibt es bereits in Brück

Bekannt ist ein ähnliches Projekt eines bayrischen Unternehmens, das in Brück (Potsdam-Mittelmark) eine Filiale hat. Dort wohnen bereits 72 Flüchtlinge in 28  sogenannten Low-Cost-Häusern. Diese haben eine Wohnfläche von 32 Quadratmetern und bestehen aus Sandwich-Paneelen, wie sie im Industriebau verwendet werden, sowie einem unterschiedlich starken Schaumkern (die MAZ berichtete).

Ob der Landkreis auf die Holzunterkünfte zurückgreifen wird, ließ Kreissprecherin Avantario offen. „Wir kennen die Modelle ja noch nicht.“ Opitz will sie am 2. Oktober präsentieren. Dann feiert das Unternehmen in Neuruppin sein 75-jähriges Bestehen.

Von Andreas Vogel

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