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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Opitz erstattet Betrugsanzeige
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Opitz erstattet Betrugsanzeige
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00:17 10.06.2016
Geschäftsmann Martin Opitz fühlt sich betrogen. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Normalerweise treffen sich die zwei gestandenen Männer regelmäßig abends bei einem Gläschen Wein. Sie sprechen über ihre guten Geschäfte, über neue Projekte, über den nächsten gemeinsamen Golf- oder Jagdausflug. Aber jetzt ist das Tischtuch zwischen den Unternehmern Martin Opitz und Manuel Reiser zerschnitten: Opitz wirft Reiser vor, ihn beim Kauf einer Immobilie, die er für 116 000 Euro von Reiser erworben hat, betrogen zu haben. Deshalb trafen sich die zwei am Dienstag mit ihren Anwälten vor dem Landgericht Neuruppin.

Streit um zwei Schreiben

Auslöser des Streits ist ein altes Bürogebäude in unmittelbarer Nähe des Flüchtlingsheimes in Treskow. Reiser soll Opitz im Herbst 2014 angeboten haben, die Immobilie zu kaufen und dort gemeinsam eine Flüchtlingsunterkunft einzurichten. Die Sache schien lukrativ. Gibt es doch für Heimbetreiber je Flüchtling und Tag 15 Euro als Zuschuss vom Land. Platz wäre in dem Haus für 120 Asylbewerber. Aber Opitz wollte das Geschäft allein machen. „Ich habe schon mal schlechte Erfahrungen bei Geschäften mit Dritten gemacht.“ Nun ist eine weitere hinzugekommen. Denn zwei Tage nach dem Notarvertrag erfuhr Opitz bei einem gemeinsamen Mittagessen mit Reiser eher zufällig, dass es da noch zwei Schreiben gibt – eines von der Kreisverwaltung, die den Wert des Grundstücks mit maximal einem Euro bezifferte, und eines aus dem Neuruppiner Rathaus. Demnach könne das Gebäude höchstens als Büro genutzt werden, nicht aber, um dort Unterkünfte einzurichten. Schließlich solle das Haus laut Bebauungsplan in zehn Jahren abgerissen werden und an der Stelle eine Grünfläche entstehen.

Drei Varianten einer eidesstattlichen Erklärung

„Mir lagen die Schreiben nicht vor“, beteuert Opitz. Das bestreiten Reiser und sein Geschäftspartner Dirk Pospiech. Das Problem: Es gibt drei Varianten einer eidesstattlichen Erklärung von Reiser und Pos­piech. Mal wollen sie die zwei Schreiben Opitz gegeben haben, als der bei ihnen war; mal soll sie ein Mitarbeiter von Opitz bekommen haben; mal sollen sie zu Opitz gefaxt worden sein. „Bei Strafprozessen dürfen Angeklagte lügen, aber nicht bei einem Zivilverfahren“, zeigte sich Richter Michael Pulfrich ungehalten. Er versuchte, die Streitparteien zu einer gütlichen Einigung zu bewegen. „Die kann das Gericht nur dringend empfehlen.“

Pulfrich schlug vor, den Kaufvertrag für ungültig zu erklären. Zudem sollte Opitz eine symbolische Summe von 20 000 Euro an Reiser zahlen – weil er in dem Haus bereits die Heizungen und Leitungen hatte abbauen lassen und wegen der Prozessrisiken. Eine so hohe Zahlung kommt für Opitz aber nicht infrage. „Ich fühle mich ernsthaft betrogen.“ Maximal sei ein Ausgleich von 6000 Euro vorstellbar, sagte Clas-Erik von Nottbeck, der Anwalt von Opitz. Denn 6000 Euro hatten Reiser und Pospiech auch für den Kauf der Immobilie bezahlt.

Vorschlag zur Güte scheitert

Doch mit der Summe ist Reiser nicht einverstanden. Denn angeblich würde es 200 000 Euro kosten, um das Gebäude so herzurichten, um es nutzen zu können. „Ich habe Herrn Opitz nicht betrogen. Er hat alles gewusst“, sagte Reiser. Er unterstellte Opitz, das Projekt unterschätzt und nur den möglichen Gewinn im Sinn gehabt zu haben. „Gier frisst Hirn.“

Damit wird nun die Zivilkammer entscheiden, ob der Kaufvertrag gültig ist und Opitz die vereinbarte Summe von 116 000 Euro zahlen muss. Das kann aber noch etwas dauern. Denn da Opitz auch eine Strafanzeige gegen Reiser wegen Betruges gestellt hat, will das Gericht abwarten, wie dieses Strafverfahren ausgeht. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dazu sollen weitgehend abgeschlossen sein, hieß es am Dienstag. Jedoch gibt es noch keine Entscheidung, ob und wann Anklage erhoben wird.

Von Andreas Vogel

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