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Neuruppin: Parkplatzunfall vor Gericht

Molchower soll geflohen sein Neuruppin: Parkplatzunfall vor Gericht

Ein Mann aus Molchow musste sich am Donnerstag wegen vermeintlicher Fahrerflucht vor dem Amtsgericht Neuruppin verantworten. Er soll 2015 auf einem Parkplatz einen anderen Wagen angefahren haben. Ob das stimmt, blieb am Donnerstag fraglich. Das Verfahren gegen den Rentner wurde eingestellt – zahlen muss er trotzdem.

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Das Amtsgericht verhandelte am Donnerstag im Falle eines vermeintlichen Unfalls mit Fahrerflucht.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Johann D. will nicht damit hinterm Berg halten, was er von dieser Gerichtsverhandlung hält: „Das ist ein Kuhhandel. Aber ich werde ihn trotzdem akzeptieren.“ Der 84-Jährige ist sauer. Aus seiner Sicht hat er nichts falsch gemacht. Die Ermittlungen der Polizei seien bestenfalls lückenhaft. Und auch die Aussagen der Zeugen vor dem Amtsgericht konnten am Donnerstag nicht belegen, dass Johann D. das getan hat, wofür er angeklagt war.

Trotzdem soll der Rentner 300 Euro bezahlen – nur dafür, dass das Verfahren gegen ihn eingestellt wird. Dass der „Kuhhandel“ nicht als Eingeständnis einer Schuld gilt, beruhigt den Molchower wenig. Er fühlt sich unschuldig und hatte erwartet, dass das Gericht das auch so sieht.

D. war wegen vermeintlicher Fahrerflucht angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, vor einem Jahr auf einem Parkplatz ein anderes Auto angefahren zu haben und nach Hause gefahren zu sein, ohne sich als Unfallverursacher zu melden. Der Unfall ereignete sich auf dem Parkplatz vor einem Ärztehaus in Neuruppin.

Von dem angeblichen Unfall hat der Angeklagte nichts bemerkt

Johann D. gibt zu, dass er am fraglichen Tag zur fraglichen Zeit mit seinem Auto auf diesem Parkplatz war. Er hat auch neben dem Auto geparkt, an dem später eine lange breite Schramme festgestellt wurde. Doch die, sagt er, könne auf keinen Fall von seinem Auto stammen. Er habe das benachbarte Fahrzeug mit seinem Wagen überhaupt gar nicht berührt.

Ein Rentner, der an diesem Tag vor dem Ärztehaus im Auto gesessen hatte, gilt als einziger Zeuge. Doch was genau hat er überhaupt gesehen? Das blieb auch vor Gericht unklar.

Der Mann erinnerte sich, dass ein gelbes Auto neben dem Wagen geparkt hatte, an dem später der Kratzer zu sehen war. Der Zeuge erinnert sich auch, dass ein Mann ausstieg, wieder einstieg und seinen Wagen an eine günstigere Stelle umparkte. Später habe er die Schramme an dem beschädigten Wagen gesehen, so der Zeuge.

Zeuge erinnert sich nur vage an den Fahrer eines gelben Autos

Doch weder kann er sich an den Typ des gelben Autos erinnern, das den Unfall angeblich verursacht haben soll, noch hat er Johann D. als Fahrer erkannt. Der Zeuge hat nichts von einem Zusammenstoß gehört, auch keinen gesehen – nur eben die Schramme am beschädigten Auto. Vielleicht war die auch vorher schon da? Auch das konnte er am Donnerstag vor Gericht nicht eindeutig sagen. Die Besitzerin des Wagens versicherte, dass ihr Auto vorher keine Kratzer hatte.

D. ist irritiert über die Ermittlungen der Polizei. Angeblich habe sie am selben Tag versucht, mit ihm zu reden. So steht es im Protokoll. D. sei aber nicht zu Hause gewesen. War er aber, versicherte der Angeklagte am Donnerstag. Nur sei kein Polizist dort vorbeigekommen. Die Straße, in der D. wohnt, hat vor nicht allzu langer Zeit neue Hausnummern bekommen. Hat die Polizei vielleicht beim falschen Haus geklingelt?

Einen Strafbefehl über 1200 Euro lehnte der Molchower im Oktober ab und wollte die Sache vor Gericht klären. Doch das gelang nur bedingt. Am Ende hielt es D.s Anwalt für besser, das Verfahren gegen eine Geldauflage zu beenden. D. ist nach wie vor überzeugt, dass er keinen Unfall verursacht hat. Ob der Richter das auch so gesehen hätte, blieb jedoch offen. Zu einem Urteil kam es nicht. D. gilt weiter als unschuldig. Vorausgesetzt er zahlt.

Von Reyk Grunow

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