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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Plastiktüten bleiben liegen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Plastiktüten bleiben liegen
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00:17 03.06.2016
Anke Daum vom Schuhgeschäft Reno gibt seit 1. April nur noch selten Plastiktüten aus. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Wer seine Einkäufe in einer Plastiktüte nach Hause tragen möchte, muss in vielen Geschäften seit dem 1. April zahlen. Was in den meisten Supermärkten schon lange üblich ist, gilt seit Anfang April fast für den gesamten Einzelhandel – Hintergrund ist eine Vereinbarung des Handelsverbandes Deutschland mit dem Bundesumweltministerium. Zwischen 10 und 30 Cent werden seither in der Regel für einen Plastebeutel aufgerufen. Die MAZ hat sich bei Geschäftsleuten im Neuruppiner Einkaufszentrum Reiz umgehört, wie die „Tütengebühr“ bei den Kunden ankommt – und ob sich die Nachfrage verändert hat.

„Die Plastiktüten werden liegengelassen, seit sie kostenpflichtig sind“, sagt Thomas Prollius, Marktleiter des Elektronikgeschäfts „Expert“. „Das finden wir gut so, weil dadurch der Plastikmüll minimiert wird.“ Wurden Tüten bei Expert bis zum 31. März kostenlos ausgegeben, werden nun 20 Cent für eine normale und 30 Cent für eine große Tüte fällig. Kritik von Seiten der Kunden hat Prollius für die Maßnahme bislang nicht ausgemacht. „Das Verständnis bei den Kunden ist gegeben“, so der Marktleiter.

Kaum Kritik von den Kunden

Anke Daum, Agenturleiterin der Schuh-Kette „Reno“, hat Ähnliches beobachtet. „Es werden deutlich weniger Plastiktüten ausgegeben“, sagt Daum. Dass Reno seit 1. April 20 Cent für einen Kunststoffbeutel verlangt, würden die meisten Kunden gutheißen, sagt Daum. Sie sei selbst „erstaunt, wie gut das aufgenommen wurde.“ Waren Plastiktüten zum Transport der Schuhkartons bis dato Standard, würden die Kartons nun vielfach einfach so mitgenommen. Andere Kunden setzen auf die eigenen Taschen. „Viele kommen jetzt mit ihrem Einkaufsbeutel“, so Daum.

Mancherorts sind die Tragetaschen nach wie vor kostenlos. So bekommen die Kunden beim Bekleidungsgeschäft „Schneider Moden“ beispielsweise eine Papiertüte mit auf den Weg. Bei „Jeans Fritz“ gibt es noch keine Gebühr, sie ist aber im Gespräch. Ralf Bellin, Inhaber von „Jeans & Outdoor“ nimmt seit Anfang April ebenfalls Geld für Plastiktragetaschen. Seither sind sie kaum noch gefragt. „Ich habe nur noch ein paar dünne Tüten hier“, sagt Bellin. „Als Reserve.“ Die Schuhe würden in Kartons transportiert, Rucksäcke ohnehin einfach so.

Umweltschützer begrüßen Gebühr

Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, hält fest: „Uns wurden bisher keine Probleme gemeldet. Die Plastiktüten sind insgesamt kein Aufreger im Handel – und auch nicht bei den Kunden. Sonst hätte wir längst Beschwerden bekommen.“ Dem Ziel, weniger Müll zu produzieren, kommt der Handel somit offenbar ein Stück näher. Bernd Ewert vom Neuruppiner Kreisverband des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) begrüßt die Entwicklung. „Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung“, sagt Ewert. Unmengen an Plaste landeten in den Meeren und schließlich in den Mägen von Fischen und anderen Lebewesen – über Umwege auch in denen der Menschen. „Die Gebühr für Plastiktüten ist ganz wichtig und längst überfällig“, so Ewert. „Auch um Erdöl als Ressource zu schonen.“

Von Mischa Karth

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