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Neuruppin: Rockoper feiert Premiere

Hamlet neu inszeniert Neuruppin: Rockoper feiert Premiere

Der dänische Königshof ist eine Raumstation: Theaterproduzent Michael Manthey hat Shakespeares „Hamlet“ in den Weltraum verlegt. In Neuruppin feiert das Stück am Freitagabend Premiere. Mit seiner „Faust“-Rockoper gastierte Manthey schon einmal in der Fontanestadt.

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Hamlet (Tomasz Dziecielski, r.) ist verzweifelt. Königin Gertrude (Leticia Thate) und Claudius (Falko Illing) versuchen ihn zu trösten.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin . Michael Manthey hätte die Premiere seiner Hamlet- Rockoper auch in seiner Heimatstadt Berlin feiern können. Doch der Theaterproduzent wählte die Neuruppiner Pfarrkirche als Premierenort aus. Am Freitagabend wird die rockige Inszenierung des Hamlet-Dramas erstmals dort zu sehen sein. Manthey entschied sich auch deshalb für die Pfarrkirche, weil sie ihn mit ihren Emporen an das Globe Theatre in London erinnert – dem Theaterhaus, an dem Shakespeare einst Erfolge feierte.

Seit Montagmorgen um sieben Uhr hatten Manthey und sein Team in der Kirche aufgebaut und geprobt. „Jeden Tag 13 bis 15 Stunden“, sagt Manthey. Vor der gestrigen Generalprobe ist der Mittfünziger „aufgewühlt“, wie er selbst sagt. Die langen Vorbereitungstage waren auch eine Herausforderung für die Stimmen der Darsteller. „Wir spielen trotzdem mit Freude.“

Regisseur Manthey verlegt Hamlet in den Weltraum

Jedes Jahr kommen zahlreiche neue Inszenierungen des Hamlet-Stoffes heraus. „Meist mittelalterlich oder eben ganz modern“, sagt Manthey. Das Rockopern-Team entschied sich für einen anderen Weg: Rudolf Volz, verantwortlich für Libretto und Musik, unterlegte das Stück um den zaudernden Dänen-Prinzen mit 26 Songs, die an die Musik von Deep Purple und Dream Theater erinnern.

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Am 19. Februar feiert die Rockoper Hamlet in Neuruppin Premiere. Die MAZ war bei der Generalprobe dabei und hielt die ersten Szenen in Bildern fest.

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Zugleich verlegte Manthey den Handlungsort Dänemark in den Weltraum – der dänische Königshof Helsingör ist eine Raumstation. „Der wunderbar philosophische Hamlet-Stoff ist zeitindifferent“, findet Manthey.

In Neuruppin gastierte Manthey bereits mit seiner „Faust“-Rockoper. Auch damals war sein Anliegen, den Stoff auch für junge Leute zugänglich zu machen, die möglicherweise wenig Erfahrung mit Texten haben. In der Rockoper singen die Schauspieler auf Englisch und spielen in Deutsch. Wer mit den rasanten Verwechslungen im Stück nicht vertraut ist, kann auf einer Leinwand die Refrains mitlesen, damit er bei den Ränkespielen auf der Bühne nicht den Überblick verliert.

Die Vorgängeroper „Faust“ ist schon 550-Mal aufgeführt worden

Technisch anspruchsvoll sind die LED-Einspielungen, die das Team ertüftelt hat. Die Zuschauer gleiten durch Weltraumbilder und haben, so hofft Manthey, „selbst das Gefühl, sich durch den Weltraum zu bewegen.“ In kleinen Randszenen kommentiert der Regisseur die technische Überwachung, der Menschen heute ausgesetzt sind.

Königin Gertrude (Leticia Thate) wird Claudius (Falko Illing) heiraten – den Mörder ihres Mannes

Königin Gertrude (Leticia Thate) wird Claudius (Falko Illing) heiraten – den Mörder ihres Mannes.

Quelle: Peter Geisler

Als in der Generalprobe Hamlet (Tomasz Dziecielski), seine Mutter Königin Gertrude (Leticia Thate) und deren künftiger neuer Mann Claudius (Falko Illing) die Bühne betreten, sind laute Scan-Geräusche zu hören. Als sie von Bühne abgehen, wird ihr Weggang wieder von einem lauten Piepen registriert. „Wir alle werden ständig überwacht.“

550-Mal war Mantheys Faust-Rockoper aufgeführt worden. Zur heutigen Premiere will ein Fanclub der Rockoper in Neuruppin vorbeischauen. Damit die Hamlet-Inszenierung ähnlich oft gespielt werden, sollen Video-Trailer produziert werden. Ein Team mit acht Kameras zeichnet den heutigen Abend auf.

Info: „Hamlet – Die Rockoper“, 19. Februar ab 19.30 Uhr, Kulturkirche Neuruppin. Karten gibt es noch im MAZ-Kundencenter, Karl-Marx-Straße 64, oder an der Abendkasse.

Von Frauke Herweg

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