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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Schüler sorgen für Schallschutz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Schüler sorgen für Schallschutz
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02:15 13.09.2015
Schüler der Fontaneschule haben den Schallschutz für ein Klassenzimmer selbst gebaut, um zu zeigen, wie viel solche Platten bringen. Quelle: Privat
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Neuruppin

So still, dass man eine Stecknadel fallen hören würde, ist es eher selten in einem Klassenraum. „Selbst wenn die Schüler ruhig sind, holen sie doch ihre Sachen raus, blättern in den Büchern, spreche ich – und ganz hinten sagt dann doch einer: ,Oh, der hat mir in den Rücken gepikt’“, erzählt Ute Gutsche, Lehrerin an der Neuruppiner Fontane-Oberschule, aus ihrem Alltag. Der Geräuschpegel, der dabei in einem Klassenzimmer ganz schnell zusammenkommt, ist enorm – erst recht, wenn der Raum nicht über entsprechenden Schallschutz verfügt und jedes Wort reflektiert wird.

Etwa 100 Dezibel betrug bis vor Kurzem die durchschnittliche Lärmbelastung im Klassenzimmer von Ute Gutsche, das am Ende eines Flurs in dem Neubauhaus liegt. „In den Pausen waren es noch mehr“, sagt die Lehrerin. Dabei wird schon die Lautstärke um 100 Dezibel vom Bundesbauministerium als „sehr laut bis unerträglich“ eingestuft. Die Folgen, von denen Ute Gutsche und der stellvertretende Schulleiter Günter Riebau berichten: Man versteht nicht mehr, was der andere sagt, und spricht selbst lauter, die Konzentrationsfähigkeit sinkt, viele Menschen reagieren mit körperlichen Beschwerden.

Mit einfachsten Mitteln viel erreicht

Um zu beweisen, dass man mit einfachen Mitteln etwas gegen den Lärm tun kann, schob Ute Gutsche, die für die Wirtschaft-Arbeit-Technik-Lehre zuständig ist, ein besonderes Projekt an. Zehn Schüler haben innerhalb einer Woche aus einfachen Bauteilen wie Dämmwolle, Flies und Sperrholz für 250 Euro Platten zusammengesetzt, die den Schall dämpfen. Sie haben dabei unter der Anleitung des Mathe- und Physiklehrers Jörn Kitschischi überlegt, wie Wellen im Wasser durch einen Schilfgürtel unterbunden werden. Enrico Fischer von der Bauring-Tischlerei montierte die Kästen dann an der Decke des Klassenzimmers von Ute Gutsche.

Das Ergebnis: Die Lärmbelastung ist schlagartig um 40 bis 50 Dezibel gesunken. „Und ich habe weniger Kopfschmerzen und kriege mehr vom Unterricht mit“, erzählt der Neuntklässler Leon Sandberg, der an den Schallschutzplatten mitgebaut hatte. Auch die Lehrer sind sich einig. „Das ist ein kollossaler Unterschied“, sagt Riebau.

Auch die anderen Räume brauchen dringend Schallschutz

Sein Ziel ist es nun, auch für die anderen zwölf Schulräume, die besonders schlechte Akustik haben, Schallschutz zu bekommen. Mit der Bitte darum ist die Schule bei der Stadt Neuruppin, die Trägerin der Bildungseinrichtung ist, nicht auf taube Ohren gestoßen. Die Verwaltung empfahl dem Kollegium, gleich einen formlosen Antrag zu stellen, damit über diesen in der Haushaltsdebatte fürs kommende Jahr entschieden werden kann.

Etwa 800 Euro kostet die Ausstattung eines Klassenraums mit Schallschutz, schätzt Margitta Will, die sich im Neuruppiner Rathaus um stadteigene Gebäude kümmert. Das weiß sie so genau, weil die Stadt bereits dabei ist, das Problem in einigen Einrichtungen anzugehen, derzeit vor allem in Sporträumen der Kindergärten. Angebracht werden dort selbstklebende Schaumstoffplatten, die einfach anzubringen sind. Margitta Will schwört auf die Schallschutzwirkung der minimalistischen Ausführung. „Der Effekt ist super.“ Ob und wann die Fontaneschule in deren Genuss kommt, kann sie aber nicht sagen.

Von Celina Aniol

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