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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Seetor-Residenz feiert Richtfest
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Seetor-Residenz feiert Richtfest
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00:17 25.05.2016
Neu trifft Alt: Neben der künftigen Seetor-Residenz steht das frühere Minimax-Gebäude, das bis Ende 2017 saniert werden soll. Quelle: Herweg
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Neuruppin

Es wird knapp, aber es ist zu schaffen. Bis Ende des Jahres soll auch der dritte Gebäuderiegel der künftigen Seetor-Residenz fertig sein. Um mehr als sechs Monate hatten sich die Arbeiten an dem Gebäuderiegel verzögert, weil der Landkreis die dafür notwendige Baufreigabe nicht erteilte. Nach Gesprächen mit dem Kreis geht Ronny Rohr, einer der Geschäftsführer der Neuruppiner Firma Seetor-Residenz, inzwischen davon aus, dass die Arbeiten am dritten Bauabschnitt zum Monatsende endlich beginnen können. „Wir sind auf der Zielgeraden“, sagte Rohr am Sonnabend beim Richtfest für die ersten beiden Gebäuderiegel.

Bürgermeister Jens-Peter Golde nannte die geplante Anlage mit ihren 67 Wohnungen, dem Café und der Marina am Ruppiner See ein „sehr mutiges Projekt“. Schon jetzt ist klar, dass die Stadt auch vor der luxuriösen Wohnanlage investieren will. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten an einem künftigen Ufer-Wanderweg beginnen. Der Weg wird zunächst bis zur Seetor-Residenz führen – später auch bis nach Alt-Ruppin. Eine Investition, so Golde, „im siebenstelligen Bereich“. „Man wird rund um den See auf ordentlichen Wegen wandern können.“

Investoren planen Marina mit bis zu 50 Liegeplätzen

Direkt vor dem 14,5-Millionen-Euro-Projekt soll eine Marina mit bis zu 50 Liegeplätzen entstehen. „Auch das ist eine Sache, die Neuruppin unbedingt braucht“, sagte Golde. Künftige Neuruppin-Besucher kämen möglicherweise auch in die Stadt, um „Boote zu gucken“ – am Sonnenufer wie auch an der neuen Marina. „Wir kommen langsam an die Qualität von Röbel oder Waren/Müritz ran.“

Symbolische Hammerschläge zum Richtfest der Seetor-Residenz. Quelle: Frauke Herweg

Ambitionierte Pläne auch auf dem Nachbargrundstück der künftigen Seetor-Residenz: die Prima-Unternehmensgruppe, zu der die Firma Seetor-Residenz gehört, wird das letzte erhaltene Gebäude des einstigen Neuruppiner Feuerlöschgerätewerkes sanieren. Das alte Verwaltungsgebäude des einstigen Minimax-Werkes hatte zunächst abgerissen werden sollen. Jetzt will die Prima-Unternehmensgruppe die Ruine wieder aufbauen und dort bis zu 20 Mietwohnungen einrichten. Geschäftsführer Daniel Schirrmeister kalkuliert derzeit mit vier Millionen Euro für den Kauf des Grundstücks und die aufwändigen Bauarbeiten.

Im früheren Minimax-Gebäude sollen Mietwohnungen entstehen

Von dem seit den 90er-Jahren leer stehenden und teilweise eingefallenen Backsteingebäude wird nur die Hülle erhalten bleiben. „Wir müssen komplett entkernen und neue Geschossdecken einziehen“, sagte Schirrmeister. Ende des Jahres, so hofft er, können die Arbeiten an dem Projekt beginnen, Ende 2017 die ersten Mieter einziehen. Beim Baustellen-Rundgang am Sonnabend konnten sich Interessierte bereits die Grundrisse für die künftigen Wohnungen anschauen. Das Interesse an dem dreigeschossigen Industriebau ist groß: „Die ersten Mietwohnungen sind bereits reserviert“, sagte Rohr.

Vor kurzem hatten Neuruppins Stadtverordnete einen Rahmenplan für das Seetorviertel auf den Weg gebracht. Denn auch rund um die Seetor-Residenz soll sich das einstige Industriegebiet in bester Seelage endlich entwickeln – Neuruppins Eingangstor macht sich schick.

Das Sorgenkind Seetorviertel wird zum Hoffnungsträger

Der Plan sieht unter anderem Wohnungen für bis zu 500 Menschen, ein weiteres Hotel, ein Ärztehaus und ein Pflegeheim vor (MAZ berichtete). Mit unter den potenziellen Investoren auch die Prima-Gruppe. Rohr kündigte am Sonnabend Pläne für „neun bis elf Stadtvillen“ mit jeweils mehreren Wohnungen an. Ab Ende 2018 könnten zudem weitere seniorengerechte Wohnungen entstehen.

Das Seetorviertel galt trotz seiner guten Lage lange Zeit als Sorgenkind der Stadt – auch weil im Erdreich Altlasten verborgen waren. Die Investoren der Seetor-Residenz gaben nach eigenen Angaben 1,8 Millionen Euro aus, um den Boden auszutauschen und das Areal zu sanieren. Ein Gutachter hatte den Investoren schon vor Monaten die Güte des Grundwassers bescheinigt. Dennoch ließ die Baufreigabe für den dritten Bauriegel lange auf sich warten. Von den geplanten 67 Wohnungen sind mehr als Zweidrittel bereits verkauft. Etwa acht Wohnungen sind noch zu haben.

Von Frauke Herweg

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