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Neuruppin: Streit um 1-Million-Kreisverkehr

Politiker glauben an Verschwendung Neuruppin: Streit um 1-Million-Kreisverkehr

Er war einst der größte Kreisverkehr Brandenburgs. Nun soll der Kreisel in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) deutlich kleiner werden. Und das kostet: rund eine Million Euro sind dafür eingeplant. Das wirft in der Stadt Fragen auf und auch im Landtag wird der Kreisel zum Thema.

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Bei seiner Eröffnung vor 13 Jahren galt er als der größte Kreisel Brandenburgs. Jetzt will ihn der Landestraßenbetrieb stark verkleinern.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Der geplante Umbau des Kreisverkehrs an der Neustädter Straße in Neuruppin sorgt zunehmend für Streit. Jetzt wird das Bauvorhaben sogar ein Fall für den Landtag. Die entscheidende Frage: Muss der Kreisel für rund eine Million Euro völlig umgebaut werden oder reicht auch eine Sanierung, die womöglich wesentlich billiger wäre?

Auch einige Neuruppiner Stadtverordneten fragen sich das. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen würde den Umbau der Kreisels am liebsten stoppen. „Was können wir tun, um das zu verhindern?“, wollte Frank Borchert am Montag von Neuruppins Baudezernent Arne Krohn wissen.

Neuruppins früherer Tiefbauamtsleiter Manfred Krell hatte die Diskussion angefacht. Er hält die Pläne des Landesbetriebs für Straßenwesen für diesen Kreisverkehr für völlig überzogen und viel zu teuer. „Das ist Geldverschwendung“, echauffierte sich Krell. „Wenn das so kommt, bin ich sofort beim Landesrechnungshof. Das kann ja nicht sein.“

Abriss und Neubau sollen rund eine Million Euro kosten

Vor Kurzem war bekannt geworden, dass der Landestraßenbetrieb den Kreisel an der Neustädter Straße nach nur 13 Jahren abreißen und völlig neu bauen will. Dabei soll er gleich noch deutlich verkleinert werden. Laut Landesbetrieb sind dafür gut 900.000 Euro vorgesehen. Auch die Stadt Neuruppin müsste für das Vorhaben des Landes in die Kasse greifen. Rund 30 000 Euro müsste die Fontanestadt laut Baudezernent Krohn für die Anpassung der Nebenanlagen zahlen. Und das, obwohl sie von dem Vorhaben eigentlich wenig hält.

Verhindern kann die Stadt den Umbau jedoch nicht, so Krohn: „Das ist eine Maßnahme des Landes.“ Der Landesbetrieb ist für den Kreisel zuständig – deshalb kann er bauen, wie er es für richtig hält. Die Stadtverordneten können dieses Vorhaben gar nicht stoppen – selbst wenn die Mehrheit der Abgeordneten das wollte. Krohn: „Das steht ihnen gar nicht zu.“

Manfred Krell ist dagegen überzeugt, dass das Land mit seinen Plänen einen funktionierenden Kreisel zerstören wird. Er hatte sich als damaliger Tiefbauamtsleiter vor 15 Jahren beim Land dafür stark gemacht, dass dieser Kreisverkehr so groß angelegt werden durfte. Sein Argument: Ein großer Kreisverkehr kann viel mehr Autos aufnehmen als ein kleiner, und nur so lassen sich effektiv Staus auf der B 167 vermeiden. Das Land hat damals nachgegeben und Neuruppin erlaubt, den Kreisel so zu bauen. Zur Eröffnung kam sogar Ministerpräsident Matthias Platzeck.

Schäden an der Fahrbahn, der Unterbau ist noch in Ordnung

Jetzt, 13 Jahre später, hat die Bitumenfahrbahn deutliche Schäden. Gutachter hatten vor gut einem Jahr festgestellt, dass die obersten und die untersten Bitumenschichten nicht mehr mitander verklebt sind. Der Bitumen muss abgefräst und erneuert werden. Der Unterbau ist zwar noch in Ordnung und tragfähig. „Aber wenn wir schon neu bauen, dann auch so, wie es den neusten Richtlinien entspricht“, sagt Frank Schmidt, Chefplaner des Landesbetriebs. Nach den Richtlinien des Bundes sei ein so großer Kreisel für eine Straße mit so wenigen Autos nicht mehr erlaubt. Außerdem haben bei kleineren Kreiseln Fußgänger und Radfahrer viel kürzere Wege.

Dass eine Sanierung viel billiger wäre, stimme auch nicht, sagt Schmidt. Dass Stadtverordnete anderer Meinung sind, beeindruckt den Planer wenig. „Das ist den Stadtverordneten unbenommen“, sagt er, sieht aber keinen Grund, die Planung zu ändern: „Dort trifft eine Landes- auf eine Bundesstraße. Für die Verkehrssicherheit dort sind wir verantwortlich.“ Die CDU-Fraktion hat indes gerade eine Kleine Anfrage im Landtag gestellt, um zu klären, wie teuer der Kreisel wirklich werden soll und warum ein Neubau billiger ist als eine Sanierung.

Von Reyk Grunow

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