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Neuruppin: Streit um beschlagnahmte Pferde

Tierschutz beschäftigt mehrere Gerichte Neuruppin: Streit um beschlagnahmte Pferde

Mehr als 160 Pferde hatte der Landkreis Ostprignitz-Ruppin im März 2013 in Linow bei Rheinsberg beschlagnahmen lassen, weil die Halterin gegen Bestimmungen des Tierschutzes verstoßen haben soll. Knapp 164 000 Euro hat die Aktion gekostet. Doch bis heute ist unklar, ob der Kreis das Geld jemals erstattet bekommt. Denn die Halterin wehrt sich vor Gericht.

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Eines der bei Linow beschlagnahmten Pferde.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Auch knapp drei Jahre nach der Beschlagnahme von 164 Pferden in Linow bei Rheinsberg ist weiterhin offen, ob der Landkreis die Kosten für die Aktion erstattet bekommt. Die Behörde, die im März 2013 wegen des Verdachts, dass der Tierschutz verletzt wurde, eingeschritten war, verlangt von der 54-jährigen Tierhalterin fast 164 000 Euro.

Doch zum einen befindet sich die Frau nach Kenntnis des Kreises in Privatinsolvenz, zum anderen wehrt sie sich weiter vor mehreren Gerichten gegen die Beschlagnahme der Tiere sowie gegen ein Strafurteil. Grund: Das Neuruppiner Amtsgericht hatte die Frau zu einer Geldstrafe von 550 Euro verurteilt, weil sie sich nach Ansicht des Gerichts um zwei ihrer mehr als 100 Pferde nicht richtig gekümmert hat. So hatte die Linowerin die krankhafte Verlängerung eines Hufes bei einem Hengst über mehrere Monate nicht behandeln lassen, obwohl der sogenannte Schnabelhuf den natürlichen Bewegungsdrang des Pferdes eingeschränkt hat. Der Hengst humpelte, sein linker Vorderhuf war wegen der Erkrankung doppelt so groß wie normal. Allein deswegen soll die Frau 300 Euro zahlen.

Auch diese Tiere waren beschlagnahmt worden

Auch diese Tiere waren beschlagnahmt worden.

Quelle: Andreas Vogel

Aber das Urteil, das bereits im November 2013 gesprochen wurde, ist bisher nicht rechtskräftig. Die Tierhalterin und ihr Anwalt hatten Berufung eingelegt. Diese Verhandlung vor dem Neuruppiner Landgericht steht bis heute aus. Nicht einmal einen Termin gibt es bisher. Grund: Für das Berufungsverfahren soll ein Gutachter klären, ob das Pferd unter dem Schnabelhuf wirklich gelitten hat. Das hatte die Verteidigung vehement bestritten und stets darauf verwiesen, dass der Hengst eines der ältesten Pferde in der Herde und deshalb vermutlich auch eines der ranghöchsten gewesen sei (die MAZ berichtete).

Anwalt der Halterin wartet auf ein Gutachten

„Der Sachverständige für das Gutachten wurde im Mai 2015 beauftragt“, sagt Jörg von Freimann, der Anwalt der Tierhalterin. Gleichwohl liege das Gutachten bisher nicht vor. Deshalb gibt es auch noch keinen Berufungstermin. Am Ausgang des Verfahrens vor dem Neuruppiner Landgericht will sich aber das Verwaltungsgericht orientieren. Es hat die Frage zu klären, ob das vom Landkreis ausgesprochene Pferdehaltungsverbot gegen die Linowerin überhaupt rechtens gewesen ist. Die Kreisverwaltung ist davon überzeugt. Sprecherin Britta Avantario verwies darauf, dass die Behörde ja schon die Eilverfahren gewonnen hat und dadurch die Beschlagnahme der 164 Pferde erst möglich wurde. Allerdings steht das Urteil im sogenannten Hauptsacheverfahren weiter aus. Bis dahin darf die Linowerin hoffen, dass das vom Landkreis erlassene Pferdehaltungsverbot falsch oder fehlerhaft gewesen ist.

Anwalt Jörg von Freimann rechnet allerdings nicht damit, dass der Fall in Kürze geklärt werden kann. Vielmehr vermutet der Verteidiger, dass es wohl noch mindestens bis zum Sommer dauern wird, bis es in den Verfahren Fortschritte gibt.

Von Andreas Vogel

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