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Neuruppin: Suche nach robusten Bienen

Fachmann hält Vortrag Neuruppin: Suche nach robusten Bienen

Seit 2014 forschen Wissenschaftler in ganz Europa im Rahmen des Projekts „Smartbees“, um varroafeste Bienen ausfindig zu machen. Kaspar Bienefeld erläuterte in einem Vortrag in der Neuruppiner Siechenhauskapelle, wie die Forscher die Verhaltensweisen und Bienenrassen untersuchen.

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Kaspar Bienefeld spricht über Bienenforschung.

Quelle: Cornelia Felsch

Neuruppin. Ursprünglich gab es in Europa zahlreiche Bienenrassen. Durch intensive Exporte von Carnicabienen und der italienischen Lingustica wurden einheimische Bienenrassen allerdings in vielen Ländern verdrängt und können mittlerweile als bedroht angesehen werden. „Heute weiß man, dass gerade einheimische Rassen ein wertvolles Gut sind“, sagt Kaspar Bienefeld, Leiter des Bieneninstituts Hohen Neuendorf.

„Wenn wir nichts machen, gibt es auf der ganzen Welt künftig nur noch Carnica und das kann nicht das Ziel sein“, sagte der Professor in seinem Vortrag zum internationalen Bienenprojekt „Smartbees“, den er vor 60 Imkern in der Neuruppiner Siechenhauskapelle hielt. Der Wissenschaftler koordiniert das EU-Projekt, an dem 16 Partner aus elf verschiedenen Ländern teilnehmen. In seinem Vortrag betont er, wie wichtig der Erhalt verschiedener Rassen ist – vor allem vor dem Hintergrund der Klimaveränderung und dem Auftreten neuer Krankheiten.

Aggressive Wespen

„Einheimische Bienen sind an herrschende Bedingungen oft besser angepasst“, sagt der Bienenexperte und berichtet über aggressive Wespen, die vor allem den Hybridbienen in Ägypten das Leben schwer machen und ganze Völker ausrotten. In Ägypten wurden schon 5000 Jahre vor unserer Zeitrechnung Bienen gehalten. Die Apis mellifera Lamarckii ist eine Urform aus der sich auch europäische Bienenrassen entwickelt haben. Heute ist sie nahezu ausgestorben und mit ihr die traditionellen Haltungsformen. Stattdessen wird die italienische Biene Lingustica und die Carnica in modernen Magazinbeuten gehalten.

Fleißige Bienen

Fleißige Bienen.

Quelle: Peter Geisler

Auch in Deutschland hält der überwiegende Teil der Imker Carnica-Bienen. Doch es gibt auch Bienenzüchter, die der Dunklen Biene wieder eine Chance geben wollen, was oftmals zu Konflikten in Imkerkreisen führt. Die dunkle europäische Biene ist eine natürlich entstandene Rasse, die ursprünglich im Norden Europas beheimatet war. Für Kaspar Bienefeld spielt die Zucht eine zentrale Rolle. „Bienenhaltung wie sie heute existiert, wäre ohne Zucht nicht möglich“, sagt der Wissenschaftler.

Der Honigertrag spielt nicht die Hauptrolle

Um die Vielfalt zu erhalten, untersuchen die Wissenschaftler jetzt das genetische Material verschiedener Rassen und erarbeiten Zuchtprogramme. „In vielen Ländern gibt es nämlich noch Restbienen. Wir wollen den Züchtern ein Werkzeug in die Hand geben, damit sie eine nachhaltige Imkerei betreiben können.“ Dabei spielt der Honigertrag allerdings nicht die Hauptrolle. Der Schwerpunkt der Zucht ist die Varroa-Toleranz, denn bereits seit den 70er Jahren macht die aus Asien stammende Varroa-Milbe den Imkern das Leben schwer. Da sich die Milbe in der verdeckelten Brut vermehrt, ist es für die Wissenschaftler besonders interessant, herauszufinden, welche Bienen selbst zur Tat schreiten und befallene Brut ausräumen.

Zu diesem Zweck beobachteten Mitarbeiter des Instituts 2000 Bienen. „Die Mitarbeiter, die viele Wochen am Monitor die Bienen beobachten, sind die wahren Helden“, sagt Kaspar Bienefeld. Bienen erkennen eine befallene Brut am Geruch. Untersuchungen zu diesem Thema wurden allerdings bisher vorwiegend mit Carnica- und Ligusticabienen durchgeführt. „Jetzt analysieren wir auch noch andere Rassen, wie die Apis cerana, die in Nepal vorkommt. Betätigungsfelder für die Bienenforschung gibt es genug, denn auch das Zusammenwirken zwischen Viren und Varroamilben ist ein spannendes Thema. „Die Kombination aus Varroa und Viren sind das Hauptproblem“, sagt Bienefeld. Noch bis zum Jahr 2018 wollen die Wissenschaftler die intensive Bienenforschung betreiben. „Wir hoffen auf interessante Ergebnisse“, sagt der Forscher. Dabei müssen wir natürlich auch schauen, wie es in 200 Jahren aussehen könnte.“ Vermutlich wird es deutlich wärmer werden und andere Viren werden auftreten. „Das Einfrieren von Samen und Embryonen ist dabei eine Möglichkeit, die Vielfalt zu erhalten.

Von Cornelia Felsch

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