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Neuruppin: Trompetenklänge für den Engel

Musikschüler geben Konzert Neuruppin: Trompetenklänge für den Engel

Einer Trompete schöne Klänge zu entlocken, ist gar nicht so einfach. Der neunjährige Maximilian spielt das anspruchsvolle Instrument inzwischen seit eineinhalb Jahren – am Sonnabend war auch bei Konzert in der in der Neuruppiner Musikschule zu hören.

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Maximilian wusste schon früh, dass er Trompeter werden will.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Trompete, unbedingt Trompete. Der neunjährige Maximilian wusste früh, welches Instrument er spielen will. „Als ich einmal eine Trompete gesehen habe, wollte ich sie unbedingt ausprobieren“, sagt er. „Sie sah so wunderschön aus.“

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Mit einem vorweihnachtlichen Konzert zeigten Schüler der Kreismusikschule Ostprignitz-Ruppin am Sonnabend vor dem zweiten Advent ihr Können. Beim anschließenden Tag der offenen Tür konnten sich ihre Eltern und Gäste, die ein Instrument lernen möchten, im Hause umschauen.

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Inzwischen lernt er seit eineinhalb Jahren, dem für ein Kind durchaus anspruchsvollen Instrument schöne Klänge zu entlocken. Beim Eröffnungskonzert zum Tag der offenen Tür der Musikschule am Sonnabend spielte der Fehrbelliner ein kleines Stück vor. Er ist aufgeregt und nicht jeder Ton sitzt perfekt. Doch sein Auftritt beeindruckt die etwa 160 Besucher im Saal. In der Weihnachtszeit sei Maximilians Instrument unerlässlich, hatte Schulleiter Harald Bölk zuvor in der Anmoderation gesagt: „Einer muss ja die Engel rufen.“

Etwa 900 Kinder und Jugendliche lernen derzeit an der Musikschule. Etwa 150 Kinder besuchen davon die Kurse der musikalischen Früherziehung – in Neuruppin, in Rheinsberg und in verschiedenen Kitas der Region. Etwa ebenso viele Kinder und Jugendliche nehmen Klavierstunden. Wie lange eine Familie auf einen Musikschulplatz warten muss, hängt stark vom jeweiligen Instrument ab. „Kontrabass können wir sofort anbieten“, sagt Bölk. Bei so beliebten Instrumenten wie Gitarre oder Klavier kann es jedoch mitunter ein wenig dauern, bis die passende Kurszeit zu haben ist.

Das richtige Instrument findet sich nur durch Ausprobieren. Nach dem Konzert am Sonnabend dürfen sich deshalb alle neuen Interessenten an die Instrumente setzen. Auch der fünfjährige Jasper ist von den Blasinstrumenten angetan. Er will alles ausprobieren, was Bölk in seinem Zimmer anzubieten hat – die Trompete, die Fanfare, den Gartenschlauch mit dem Trichter, selbst die Baumtrompete. Geduldig zeigt Bölk, wie man die Luft in das Mundstück bläst. Schon bei seinen ersten Anblasversuchen gelingt es Jasper, die Trompete zum Klingen zu bringen. Sichtlich stolz gibt es das Instrument zurück.

Ein älteres Mädchen tut sich schwerer. Sie muss so kichern, dass sie die Trompete kaum richtig ansetzen kann. Bölk gibt dennoch eine kleine Instrumentenkunde. „Die Ventile sind eine Erfindung des 19. Jahrhunderts“, erklärt er. „Sie verlängern den Ton.“

Das perfekte Einstiegsalter für das Erlernen eines Instruments ist unterschiedlich – abhängig vom jeweiligen Instrument, aber auch vom Kind selbst. „Früher hätte man gesagt, die Blechbläser fangen am besten mit zwölf, 13 Jahren an“, sagt Bölk. Inzwischen weiß er aus Erfahrung, dass sich Kinder in diesem Alter längst für ganz andere Sachen interessieren. Um jüngeren Kindern das Erlernen von Blechblasinstrumenten zu erleichtern, bietet die Musikschule deshalb auch Kinderinstrumente an. Schließlich muss ein Kind einem Instrument auch körperlich gewachsen sein. „Niemand kann mit fünf schon Tuba spielen“, sagt Bölk. „Da ist die Lunge dafür noch gar nicht da.“

Noch immer gelingt es der Musikschule, vergleichsweise viel Einzelunterricht anzubieten. „Wir sind sehr individuell“, sagt Bölk. Manche Schüler unterrichtet er von der ersten bis zur zwölften Klasse. Er begleitet ihre Entwicklung über einen langen Zeitraum. „Manchmal“, sagt Bölk mit einem Schmunzeln, „sehe ich die Kinder mehr als ihre Eltern.“

Die elfjährige Abeline, die am Sonnabend im Streichorchester mitspielte, lernte inzwischen seit dreieinhalb Jahren Geige. Ihre Eltern haben sie schon als ganz kleines Kind mit zu Opernbesuchen genommen oder mit ihren zu Hause Opern angehört. Die Rheinsbergerin war damals schon begeistert von der Musik. „Geige wollte ich eigentlich schon immer spielen“, sagt sie. „Der Klang ist so schön.“

Von Frauke Herweg

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