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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Überrascht vom eigenen Humor
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Überrascht vom eigenen Humor
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02:16 21.11.2015
Jochen Schmidt hat im Neuruppiner Museum Passagen aus seinem Roman „Schneckenmühle“ vorgetragen. Quelle: Luise Fröhlich
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Neuruppin

Jens merkt sich immer Sachen, die ihm nichts nützen. Außerdem leidet er unter Stimmlippenknötchen, kann nicht tanzen und hat eine hässliche Warze auf dem Handrücken. Ziemlich viele Gebrechen für einen 14-jährigen Jungen. Jens ist der Erzähler in Jochen Schmidts Roman „Schneckenmühle“, der im Sommer 1989 spielt. Vor einem Dutzend Zuhörer hat der Autor am Dienstagabend im Museum Neuruppin aus diesem Buch gelesen und musste dabei über seine eigenen Wortspiele lachen, als hätte er sie zum ersten Mal gehört.

Der Roman „Schneckenmühle“ ist bereits vor zwei Jahren erschienen. Das Museum Neuruppin hatte die Lesung in Kooperation mit der Fontane-Buchhandlung für das Rahmenprogramm der Ausstellung „Ferien mit Feliks“ organisiert, die noch bis zum 6. März läuft. Ähnlich wie der Roman wirft die Ausstellung einen Blick in das ehemalige zentrale Pionierferienlager der Stasi in Klausheide bei Alt Ruppin.

Macht viermal aufgebrühter schwarzer Tee high?

Dreh- und Angelpunkt in Schmidts Roman ist, wie der Titel verrät, das sächsische Ferienlager Schneckenmühle – ein beliebtes Ziel für Jugendliche in der DDR. Detailreich und lebhaft beschreibt Schmidt, wie Jens seine Ferien unter Gleichaltrigen erlebt und mit Dingen konfrontiert wird, die vor der Wende Alltag waren. Zum Beispiel das Gerücht, dass viermal aufgebrühter schwarzer Tee high macht.

Während Schmidt die markanten Dialoge im Berliner Dialekt vorliest, muss er selbst einige Male lachen. „Es ist schön, wenn man von seinen eigenen Witzen überrascht wird“, sagte er im Anschluss. Die Geschichte geht schnell voran. Jens nimmt sein Umfeld für sein Alter sehr bewusst wahr und stellt sich viele Fragen. So etwa, was Wundstarrkrampf eigentlich ist. „Eine Wunde, bei der man einfach nicht mehr weggucken kann“, mutmaßt er. So entstehen eigensinnige Geschichten im Kopf des Erzählers und auch des Lesers. Jens berichtet von den langen Wanderungen durch Wälder und vom Besuch beim Nachbarn in der Tschechoslowakei, wo es Sahne in Tuben und jede Menge Stullenpakete gibt. Er erzählt von Peggy, der einzigen Sächsin unter den Berlinern, die wegen ihres Dialekts gehänselt wird.

Eigene Erinnerungen und ganz viel Fantasie

Jochen Schmidt wurde 1970 in Ostberlin geboren und war selbst einmal in den Ferien in der „Schneckenmühle“. Die eigenen Erinnerungen hat er mit fremden kombiniert und die andere Hälfte dazu fantasiert. Es sei ein Balance-Akt gewesen, über das relativ idyllische Aufwachsen im Zusammenspiel mit der politischen Situation in der DDR zu schreiben, verrät Schmidt. „Ich wollte genau diesen Moment des Kindseins einfangen. Für Kinder sind solche Dinge viel enger an der eigenen Wahrnehmung und dadurch auch viel positiver.“ Diese kindliche Anschauung mit dem Ende der DDR zu verbinden, erschien ihm reizvoll.

Nicht nur in „Schneckenmühle“ hat Schmidt ein DDR-Thema aufgegriffen. Auch in seinen jüngeren Werken „Gebrauchsanweisung für Ostdeutschland“ und „Der Wächter von Pankow“ geht es um dieses Thema.

Von Luise Fröhlich

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