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Ostprignitz-Ruppin Schimmeliges Essen für Ruppiner Patienten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schimmeliges Essen für Ruppiner Patienten
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14:26 15.05.2014
In den Ruppiner Kliniken soll verschimmeltes Essen ausgeteilt worden sein. Quelle: Henry Mundt
Neuruppin

Die Köchin des Ruppiner Catering Service (RCS) wollte gerade die Eiersoße umrühren. Doch dann traute sie ihren Augen nicht. "Ist das Schimmel auf der Soße?" Sie rief mehrere Mitarbeiter zu sich. "Alle bestätigten, dass es sich um Schimmel handelt", sagt Petra Scholz, Betriebsratsvorsitzende des RCS. Also wurde der Küchenchef gerufen. Doch der war anderer Meinung: Er nahm einen Löffel, probierte die Soße, rührte sie danach kräftig um und ordnete an, die Eiersoße dennoch an die Patienten der Ruppiner Kliniken austeilen zu lassen. Denn der RCS ist eine Tochter des Neuruppiner Krankenhauses und kocht vor allem für die Patienten.

"Das Betriebsklima war noch nie so schlimm. Der Mann hat einfach keinen Draht zu Menschen. Er droht und schimpft nur", sagt eine langjährige RCS-Mitarbeiterin, die ihren Namen nicht nennen will. Sie befürchtet noch mehr Schikanen. Denn die Geschäftsführung hält an ihrem Küchenchef fest - trotz der vielen Beschwerden. So hatte sich im März ein Patient geweigert, einen Joghurt zu essen, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits abgelaufen war. "Der Küchenchef hat daraufhin angewiesen, Waren umzufüllen, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist", sagt Betriebsrätin Scholz. Damit sollten Patienten nicht mehr argwöhnisch werden und Speisen ablehnen. "Privat kann ich das machen, aber doch nicht in einem Schwerpunktkrankenhaus", empört sich Scholz. Die 48-Jährige, die erst seit Oktober 2013 Betriebsratsvorsitzende bei RCS ist, hat deshalb mehrfach mit Geschäftsführer Gunnar Pietzner gesprochen. "Er hat zu den Vorwürfen nichts gesagt", so Scholz. Pietzner habe aber mit dem Küchenchef sprechen wollen. Das Klima im Unternehmen habe sich seitdem jedoch kaum gebessert. Der Betriebsrat hat daraufhin seine Zustimmung für eine feste Anstellung des Küchenchefs verweigert.

Schimmel auf der Eiersoße bestreitet die Geschäftsführung

Die Geschäftsführung klagt deshalb vor dem Arbeitsgericht - und hat auch gute Chancen, dass das Gericht die notwendige Zustimmung anstelle des Betriebsrates erteilt. Denn verweigert werden könne die Zustimmung nach dem Betriebsverfassungsgesetz nur, wenn der Betroffene in der Vergangenheit Gesetze gebrochen habe, dies auch in Zukunft drohe und damit eine Störung des Betriebsfriedens zu erwarten ist, sagte am Mittwoch Richter Andreas Klempt.

Allerdings hat das Gericht nur die Vorwürfe des Betriebsrates geprüft, die dieser in seinem Widerspruchsschreiben an die Geschäftsführung benannt hat. Die Schikanen gegenüber den Mitarbeitern waren da nur angedeutet, und dass Schimmel auf der Eiersoße war, das wird vom Anwalt der Geschäftsführung bestritten.

 

Eine Tochter des Kreises

  • Der Ruppiner Catering Service (RCS) ist eine Tochter der Ruppiner Kliniken. Diese sind wiederum ein Tochterunternehmen der Pro-Klinik-Holding. Diese gehört dem Landkreis.
  • Mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt der RCS. Die Mitarbeiter kochen vor allem für die Patienten des Neuruppiner Krankenhauses. Dieses ist das größte im Nordwesten von Brandenburg.

Von Andreas Vogel

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