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Neuruppin: Verteidigung vermisst Akten

Irritationen im Drogenprozess Neuruppin: Verteidigung vermisst Akten

Werden der Verteidigung im Drogenprozess gegen Frank G., einst führendes Mitglied der Neuruppiner XY-Bande, Akten der Anklage vorenthalten? Das vermutet Verteidiger Ronald Brandes. Grund: Das Auto seines Mandanten wurde mit einem Sender ausgerüstet. Doch das geht aus den Unterlagen nicht hervor. Auch fehlt der Beschluss eines Richters zur Überwachung.

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Das Urteil in dem Prozess soll im Dezember gefällt werden.

Quelle: dpa

Neuruppin. Auch nach dem sechsten Verhandlungstag gegen Frank G., einst ein führendes Mitglied der Neuruppiner XY-Bande, und seinen vermeintlichen Komplizen Torsten S. ist offen, woher die 500 Gramm Kokain stammen, die am 12. März bei ihnen gefunden wurden. Vielmehr sorgten am Montag zwei Anträge von Ronald Brandes für Irritationen.

Der Verteidiger von Torsten S. (34) verwies darauf, dass laut eines Ermittlers, der Mitte Oktober gehört wurde, das Auto seines Mandanten verwanzt worden war. Brandes vermisste dazu sowohl den Beschluss eines Richters als auch die Unterlagen, was die Überwachung eigentlich erbracht hat. Brandes vermutete, dass die Verteidigung von der Staatsanwaltschaft längst nicht alle Ermittlungsakten erhalten hat. Der Verteidiger beantragte deshalb, das Verfahren so lange auszusetzen, bis den Anwälten alle Akten vorliegen. „Sonst ist kein faires Verfahren möglich.“ Zudem sollte sein Mandant aus der Haft entlassen werden. Denn eine Fluchtgefahr sei nicht erkennbar, so Brandes.

Einige Aufzeichnungen liegen dem Gericht nicht vor

Staatsanwalt Peter Graupner widersprach sofort. Weil die Überwachung nicht länger als 24 Stunden gedauert habe, sei kein Gerichtsbeschluss notwendig gewesen, so Graupner. Außerdem wisse er selbst nicht, ob die bei der Überwachung gesammelten Daten in einer Akte erfasst wurden. „Das sind technische Daten, die sicher beim Landeskriminalamt noch gespeichert und in Eberswalde einsehbar sind.“ Das könnte die Verteidigung gern tun. Richter Udo Lechtermann glaubte, sich verhört zu haben. „Wenn es Aufzeichnungen von der Überwachung gibt, die für das Verfahren relevant sind, dann müssen sie auch dem Gericht vorliegen.“ Das soll in den nächsten Tagen geschehen.

Den Anträgen zum Aussetzen des Verfahrens und der vorläufigen Freilassung von Torsten S. gab die Strafkammer aber nicht statt. Zum einen wird erst am 23. November weiter verhandelt. Bis dahin können sich auch die Verteidiger mit den nachgereichten Unterlagen beschäftigen. Zum anderen wird Torsten S. weiterhin verdächtigt, beim Besorgen und dem Verkauf des Kokains geholfen zu haben.

Neuruppiner meldet sich erstmals selbt zu Wort

Der Neuruppiner hat sich zwar am Montag erstmals selbst zu Wort gemeldet und beteuert, in Berlin in mehreren Apotheken lediglich Koffeintabletten besorgt zu haben, um damit das für den Verkauf bestimmte Kokain zu strecken. Allerdings waren Drogen nicht allein bei der Razzia in einem Berliner Hotelzimmer gefunden worden, das sich Torsten S. und Frank G. für den Deal gemietet hatten, sondern ebenfalls bei der Durchsuchung der Wohnung von Torsten S.: Die gut 50 Gramm befanden sich auf einem Teller, der im Backofen in seiner Küche stand, sagte ein Ermittler. Dazu wollte sich Torsten S. nicht äußern.

„Wir wollen schon wissen, wie das Kokain in das Hotel gekommen ist“, betonte Richter Lechtermann. Ob das gelingt, ist fraglich. Denn Frank G. hat bisher nur das zugegeben, was die Staatsanwaltschaft ohnehin schon wusste. Weitergehende Fragen ließ er unbeantwortet. Torsten S. ist noch schweigsamer. Gleichwohl soll nur noch ein Zeuge, ein weiterer Ermittler gehört und dann das Urteil gesprochen werden. Die Verteidigung hofft auf einen Freispruch: Demnach hat der Kronzeuge der Anklage Frank G. zum Drogendeal angestiftet, um in einem anderen Verfahren mit einer milderen Strafe davon zu kommen. Das sei rechtswidrig, so Marlen Block.

Von Andreas Vogel

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