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Ostprignitz-Ruppin Kriegsgräberfürsorge: Volksbund fordert Unterstützung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Kriegsgräberfürsorge: Volksbund fordert Unterstützung
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00:23 17.09.2018
Oliver Breithaupt, Geschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Quelle: Andreas Vogel
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Neuruppin

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge setzt darauf, dass sich in Ostprignitz-Ruppin demnächst ein Kreisverband gründet. Immerhin gehöre Ostprignitz-Ruppin neben Prignitz und Oberhavel zu den drei weißen Flecken in Brandenburg, in denen es noch keinen Kreisverband gibt, sagte Oliver Breithaupt, der Geschäftsführer des Landesverbandes, am Mittwoch in Neuruppin.

Erinnerung an 2,8 Millionen deutsche Kriegstote

Der Volksbund, der im nächsten Jahr sein hundertstes Bestehen feiert, ist für die Kriegsgräber im Ausland zuständig und erhält dafür eine finanzielle Unterstützung vom Bund. Jedoch finanziere sich der Volksbund zu 70 Prozent selbst, beispielsweise durch die alljährlichen Spendensammlungen, so Oliver Breithaupt. Demnach gibt es derzeit 837 Begräbnis- und Gedenkstätten in 45 Ländern, die an rund 2,8 Millionen deutsche Kriegstote erinnern und die der Volksbund pflegt.

Zudem fühlt sich der Volksbund verpflichtet, im Inland zu beraten, wenn es um die Erinnerung an Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft geht sowie an die Mahnung für Frieden und Völkerverständigung gehe, sagte Breithaupt.

Im Kontakt mit der russischen Botschaft

Ostprignitz-Ruppin kommt bislang ohne einen Kreisverband des Volksbundes aus. Dabei gibt es aktuell Gräber von 3854 bekannten und unbekannten Kriegstoten. Dabei handelt es sich sowohl um Soldaten, als auch um Zivilisten und Kriegsgefangene, die etwa bei den Todesmärschen im Ruppiner Land umgekommen sind.

Die meisten Toten haben ihre letzte Ruhestätte auf kirchlichen oder kommunalen Friedhöfen gefunden, sagte Christian Wagner. Der Mitarbeiter des kreislichen Ordnungsamtes kümmert sich nicht allein um das Gewerbe- sowie das Handwerksrecht, sondern ebenfalls um „Kriegsgräberangelegenheiten“.

So muss beispielsweise stets die russische Botschaft in Berlin beteiligt werden, wenn es um das Umbetten von russischen Kriegstoten oder das Umgestalten ihrer Grabstätten geht. Meist pflegen Privatpersonen diese Gräber.

Ein Team aus den USA in Rheinsberg

Mitunter werden immer noch Überreste von Opfern gefunden, etwa bei Straßenbauarbeiten oder beim Pilzesammeln im Wald wie jüngst bei Zechlinerhütte. Ob die dort gefundenen Knochen von Kriegstoten stammen oder noch älter sind, das ist derzeit unklar.

Rheinsberg hatte Anfang Juni Besuch von Mitarbeitern des US-Verteidigungsministeriums. Das Team suchte nach Hinweisen von acht Opfern, die seit dem Absturz eines US-Bombers im Dezember 1944 bei Großzerlang vermisst werden. Der Pilot hatte überlebt. Die Überreste zweier Insassen waren nach dem Krieg gefunden worden. Offen ist aber, was mit den anderen acht bis heute vermissten Soldaten passiert ist. Die Historiker fanden die Absturzstelle aber keine Hinweise auf die acht Vermissten.

Von Andreas Vogel

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