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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Vom Sterben und vom Weiterleben
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Vom Sterben und vom Weiterleben
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00:28 23.09.2015
„Männer trauern anders“: Martin Kreuels spricht über den Tod seiner Frau und die Zeit der Trauer. Quelle: Regine Buddeke
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Neuruppin

„Immer am 18. bei uns!“ ist das Oberthema der Lesereihe, zu der die Neuruppiner Fontanebuchhandlung allmonatlich Autoren einlädt. Einmal im Jahr geschieht dies in Kooperation mit dem Hospiz. „Das Thema Tod wird in unserer Gesellschaft stiefmütterlich behandelt“, sagt Katja Wendt, Koordinatorin im ambulanten Hospizdienst. „Wir möchten den Gedanken an das Sterben gern aus der Tabuzone holen.“ Der Weg in die Buchhandlung sei für die Menschen oftmals ein einfacherer Schritt. Mehr als 30 Zuhörer haben sich denn auch am Freitagabend dem schwierigen Thema gestellt – und lange diskutiert.

Eigentlich sollte es eine Doppellesung werden. Doch Autorin Andrea Tretner musste wegen eines akuten Grippeanfalls ihre Teilnahme absagen. Martin Kreuels, der die Autorin und ihr Werk kennt, stemmt den Abend allein. Ihm liegt das Thema „Männer trauern anders“ am Herzen. In seinem eigenen Buch „17 Jahre wir – Heike ist gegangen“ geht es um seinen Weg, den Tod seiner Frau Heike zu verarbeiten. Er liest über das Kennenlernen, die Liebe auf den ersten Blick – er wusste sofort, als er Heike sah: „Mit der will ich alt werden.“ Dann folgen Ehe, Kinder, Fehlgeburten. Und die Krebsdiagnose. Er liest über die letzten Stunden, den Tod. Und über die Zeit danach. Das war vor sechs Jahren. Kreuels hat sein Leben geordnet. Die Stimme bleibt ihm nicht mehr weg beim Lesen. Dennoch bleiben die Fragen. Wie es ist, wenn der Partner stirbt? Wie man damit fertig wird? „Man wird nicht fertig“, sagt er. Man finde Wege, damit zu leben. Der Schmerz bleibt. Seine vier Kinder hat er allein großgekriegt – mit Hilfe natürlich. „Bin ich ein Weichei, weil ich meine Angst aufschreibe und ins Bücherregal stelle?“ Ihm hat das Schreiben geholfen. Martin Kreuels, Doktor der Biologie, hat sich befreit, in dem er Post-Mortem-Fotos machte und Foto-Seminare gab. Und dabei Annett traf. Mit seinen Kindern habe er jahrelang an einem „funktionierenden Auto für den Weg durchs Leben“ gebastelt. Der Traum sei, dass es irgendwann fertig werde, vielleicht sogar mit jemandem auf dem Beifahrersitz – und einem Lächeln.

Dass der Gesprächsbedarf groß ist, zeigt sich in der anschließenden Fragerunde. Kreuels wird bombardiert mit eigenen Erlebnissen der Zuhörer, Fragen, nachträglichen Lösungsansätzen und sogar heftigen Vorwürfen. „Aus meiner Sicht haben Sie viel Worte über Heike gemacht, aber Krankheit und Tod haben Sie nicht thematisiert“, sagt eine Frau. Martin Kreuels lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, antwortet freundlich und gelassen, schildert seine Sicht. Denn immerhin hat jeder seine eigene Art, damit umzugehen, das spürt man in jeder Wortmeldung. Und jedes Schicksal ist anders. Männern falle das Reden darüber oftmals schwerer, so Kreuels Erfahrung.

Andrea Tretner, deren Lesung ausfiel, hat ihre Erfahrung reflektiert, indem sie sich Experten als Co-Autoren ins Boot holte – ob Psychologe, Philosoph oder Arzt. Und auch Kreuels musste ihren umfangreichen Fragebogen beantworten, so habe er sie überhaupt erst kennengelernt.

Von Regine Buddeke

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