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Neuruppin: Warten auf eine Untersuchung

Mängel im Gesundheitssystem Neuruppin: Warten auf eine Untersuchung

Viele Patienten aus Neuruppin und der Umgebung müssen auch im nächsten Jahr mehrere Wochen warten, bis sie einen Termin für eine MRT-Untersuchung in den Ruppiner Kliniken erhalten. Zwar soll die vom Bund vor gut 20 Jahren beschlossene Bedarfsplanung nun geändert werden, doch bis es so weit ist, dauert es mindestens noch ein Jahr.

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Fertig machen für die Untersuchung in der Röhre.

Quelle: DPA

Neuruppin. Es bleibt dabei: Viele Patienten aus Neuruppin und dem Umland werden auch im nächsten Jahr mehrere Wochen warten müssen, bis sie einen Termin für eine MRT-Untersuchung in den Ruppiner Kliniken erhalten. „Wir haben gedeckelte Budgets für derartige Untersuchungen“, sagte am Montag Christian Wehry, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Brandenburg. Demnach hat die Region Prignitz-Oberhavel, zu der auch Ostprignitz-Ruppin gehört, schon jetzt bei der Radiologie einen Versorgungsgrad von 146 Prozent. „Wir müssen auch ein Stück weit auf die Wirtschaftlichkeit achten.“ Soll heißen: Die ohnehin hohen Kosten des Gesundheitssystems sollen nicht noch weiter explodieren.

Immerhin kostet so eine MRT-Untersuchung in der von vielen nur Röhre genannten Anlage, in der Struktur und Funktion von Gewebe und Organen der Patienten genauestens unter die Lupe genommen und inzwischen sogar dreidimensional dargestellt werden können, schnell mal eine vierstellige Summe – und der Magnetresonanztomograf (MRT) an sich sogar mehr als eine Million Euro.

Bedarfsplanung steht seit Langem in der Kritik

Allerdings steht die medizinische Bedarfsplanung mit ihren festgelegten Versorgungsgraden seit Langem in der Kritik. Nicht allein, weil die Planung schon fast 20 Jahre alt ist und der damalige Gesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) damit einer befürchteten Arztschwemme begegnen wollte. Doch zum einen blieb die Arztschwemme aus, zum anderen hat die Bedarfsplanung seinerzeit weder die Sterblichkeitsrate noch die Sozialstruktur in den einzelnen Regionen berücksichtigt. Auch der medizinische Fortschritt blieb weitgehend außen vor. „An den Zahlen von damals hat sich nicht viel geändert“, sagte Wehry. Die Kassenärztliche Vereinigung setzt deshalb einige Hoffnung auf das sogenannte Versorgungsstärkungsgesetz, das der Bundestag im Sommer verabschiedet hat. Denn mit dem Gesetz soll bis Ende nächsten Jahres auch eine bessere Systematik geschaffen werden, damit die niedergelassenen Ärzte und die Krankenhäuser eine gut erreichbare medizinische Versorgung der Patienten auf hohem Niveau sicher stellen können. Allerdings bedeutet die neue Systematik nicht, dass ab 2017 die wochenlangen Wartezeiten auf eine MRT-Untersuchung entfallen und Patienten sofort in der Röhre genau unter die Lupe genommen werden können. „Wenn es sich lediglich um einen Sicherheitscheck handelt und um keinen akuten Fall, muss der Patient damit leben, auch mal ein paar Wochen warten zu müssen“, sagte Wehry.

Terminservice-Stellen bis zum 23. Januar

Mit dem Thema Wartezeiten für Patienten muss sich die Kassenärztliche Vereinigung auch noch aus einem anderen Grund beschäftigen. Denn bis zum 23. Januar muss jede KV eine sogenannte Terminservicestelle einrichten. Diese Servicestelle soll gesetzlich Versicherten, die eine Überweisung von ihrem Hausarzt haben, innerhalb von vier Wochen einen Behandlungstermin bei einem Facharzt vermitteln. Auch das steht in dem im Sommer beschlossenen Versorgungsverstärkungsgesetz. Doch ob Patienten im nächsten Jahr tatsächlich innerhalb von vier Wochen einen Termin bei einem Facharzt bekommen werden, das ist fraglich. „Dafür brauchen wir eigentlich mehr Ärzte“, sagte Christian Wehry. Auch deshalb ist die Kassenärztliche Vereinigung froh, dass es mit der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) endlich auch in der Mark eine akademische Medizinausbildung gibt. „Es ist extrem wichtig, eine akademische Anlaufstation zu haben“, so Wehry. Denn diese wird von vielen Krankenhäusern unterstützt – was die Kliniken wiederum interessant macht für Studenten aus Berlin oder Hamburg, die nach dem Studium ihre Facharztausbildung absolvieren wollen.

Von Andreas Vogel

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