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Neuruppin: Weiter Ärger mit gelben Tonnen

Wohnungsgesellschaft reagiert Neuruppin: Weiter Ärger mit gelben Tonnen

Weil sich noch immer nicht bei allen Mietern rumgesprochen hat, dass nur Verpackungen in die gelben Abfallbehälter gehören, lässt die Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft jetzt die gelben Container an vier Standorten im Neubaugebiet einziehen. Sie werden durch graue Container für Restmüll ersetzt. Der Unterschied: Die Abfuhr der grauen Behälter ist kostenpflichtig.

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Selbst neben gelben Tonnen wird Müll abgestellt, der in den Container für Restmüll gehört.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Nicht nur Bewohner des Neuruppiner Lindenzentrums müssen vorerst auf die gelben Container verzichten, in denen Verpackungen entsorgt werden können. Auch die Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft (NWG) hat begonnen, an vier Standorten im Neubaugebiet der Fontane­stadt die gelben, 1100 Liter fassenden Behälter einzuziehen.

Babywindeln, Pizzen und Zigarettenkippen in der Tonne

„Wir sind noch dabei, die Briefe an die Mieter zu verschicken“, sagte NWG-Chef Robert Liefke am Freitag. Denn betroffen sind mehrere hundert Mieter. Weil einige von ihnen die gelben Container nutzen, um dort auch ihren Hausmüll zu entsorgen, werden diese nun für vorerst drei Monate eingezogen und durch graue Restmüllcontainer ersetzt. Der Unterschied: Im Gegensatz zu den gelben Containern ist das Entsorgen der grauen Behältnisse kostenpflichtig. Das scheint sich noch immer nicht bei allen rumgesprochen zu haben. „Da finden sich Babywindeln, halbe Pizzen und Zigarettenkippen in den gelben Tonnen“, sagte Liefke. Schon mehrfach musste die NWG deshalb gelbe Container kostenpflichtig als Restmüll entsorgen lassen. Das ist auch eine logistische Herausforderung: Denn für die gelben Tonnen ist die Awu-Tochter Awu-Logistik zuständig, für die grauen Restmüllbehälter jedoch die Awu. Die Abfuhr zusätzlicher Abfallbehälter muss die Awu jedoch erst in ihren eng gestrickten Tourenplan eintakten. In der Praxis bedeutet das, dass die vermüllten gelben Tonnen länger als sonst stehen, bevor sie entsorgt werden. Das sorgt nicht nur regelmäßig für sogenannten Flugmüll, der das Straßenbild schmälert, sondern zieht ebenfalls Ungeziefer an.

Trotz sinkender Einwohnerzahlen steigt das Müllaufkommen

Zwar hat die NWG schon in den vergangenen Monaten die Kosten für das Entsorgen der gelben Container als Restmüll auf die Betriebskosten der Mieter umgelegt. Gleichwohl hat sich nichts geändert. Denn trotz sinkender Einwohnerzahlen gibt es ein steigendes Müllaufkommen im Landkreis. Das hatte die Awu bereits im vergangenen Jahr festgestellt und schärfere Kontrollen angekündigt. Denn während im Landesdurchschnitt gerade mal knapp 30 Kilo Abfall je Einwohner und Jahr in dem gelben Behältnis landen, sind es in Ostprignitz-Ruppin 55 Kilo je Einwohner und Jahr. Dieser Spitzenwert rührt nicht etwa von einem besonders bewussten Entsorgen des Abfalls. Vielmehr kippen viele Leute in die gelbe Tonne auch den Müll, der in die grauen Abfallbehälter gehört (die MAZ berichtete).

Nach drei Monaten neuer Versuch mit gelben Tonnen

Nach den drei Monaten will die NWG einen neuen Versuch mit den gelben Containern im Neubaugebiet wagen – in der Hoffnung, dass dann nur Verpackungsmüll darin landet. Bis dahin werden die Mieter auch ihre Betriebskostenrechnungen erhalten haben sowie einen Flyer. Auf diesem steht noch einmal genau, welcher Müll in welchen Abfallcontainer gehört.

Von Andreas Vogel

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