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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Winter ist der Feind der Bahn
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: Winter ist der Feind der Bahn
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02:16 09.01.2016
Die Awu kümmert sich mit zehn Mitarbeitern um den Winterdienst für Firmen und private Kunden, etwa in Neuruppin und Fehrbellin. Quelle: Foto: Reyk Grunow
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Neuruppin

Von Winterchaos will Polizeisprecher Toralf Reinhardt noch nicht sprechen. Zwei Zentimeter Schnee sollten eigentlich nicht kein Grund sein, in Panik zu verfallen. Und doch haben viele Autofahrer große Probleme, sich auf das Winterwetter einzustellen.

Auf der A 24 krachte es nach dem ersten Schnee am Dienstag zwischen Neuruppin und Kremmen von 20 Uhr bis Mitternacht viermal. Alle vier Autofahrer kamen mit ihrem Wagen ins Schleudern, landeten an der Leitplanke oder neben der Autobahn und mussten am Ende abgeschleppt werden. Richtig rund ging es dann am Mittwochmorgen. Um 4 Uhr am Morgen rutschte ein Berliner mit seinem Wagen bei Kremmen von der Autobahn und landete im Straßengraben. Bis 13 Uhr zählte die Polizei allein auf der A 24 weitere acht Unfälle, teilweise im Fünf-Minuten-Takt. Zwischen Kremmen und Fehrbellin hat am Vormittag sogar ein Sattelzug die Leitplanke gerammt. Der Laster drückte die Leitplanke so weit in den Gegenverkehr, dass auch dort mehrere vorbeifahrende Autos beschädigt wurden.

In Sieversdorf durchbrach ein Auto einen Zaun

„Aber eigentlich sind wir hier noch glimpflich davongekommen“, sagt Polizeisprecher Reinhardt. In anderen Teilen Brandenburgs brachten Frost und Schnee sehr viel mehr Probleme. „Bei uns haben sich fast alle Unfälle auf den Autobahnen ereignet“, sagt Toralf Reinhardt: „Die anderen Straßen waren fast nicht betroffen.“ Lediglich in Sieversdorf bei Kyritz hat am Mittwochmorgen ein 83 Jahre alter Autofahrer die Kontrolle über seinen Wagen verloren und einen Zaun durchbrochen. Der Mann wurde leicht verletzt. Ob das ein Glätteunfall war, konnte die Polizei am Mittwoch aber noch nicht sagen.

In und um Neuruppin schien der Winterdienst alles weitgehend im Griff zu haben. „Wir sind am Dienstag um 16 Uhr zum ersten Mal ausgerückt“, sagt Neuruppins Bauhofleiterin Simone Deter. Nach vier Stunden hatten die Männer und Frauen vom Stadtbauhof die wichtigsten Straßen in Neuruppin und den Ortsteilen geräumt. Morgens um vier rückten sie dann noch einmal für eine Vierstundenschicht aus, um neun ein drittes Mal. Danach war erst einmal Pause.

Der Busbetrieb ORP hatte mit dem bisschen Schnee noch keine großen Probleme. „Wir mussten unsere Geschwindigkeit natürlich anpassen“, sagt Henri Kmoschek, der Chef der OPR-Niederlassung in Neuruppin. Heißt: Manche Busse kamen einige Minuten später, weil sie langsamer fahren mussten. Aber so schlimm wie bei der Bahn war es nicht.

Züge haben seit dem ersten Frost Verspätung

Auf der Strecke des Prignitz-Expresses läuft schon seit Tagen nichts mehr rund. Seit dem ersten Frost haben etliche Züge des RE 6 Verspätung, oft 20 Minuten oder mehr. „Es gibt erhebliche Probleme mit Fahrzeugen“, bestätigte Bahnsprecher Burkhard Ahlert. Bei Zügen, die in Hennigsdorf abgestellt werden, fielen Heizungen und Sicherungen aus. Selbst kleine Pannen an Triebwagen sorgen dafür, dass sich viele Züge auf der eingleisigen Strecke verspäten. Besonders ärgerlich: Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember haben Fahrgäste in Hennigsdorf oft so wenig Zeit zum Umsteigen, das sie regelmäßig ihren Anschlusszug verpassen.

Am Mittwoch gab es noch weitere Probleme: In Kremmen blieb ein Triebwagen mit kaputten Bremsen liegen. Und in Berlin-Charlottenburg gab es Ärger mit Weichen, der für Verzögerungen bis zum Bahnhof Spandau und damit auch beim RE 6 sorgte. Gegen Mittag hatte der Prignitz-Express schon eine halbe Stunde Verspätung, Tendenz zunehmend.

Hoffnung für Bahnkunden: Ab nächstem Dezember sollen auf der Strecke des Prignitz-Expresses neue, moderne Züge fahren, die weniger fehleranfällig sind als die 15 Jahren alten Dieseltriebwagen. Einziger Wermutstropfen: Andernorts sind die neuen Züge jetzt schon im Einsatz. In Niedersachsen soll ein privates Bahnunternehmen inzwischen Wolldecken an seine Kunden verteilen, weil es in den modernen Zügen oft empfindlich kalt wird.

Von Reyk Grunow

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