Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Neuruppin: Zoff um Zuschuss für Mittendrin

Fontanestadt fördert Jugendprojekt Neuruppin: Zoff um Zuschuss für Mittendrin

Eine hitzige Debatte hat es über den städtischen Zuschuss von 17 000 Euro für das Jugendwohnprojekt Mittendrin im nächsten Jahr gegeben. Die CDU wollte den Beschluss vertagen, weil der Etat für 2016 noch nicht vorliegt. Daraufhin warf die Linke den Christdemokraten Unehrlichkeit vor. Denn die Abgeordneten haben anderen Ausgaben für 2016 schon zugestimmt.

Voriger Artikel
Waldpädagogik für Kinder wird immer beliebter
Nächster Artikel
Vorzeigekita im ausgezeichneten Objekt

Ein offenes Haus: Das Mittendrin präsentiert sich regelmäßig.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Das Jugendwohnprojekt Mittendrin in Neuruppin erhält im nächsten Jahr einen Zuschuss von 17 000 Euro von der Stadt. Dafür hat sich nach einer teils hitzigen Debatte eine deutliche Mehrheit der Stadtverordneten ausgesprochen.

Grund für die Diskussion waren Bedenken aus der CDU/FDP-Fraktion. Denn der Haushaltsplan für das nächste Jahr steht noch gar nicht. „Wir binden uns mit dem Beschluss, obwohl die Zuschüsse für die Jugendarbeit in den vergangenen Jahren gekürzt wurden“, sagte Michael Gayck (CDU). Ronny Kretschmer (Linke) zeigte sich über den Einspruch verwundert. Habe doch auch die CDU vor ein paar Wochen kein Problem damit gehabt, vorzeitig Geld für die Wirtschaftsfördergesellschaft Inkom, für die Fontanegesellschaft und für Sanierungsprojekte in Alt Ruppin freizugeben. Kretschmer vermutete deshalb, dass die CDU dem Mittendrin aus anderen Gründen den Zuschuss nicht gönne und zu „feige“ sei, diese zu nennen. Das wies Gayck empört zurück. „Sie unterstellen mir etwas, was nicht stimmt.“ Gayck beantragte, den Beschluss über den Zuschuss fürs Mittendrin zurückzustellen – dafür stimmten allerdings nur vier Abgeordnete, zwei enthielten sich der Stimme, die Mehrheit lehnte das Ansinnen ab.

Abgeordnete loben die Arbeit des Vereins

Bedenken hatte ebenfalls An­dreas Dziamski (Pro Ruppin). Er lobte zwar, dass das Mittendrin „eine wertvolle Arbeit“ leiste, monierte aber den monatlichen Eigenanteil von 200 Euro. Das sei bei diesem „Riesenprojekt“ einfach zu wenig. Mehr sei nicht möglich, widersprach Oliver Leonhardt vom Mittendrin. Er verwies darauf, dass die Macher 400 000 Euro in die Hand genommen hätten, um den alten Bahnhof zu kaufen und zum neuen Domizil des Mittendrins umzubauen. Denn der Vertrag für das Gebäude in der Schinkelstraße endet in ein paar Monaten. Während in dem alten Gebäude vier Jugendliche wohnen können, die Probleme mit ihren Eltern haben, gebe es im Bahnhof Platz für 13 Jugendliche, die sonst obdachlos wären. In dem neuen Gebäude wohnt zudem bereits eine Flüchtlingsfamilie aus Syrien. Mehr Einnahmen sind laut Leonhardt dennoch kaum möglich. „Wir richten uns bewusst an Jugendliche, die aus sozial schwachen Familien kommen.“ Zudem habe das Mittendrin keinen höheren Zuschuss als in den Vorjahren beantragt. Vielmehr liegt dieser bisher bei 17 500 Euro. „Wir wollen niemanden etwas wegnehmen“, beteuerte Leonhardt.

„Wir sollten für Planungssicherheit für dieses gute Projekt sorgen“, forderte Hannelore Gußmann (SPD). „Neuruppin sollte stolz sein, so ein Jugendprojekt wie das Mittendrin zu haben“, stimmte Siegfried Pieper (SPD) zu. Ein so langjähriges Engagement sei in Städten von der Größe Neuruppins selten. Indes bedauerte Andreas Haake (Bündnisgrüne), dass nur selten „vorausschauend“ in die Jugendarbeit investiert werden könne. Dabei habe die Politik die Verantwortung, Jugendarbeit angemessen zu unterstützen – und das ordnungsgemäße Verwenden des Geldes auch zu kontrollieren.

Von Andreas Vogel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg