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Neuruppin beurlaubt seinen Museumschef

Ungewöhnliche Personalie Neuruppin beurlaubt seinen Museumschef

Das Neuruppiner Rathaus hat den langjährigen Chef des Museums, Hansjörg Albrecht (48), beurlaubt. Zu den Gründen hüllt sich die Behörde in Schweigen. Bekannt ist, dass es seit Monaten Zeit Kritik an der Dauerausstellung zur Stadtgeschichte gegeben hat. Das Rathaus hatte deshalb Gespräche zwischen den Kritikern und Albrecht vermittelt. Erfolglos.

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Hansjörg Albrecht (r.) begrüßte im November Staatsministerin Monika Grütters im Neuruppiner Museum.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Das Neuruppiner Rathaus hat Museumschef Hansjörg Albrecht (48) beurlaubt. Stadtsprecherin Michaela Ott wollte am Mittwoch zwar weder etwas zu den Gründen für diesen Schritt sagen, noch dazu, ob die Stadt bereits einen Nachfolger für Albrecht sucht. Doch gibt es bekanntlich seit Monaten Kritik an Albrechts Ausrichtung des Museums: Langjährige Neuruppiner Heimatforscher monieren, dass das für mehr als sechs Millionen Euro sanierte und erweiterte Museum seit seiner Wiedereröffnung im Januar 2015 in seiner Dauerausstellung zur Stadtgeschichte keine historischen Zusammenhänge mehr darstelle und stattdessen effekthascherisch eine „Raritätensammlung“ präsentiere, ohne damit etwas zu erklären. Zudem würden Besucher kaum etwas von dem großen Sohn der Stadt Theodor Fontane und der Kaufmannsfamilie Gentz erfahren, die den Tempelgarten ab 1853 wieder herrichten ließ und für die Öffentlichkeit zugänglich machte. Wegen des Streits hatte das Rathaus mehrere Gesprächsrunden zwischen dem Museum und den Heimatforschern vermittelt. Ende Oktober hatte der Stammtisch Ruppiner Geschichte jedoch weitere Teilnahmen abgesagt. Grund: Albrecht hatte die moderne Ausrichtung der Ausstellung verteidigt und kaum ein Einlenken gezeigt. Der Historiker verwies darauf, dass das Museum auch Menschen erreichen wolle, die sonst nicht in ein Museum gehen. Das scheint zumindest in den ersten Monaten geglückt zu sein. Laut Albrecht zählte das Museum doppelt so viele Besucher wie vor dem Umbau.

Albrecht, der aus Leutkirch im Allgäu stammt, Volkskunde, neuere deutsche Literaturgeschichte sowie Kunstgeschichte in Freiburg studiert hat und mehr als zehn Jahre das Museum leitete, war am Mittwoch nicht zu erreichen. Die Leitung des Museums liegt vorerst in den Händen seiner bisherigen Stellvertreterin Carola Zimmermann. Die Kunsthistorikerin arbeitet seit drei Jahren in Neuruppin. Eine der größten Herausforderungen für das Museum ist die große Leitausstellung zum Fontanejahr 2019, das landesweit begangen wird.

Von Andreas Vogel

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