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Neuruppin droht Neonazi-Großaufmarsch

Veranstalter der Montagsdemo rufen zu Protest auf Neuruppin droht Neonazi-Großaufmarsch

Anfang Juni wollen in Neuruppin Neonazis aus ganz Deutschland demonstrieren. In der Fontanestadt regt sich bereits jetzt breiter Protest gegen die Neonazi-Demo. Bis zum Juni soll regelmäßig gegen den Aufmarsch demonstriert werden.

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Ozo Ozma (l.) sang als Zeichen des Protest gegen die Neonazi-Demo.

Quelle: Vogel

Neuruppin. Spontaner Applaus brandet auf, als Pascal Rohrmoser dazu aufruft, sich gegen den geplanten Neonazi-Aufmarsch am 6. Juni in Neuruppin zu engagieren. Neonazis aus ganz Deutschland in Neuruppin ‒ "das wollen wir so nicht haben", sagt der Schülersprecher des Neuruppiner Oberstufenzentrums. Etwa 500 Teilnehmer werden beim sogenannten Tag der deutschen Zukunft in der Fontanestadt erwartet. Auch deshalb hatten Schüler des Oberstufenzentrums am Montagabend zur nächsten Demo für Vielfalt und Toleranz aufgerufen. "In unserer Stadt leben Menschen vieler Nationen", sagte Rohrmoser. Allein am Oberstufenzentrum würden Schüler aus 13 Nationen lernen.

Regelmäßige Montagsdemos

Etwa 200 Menschen waren dem Aufruf auf den Neuruppiner Schulplatz gefolgt. Weniger als die Organisatoren erhofft hatten. Im Regen verfolgten die Demoteilnehmer ein Bühnenprogramm, das die Schüler organisiert hatten. Wie schon bei der ersten Montagsdemo im Januar sang der 17-jährige Ozo Ozma ein Lied. Der Fontane-Schüler, der mit seiner Familie aus dem Bürgerkriegsland Syrien nach Deutschland geflüchtet ist, hatte sich John Lennons "Imagine" ausgesucht ‒ "vor zwei Wochen", sagte der Leiter der Musik-AG Wolfgang Freese. In kürzester Zeit hatten die beiden eine Bühnenversion des Liedes eingeprobt.

Bis zum Juni soll es jeweils einmal monatlich weitere Montagsdemos geben. Die Fontane-Oberschule und die Wirtschaftsjunionren sind als weitere Organisatoren im Gespräch. "Neuruppin zeigt Kante", sagte Landrat Ralf Reinhardt (parteilos). Der Landkreis versuche weiter, Flüchtlinge in würdigen Verhältnissen unterzubringen. Allerdings gebe es weiter Alltagsprobleme ‒ gerade an den Schulen, die Flüchtlingskinder trotz fehlender Deutschkenntnisse integrieren und unterrichten müssten.

Brandenburgs größte Neonazi-Demo

Schon im Frühjahr vergangenen Jahres hatte ein der Polizei bekannter Rechtsextremer den Großaufmarsch zum sogenannten Tag der deutschen Zukunft angemeldet. Nachdem 2005 und 2006 bis zu 1000 Neonazis am Soldatenfriedhof in Halbe aufmarschiert waren, droht Brandenburgs größter Neonazi-Aufmarsch seit Jahren in Neuruppin stattzufinden. Längst laufen die Planungen zu Gegenveranstaltungen. "Wir alle nehmen das Thema außerordentlich ernst", sagte der Sprecher des Aktionsbündnisses "Neuruppin bleibt bunt", Martin Osinski. Zwei größere Gesprächsrunden mit etwa 50 Teilnehmern aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft gab es bereits. Für diese Woche ist ein weiteres Gespräch geplant. "Wir werden versuchen, den Neuruppiner Stadtplan mit Veranstaltungen zu besetzen", sagt Osinski.

Von Frauke Herweg

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