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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin ehrt Eva Strittmatter
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin ehrt Eva Strittmatter
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00:18 17.02.2016
Der A-cappella-Chor lud zur Strittmatter-Matinee. Quelle: Cornelia Felsch
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Neuruppin

Sie zählte zu den meistgelesenen Lyrikerinnen der DDR. Am 3. Januar 2011 – vor fünf Jahren – starb die Schriftstellerin kurz vor ihrem 81. Geburtstag in Berlin. Aus diesem Anlass erinnerte der Neuruppiner A-cappella-Chor am Sonntag mit einer Matinee an die Lyrikerin. Etwa 100 Gäste – unter ihnen auch Neuruppins Bürgermeister, Jens-Peter Golde – kamen in den Festsaal der Ruppiner Kliniken, um noch einmal Texte der gebürtigen Neuruppinerin zu hören.

Der Chor unter der Leitung von Hans-Peter Schurz eröffnete das Festprogramm mit einer Vertonung des Gedichts „Rotdorn meiner Kinderjahre“, das sie den Straßenbäumen ihrer Heimatstadt widmete. Dass Eva Strittmatters Texte von so vielen Menschen gelesen werden und ihre Werke in 15 Sprachen übersetzt wurden, sei wohl kein Wunder, meinte Karl- Heinz Götz. „Besonders in ihren Naturbeobachtungen findet sie immer wieder einfühlsame Worte, so dass man den Eindruck hat, man sitze mitten drin in der märkischen Landschaft“, sagte er in seiner Laudatio.

Natur und menschliche Gefühle

Ihre Gedichtbände tragen poetische Namen wie „Ich mach’ ein Lied aus Stille“ oder „Mondschnee liegt auf den Wiesen“. Naturbeschreibungen und menschliche Gefühle waren ihre Themen. Aber auch den Blumen widmete sie sich in vielen ihrer Werke. „Das lag wohl auch daran, dass es zu ihrem Geburtstag am 8. Februar zu DDR-Zeiten kaum Blumen in den Geschäften gab“, sagte Karl-Heinz Götz. Auf dem Eva-Strittmatter-Platz, der zu Ehren der Lyrikerin an ihrem Neuruppiner Geburtshaus Schlossgarten umgestaltet wurde, gibt es jetzt einen Rosenbogen, der in Ost-West-Richtung aufgestellt wurde. „Ein Symbol, das zeigen soll, dass ihre Werke auch zunehmend in den westlichen Bundesländern Anerkennung finden“, so der Laudator. Das beweise auch die Ausstellung, die zurzeit im Neuruppiner Museum zu sehen ist. Der Westberliner Hans-Jürgen Gaudeck zeigt dort noch bis zum 28. Februar Aquarelle, die er zu Eva Strittmatters Gedichten gemalt hat. Seine Bilder sind bereits zusammen mit einer Auswahl von Strittmatters Gedichten in zwei Bänden erschienen.

Der Leser konnte teilhaben an ihrem Leben

Nicht immer waren ihre Worte einfühlsam, sie konnte auch anders. Davon zeugen Briefe aus denen Christel Weimar vorlas: „Da habt ihr euren Mist, macht, was Ihr wollt damit“, sind ihre Worte, die sie humorvoll an ihre Verleger richtet. Sie verstellt sich nicht. Lässt ihre Freunde an ihrem persönlichen Leben teilhaben und äußert in ihren Briefen Gedanken zu ihrem gesundheitlichen Befinden ebenso, wie zu ihrer Arbeit. In ihrem Band „Briefe aus Schulzendorf“ kann der Leser teilhaben an dem Leben und dem Alltag der Strittmatters, an den Freuden ebenso wie an der Mühsal und den politischen Problemen. Das Buch wurde auch zur Lieblingslektüre ihres Mannes. „Was ich schreibe, ändert sich, denn auch ich ändere mich“, schreibt Eva Strittmatter darin 1976.

Hinweis: Am kommenden Mittwoch, 17. Februar, führt Hans-Jürgen Gaudeck um 13 Uhr noch einmal persönlich durch die Ausstellung „Man müsste doch malen können“.

Von Cornelia Felsch

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