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Neuruppin: ein Tag für mehr Fairness

Interkulturelle Woche Neuruppin: ein Tag für mehr Fairness

21 Eine-Welt-Läden gibt es bislang in Brandenburg. Neuruppin hatte noch keinen. Der mobile Weltladen kommt deshalb ab jetzt jeden ersten Donnerstag im Monat auf den Neuruppiner Schulplatz. Am Donnerstag wurde das Projekt bei einem Aktionstag zu fairem Handel vorgestellt. Er war zugleich der Auftakt der Interkulturellen Woche.

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Wie sind Reichtum und Armut verteilt? Das erfuhren die Teilnehmer des Weltspiels.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Gespräche bei Kaffee und Kuchen, Hilfe bei der Reparatur von kaputten Fahrrädern oder defekten Haushaltsgeräten – das ist das Konzept des Montagecafés, das die „Werkstatt Südstadt“ immer montags auf dem Neuruppiner Bauspielplatz anbietet. „Wer ungern wegwirft oder vielleicht kein Geld für Reparaturen hat, bekommt Hilfe bei uns“, sagt Projektleiter Stefan Fulz. Ehrenamtler helfen bei der Reparatur von Rädern, Möbeln oder Elektrogeräten. „Ein kleiner Beitrag gegen die Wegwerfgesellschaft und ein kleines Stück Wissenstransfer.“

Gemeinsam mit zahlreichen anderen Projekten stellte sich das im Juli gegründete Montagecafé am Donnerstag beim Aktionstag „Ruppiner Zukunft: fair & global“ vor. Anlässlich der bundesweiten fairen Wochen hatte der Verein „Einsetzen statt aussetzen“ (Esta) auf den Schulplatz geladen, um über gerechten Handel zu informieren und den Auftakt für die Interkulturelle Woche „Vielfalt – das Beste gegen Einfalt“ zu feiern.

Bewohner des Übergangswohnheimes hatten für den Aktionstag ein interkulturelles Buffet vorbereitet

Bewohner des Übergangswohnheimes hatten für den Aktionstag ein interkulturelles Buffet vorbereitet.

Quelle: Peter Geisler

Erstmals bot auch der Mobile Weltladen seine fairen Waren auf dem Schulplatz an. Der Weltladen, ebenfalls ein Esta-Projekt, wird künftig an jedem ersten Donnerstag im Monat Espresso, Nüsse, Schokolade und andere Lebensmittel aus gerechter Produktion verkaufen. „Es fehlen leider noch ehrenamtliche Verkäufer“, sagt Marion Duppel, die bei Esta für Eine-Welt-Projekte verantwortlich ist. Ließen sich mehr Helfer finden, könnte der Stand auch häufiger auf den Markt ziehen.

Inzwischen bieten auch viele Discounter so genannte Fair-Trade-Produkte an. Allerdings müssen die Inhaltsstoffe dieser Lebensmittel nicht komplett aus fairem Handel stammen. „Unsere Produkte sind zu 100 Prozent fair“, sagt Duppel. Natürlich seien Espresso oder Schokolade aus fairem Handel teurer als konventionelle Produkte, sagt sie. „Aber das, was wir an Preisen bezahlen, ist auch nicht real.“ Arbeitslöhne machten bei konventionell gehandelten Lebensmitteln aus den so genannten Entwicklungsländern nur einen winzigen Teil aus. „Man muss sich eben entscheiden“, sagt Duppel. „Man muss wissen, ob es einem schmeckt, wenn man weiß, dass das Produkt nur durch das Leid anderer Leute so billig sein konnte.“

Ein vergleichsweise großer Teil des Kakaos stammt inzwischen aus fairer Produktion. Doch noch immer müssen Kinder auf Kakaoplantagen arbeiten. „Da bleibt einem doch die Schokolade im Hals stecken“, findet Marion Duppel. Für sie ist klar: „Weltladen heißt auch immer Bildungsarbeit.“

Säcke schleppen ist ein Knochenjob

Säcke schleppen ist ein Knochenjob

Quelle: Peter Geisler

Wie unterschiedlich oder wie ungerecht Arm und Reich auf der Erde verteilt sind, konnten Besucher beim Weltspiel erfahren. Wo wächst der Kakao? Wo werden damit die meisten Gewinne gemacht? Aber auch: Wo werden die meisten Flüchtlinge aufgenommen? All das konnten Mitspieler beim Verteilen von Holzklötzchen auf einer großen Weltkarte sehen.

Eigentlich hatte Landrat Ralf Reinhardt am Donnerstag zugleich auch die Interkulturelle Woche eröffnen wollen. Weil er jedoch kurzfristig absagen musste, ließ er ein Grußwort verlesen. Viele Flüchtlinge, so hieß es darin, verließen derzeit ihre Herkunftsländer aus Angst vor Terror und Krieg. Ein Teil der Flüchtlinge müsse jedoch auch aus materieller Not alles zurücklassen. „Das Eintreten für fairen Handel“, so Kreissprecherin Britta Avantario, „unterstützt die Menschen in ihren Herkunftsländern.“

Von Frauke Herweg

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