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Neuruppin gegen rassistische Gewalt

Mehr als 120 Menschen bei Demo Neuruppin gegen rassistische Gewalt

Mehr als 120 Menschen haben sich am Sonnabendnachmittag in Neuruppin an einer Demo gegen rassistische Gewalt beteiligt. Zu der Demo hatte die antirassistische Initiative Neuruppin aufgerufen. Die Teilnehmer kündigten zudem die nächste Montagsdemo am 21. März an – ein Protest gegen die AfD, die ebenfalls an diesem Tag eine Kundgebung abhält.

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Zwischenstopp auf der Karl-Marx-Straße.

Quelle: Frauke Herweg

Neuruppin. Mehr als 120 Menschen haben am Sonnabendnachmittag in Neuruppin gegen rassistische Gewalt demonstriert. Regelmäßige Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte würden zur Kenntnis genommen, sagte der Sprecher der Jugendwohnprojektes Mittendrin Oliver Leonhardt bei der Auftaktkundgebung auf dem Schulplatz. „Aber niemanden scheint es ernsthaft zu interessieren.“

Zu der Demo hatte die antirassistische Initiative Neuruppin aufgerufen – eine Gruppe, die sich vor einigen Wochen aus Besuchern des Mittendrin gegründet hatte. Mitstreiter des Aktionsbündnisses „Neuruppin bleibt bunt“ und viele Flüchtlinge schlossen sich dem Demonstrationszug ins Neubaugebiet an.

Es werde nicht nach den Fluchtursachen gefragt

In der aktuellen Flüchtlingsdebatte würden „Menschen wie eine Ware behandelt, die man hin- und herschieben kann“, so Leonhardt. Flüchtlinge würden für illegal und kriminell erklärt statt nach Fluchtursachen zu fragen, kritisierte er: „Niemand flieht freiwillig.“

Leonhardt bezog zudem klar Stellung gegen die Alternative für Deutschland (AfD). Kaum jemand kenne ihre Positionen außerhalb der Flüchtlingsdebatte. „Die AfD ist eine Partei der Reichen“, so Leonhardt. Mit ihrer Forderung nach einer Abschaffung des Mindestlohns und der Erbschaftssteuer richte sie sich gegen ärmere Bevölkerungsschichten. „Klar herrscht Angst, dass es zunehmend immer schwieriger wird“, sagte Leonhardt. „Aber daran, dass es immer beschissener wird, sind nicht die Geflüchteten schuld.“

Die AfD scharf kritisiert

Auch Martin Osinski vom Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ kritisierte die AfD scharf. Parteien wie die AfD oder Bewegungen wie Pegida schürten Angst und verbreiteten „wissentlich Unwahrheiten“. „Das größte Problem ist die Angst“, so Osinski. „Sie kann das Denken lähmen.“

Vor dem Büro einer Immobilienverwaltung in der Karl-Marx-Straße legte die Demo einen Zwischenstopp ein. Immobilienmakler Nico Tews habe mit dem von ihm mitgegründeten Bürgerbündnis Havelland pegidanahe Veranstaltungen in Rathenow organisiert, so einer der Redner. Mehr als 500 Menschen kamen im vergangenen Herbst (MAZ berichtete). Nach Einschätzung des mobilen Beratungsteams unterstützte die NPD das Bürgerbündnis Havelland bei seinen Rathenower Dienstagsdemonstrationen.

Vor drei Wochen hatte die AfD zu einer Kundgebung gegen vermeintliches Politikversagen auf dem Neuruppiner Schulplatz aufgerufen. Neuruppin bleibt bunt konnte damals bei einer Montagsdemo mehr als 300 Gegendemonstranten mobilisieren. Am 21. März will sich die AfD wieder auf dem Schulplatz aufstellen – „Neuruppin bleibt bunt“ kündigte am Sonnabend an, auch dort zu demonstrieren. Die Demo unter dem Motto „Asylrecht, Flüchtlingsschutz, Pressefreiheit – ohne Alternative!“ beginnt um 17.30 Uhr.

Von Frauke Herweg

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