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Neuruppin hat ein eigenes Album

Heimatgeschichte Neuruppin hat ein eigenes Album

Fontane, Bilderbogen, Seenlandschaft: Neuruppin ist für viele Dinge bekannt. Herausgeber und Inhaber des Regionalverlags Ruppin, Peter Pusch, hat all diese Besonderheiten Neuruppins in einem Album auf den Punkt gebracht. Mehr als 500 Fotos zeigen, wie sich die Stadt über die Jahrhunderte entwickelt hat und welches Potenzial in ihr steckt.

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„Das klassische Neuruppin-Motiv“, gefertigt von Gustav Alheit um 1930

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Neuruppin hat eine Menge zu erzählen. Das beweist das Album, das Peter Pusch zur Historie der Fontanestadt produziert und kürzlich herausgegeben hat. Denn das steckt nicht nur voller Fotos, Postkarten und Bilderbogen, sondern auch voller Geschichten. Wer hätte zum Beispiel gewusst, dass der Ackerbürger Friedmann Schuld am großen Stadtbrand 1787 hatte, weil er seine Tabakpfeife unvorsichtig angezündet hatte, oder dass es den Stadtmarkt schon seit mehr als 760 Jahren gibt? Das 204 Seiten starke Buch berichtet darüber und hält sowohl für alteingesessene als auch für zugezogene Neuruppiner einige Überraschungen bereit.

Peter Pusch

Peter Pusch

Quelle: Christian Schmettow

25 Jahre lang hat Peter Pusch, der noch bis 2015 den jährlichen Kreiskalender herausgebracht hat, Fotos, Nachrichten und Postkarten von Neuruppin gesammelt. Hinzu kamen Aufnahmen von Stadtkennern, Bekannten und Freunden. All diese Bilder, die Pusch für die Kalender nicht nutzen konnte, haben nun im Neuruppin-Album Platz gefunden. „Ich habe mich gefragt, wie ich den Menschen diese Sammlung zugänglich machen kann“, sagt Pusch. „Es ist ein Buch geworden, das man von vorne nach hinten durchblättern, aber auch in der Mitte aufschlagen kann.“ Es stelle ein Wechselspiel zwischen alter Tradition und neuen Ideen dar.

Der Leser startet bei den Wurzeln Ruppins, liest über die Stadtrechtverleihung, den großen Stadtbrand, den Wiederaufbau und natürlich über den Ruppiner See. Luftaufnahmen aus dem frühen 20. Jahrhundert zeigen die Besiedlung am See, die markanten zwei Türme, die noch immer die Silhouette der Stadt prägen und den Bau des Seedamms. Andere Bilder lassen von der Stadt aus auf den See blicken. Deutlich zeigt sich der Wandel der Zeit am Beispiel des Neuruppiner Bollwerks. Drei Fotos aus den Jahren 1920, 1960 und 2015 hat Pusch nebenein­ander gestellt, Landschaft und Umgebung haben sich so verändert, das man sie kaum wiedererkennt.

Das Minimax-Gelände am Seeufer auf einer historischen Aufnahme

Das Minimax-Gelände am Seeufer auf einer historischen Aufnahme.

Quelle: Peter Geisler

Ehrenbürger hat Neuruppin viele. Auf vier Seiten sind die bedeutendsten der Stadt abgebildet, allen voran Theodor Fontane. Doch dieser berühmte Sohn der Stadt hat nicht nur Gutes für seine Heimat übrig gehabt. Auch das bleibt im Neuruppin-Album nicht unerwähnt. Fontanes Sicht auf Neuruppin thematisiert Pusch im Teil „Grüße aus Neuruppin“, eines von insgesamt zwölf Kapiteln: „Sie gleicht einem aus Auswuchs gemachten Staatsrock, in den sich der Betreffende nie hineinwachsen kann. Dadurch entsteht eine Oede und Leere, die zuletzt zu dem Gefühl einer versteinerten Langeweile führt“, zitiert er Fontane in einem Abschnitt. Inmitten des Albums erwartet den Leser eine Besonderheit: eine faltbare Karte, mit der man sich auf „eine besondere Art“ durch Neuruppin führen lassen kann. Die wichtigsten Stationen rund um den Stadtkern sind eingezeichnet, rundherum ist die Historie kurz und bündig angerissen. Auf der Rückseite sind zum Vergleich die Sehenswürdigkeiten um 1910 abgebildet.

Verabschiedet wird der Betrachter im Buch mit dem klassischen Neuruppin-Motiv – Blick über den See auf die Klosterkirche – gefertigt von Gustav Alheit um 1930, für das auch am Anfang des Albums ein guter Platz gewesen wäre.

Gelungener Überblick über die Entwicklung der Stadt

Für die geborenen und heimischen Neuruppiner gibt das Album einen gelungenen Überblick über die Entwicklung der Stadt. Somit hält es ein Stück Erinnerung Bunt auf Weiß fest. Für frisch zugezogene Neuruppiner bietet es hingegen einen Einblick in das Potenzial der Stadt, das bei so viel Historie und Vielschichtigkeit auf den ersten Blick unentdeckt bleibt.

Als störend können einzig die vielen bunten Anzeigen zwischen den Fotos und Texten empfunden werden, die teils viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Aber auch das, sagt Peter Pusch, zeigt die Verbundenheit der vielen Betriebe und Unternehmen, die das Buch gesponsert haben, zu ihrer Stadt. „Ohne die würde es das Buch nicht geben“, sagt Pusch. In Eigenregie hat der Verleger gemeinsam mit seiner Frau alle 94 Sponsoren angesprochen. Zuschüsse von öffentlichen Stellen gab es nicht.

Von Luise Fröhlich

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