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Neuruppin hat einen neuen Chefarzt

Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie Neuruppin hat einen neuen Chefarzt

Der erfahrene Medizinier Michael Kölch wird ab März Universitätsprofessor für Kinder – und Jugendpsychiatrie an der 2015 neu gegründeten Medizinischen Hochschule Brandenburg in Neuruppin. Damit verbunden ist eine Position als Chefarzt an den Ruppiner Kliniken.

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Michael Kölch wechselt vom Vivantes-Klinikum Berlin als Universitätsprofessor zur Medizinische Hochschule in Neuruppin.

Quelle: MHB

Neuruppin. Mehr als drei Monate hat die Suche gedauert, aber jetzt steht fest, wer künftig die Leitung der Kinder- und Jugendpsychia­trie an den Ruppiner Kliniken in Neuruppin übernehmen wird. Michael Kölch ist vom 15. März an dort Chefarzt. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der 45-jährige Mediziner ist künftig zugleich als Universitätsprofessor für diesen Bereich an der Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) in Neuruppin zuständig.

Michael Kölch stamm aus Augsburg. Nach seinem Medizinstudium in Rostock, Berlin und Wien hat er unter anderem an der Charité in Berlin und an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Ulm gearbeitet und leitet dort weiterhin eine Forschungsgruppe. Zurzeit ist Michael Kölch Chefarzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Vivantes-Klinikum in Berlin-Friedrichshain.

Schwerpunkte seiner Arbeit sind insbesondere depressive Störungen bei Kindern und Jugendlichen, die Psychopharmakotherapie, psychische Störungen bei Heimkindern, Hilfe für Kinder psychisch kranker Eltern, die forensische Kinder- und Jugendpsychiatrie und die Vorbeugung sexuellen Missbrauchs.

Als Experte auf diesem Gebiet ist Kölch zudem Mitglied in diversen Gremien und Verbänden. Er gehört unter anderem der Kinderarzneimittelkommission beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte an, der Europäischen Arzneimittelagentur und dem Vorstand der Stiftung „Achtung Kinderseele“, die sich für die psychische Gesundheit von Kindern einsetzt.

Michael Kölch übernimmt an den Ruppiner Kliniken die Aufgabe von Reinhard Weber-Steinbach. Er hatte über mehr als 20 Jahre die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit mehreren Standorten im Nordwesten Brandenburgs aufgebaut. Im Oktober war Reinhard Weber-Steinbach schließlich in den Ruhestand gegangen.

In Neuruppin erwartet Kölch eine besondere Herausforderung: Dort wird es seine Aufgabe sein, den Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie an einer ganz neuen Universität aufzubauen. Die Hochschule in Neuruppin und Brandenburg  (Havel) bietet ihm mit ihrem neuen Ansatz für die Medizinerausbildung hervorragende Bedingungen, glaubt der erfahrene Arzt. „Ich freue mich auf die Chance, mein Fach in Forschung und Lehre zu vertreten und moderne Versorgungsmodelle für psychisch kranke Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern zu etablieren“, sagt Kölch selbst. „Die Weiterentwicklung der Versorgung ist gerade im ländlichen Raum wichtig.“

Zu den typischen Erkrankungen, mit denen sich die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Neuruppin beschäftigt, gehören unter anderem Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS), Zwänge, depressive Störungen, aber auch Verhaltensstörungen. Häufig führen solche Störungen bei Kindern und Jugendlichen zu schweren Problemen in der Familie und der Schule.

Die Medizinische Hochschule ist dabei, ihr Angebot weiter auszubauen. Bisher bietet sie drei Studiengänge an: einen Modellstudiengang Humanmedizin, ein Bachelorstudium Psychologie und ein Masterstudium Klinische Psychologie und Psychotherapie. Die Hochschule war im vergangenen April mit 72 Studenten gestartet. Nach und nach werden mit Fortschreiten der Ausbildung weitere Dozenten und Professoren ihre Arbeit aufnehmen.

So stellen sich am Freitag, 12. Februar, ab 9 Uhr im kleinen Festsaal der Kliniken in Neuruppin drei Bewerber für die Universitätsprofessur für Geriatrie an der MHB aus Berlin, Göttingen und Erlangen vor. Die drei Fachvorträge sind öffentlich. Diese Professur ist verbunden mit der Leitung der Klinik für Geriatrie in Neuruppin.

Von Reyk Grunow

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