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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin im Dreivierteltakt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin im Dreivierteltakt
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00:24 13.01.2016
Glänzend aufgelegt: die Solistin Klaudyna Schulze-Broniewska.
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Neuruppin

Eine Woche nach dem weltberühmten Wiener Neujahrskonzert bebte auch die Neuruppiner Kulturkirche am Sonnabend unter Walzer- und Polkarhythmen. Das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt legte gleich mit zwei Konzerten nach: mit orientalisch und exotisch inspirierten Märschen, Ohrwürmern zum Schwelgen und natürlich dem Radetzkymarsch.

Der Andrang in der Konzertkirche war groß – wie immer, wenn der Dirigent Takao Ukigaya und der Neuruppiner Musikverein zum ersten großen Konzertereignis des Jahres einladen. Mit 500 Zuhörern war die Pfarrkirche am Nachmittag nahezu ausverkauft; auch am Abend blieben nur wenige Reihen unbesetzt. Bevor die ersten spritzigen Töne der Rossini-Ouvertüre zu „der Türke in Italien“ erklangen, herrschte im Konzertsaal fröhliche Begrüßungsstimmung; Sektgläser klangen, und wer noch nicht am Abend zuvor beim Empfang des Bürgermeisters gute Bekannte begrüßt hatte, für den ergab sich jetzt die Gelegenheit.

Blumen für den Dirigenten. Quelle: Peter Geisler

Festlich gekleidete Frauen, Walzer und Champagner verheißen Lebensfreude nicht nur auf der Opernbühne und lassen das Gesicht des Dirigenten strahlen. Allerdings mischen sich schon beim Ungarischen Tanz die ersten Schweißtropfen in das leidenschaftliche, musikalische Arrangement. Zu Albert Lortzings Holzschuhtanz dürfen auch die Musiker mit den Füßen auf den Bühnenboden klackern. Ein kurzer schelmischer Hinweis des Dirigenten an die Instrumentalisten genügt, um sie an die ungewöhnliche Einlage zu erinnern.

Das Orchester ist in großer Besetzung angereist; Holzbläser, Streicher und Blechbläser haben ihren gewaltigen Auftritt bei „Wiener Blut“, beim Persischen Marsch, bei Bizets schmissiger Farandole und der Strauss-Polka. Aber auch was sonst nur ab und zu in Orchestersälen erklingt, hat beim Neujahrskonzert seinen Paradeauftritt: Schellentrommel und Kastagnetten – vor allem das gesamte Schlagwerk ist bei Märschen und Tänzen gefragt. Takao Ukigaya baut auf Kontraste, die Emotionen der relativ kurzen Stücke wechseln von Sekunde zu Sekunde. Gedämpfte Streicher spiegeln die intime Tanzszene aus Griegs Peer-Gynt-Suite wider, die Leichtigkeit von Anitras Tanz wird durch das Pizzicato unterstrichen.

Das Publikum in der Pfarrkirche war begeistert. Quelle: Peter Geisler

Kraftvoller geht es bei Peter Tschaikowskis Valse-Scherzo zu, ein Werk für Violine und Orchester, das große Anforderungen an den Solisten stellt. Klaudyna Schulze-Broniewska, die seit 1995 erste Konzertmeisterin des Brandenburgischen Staatsorchesters ist, stellte sich der Herausforderung und meisterte die Schwierigkeiten mit Bravour. Ehe das Publikum tosenden Applaus spendet und zum Marsch von Vater Strauss kräftig in die Hände klatscht, rufen Takao Ukigaya und seine Musiker nach Wiener Vorbild: „Das Brandenburgische Staatsorchester und ich wünschen Ihnen ein gesundes neues Jahr.“

Von Cornelia Felsch

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