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Neuruppin kämpft für Frauenrechte

Aktionstag Neuruppin kämpft für Frauenrechte

Die Fontanestadt zeigt Flagge. Für eine Woche soll aus dem Fenster des alten Gymnasiums die Fahne mit der Aufschrift „Frei leben ohne Gewalt“ einer deutschen Frauenrechtsorganisation hängen. Initiiert hat das Ganze Beate Schädler vom Neuruppiner Frauenhaus zum Aktionstag gegen Gewalt an Frauen, der am Mittwoch im ganzen Landkreis begangen wurde.

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Für eine Woche hängt die Fahne aus dem Fenster des Alten Gymnasiums am Schulplatz.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Immer mehr Frauen in Brandenburg werden von ihren Männern geschlagen und misshandelt. Oftmals sind zugleich auch Kinder von häuslicher Gewalt betroffen. Diese Tendenz geht aus aktuellen Zahlen des Landeskriminalamtes hervor. Die Fontanestadt setzte zum Aktionstag gegen Gewalt an Frauen am Mittwoch ein Zeichen und hisste wie neun andere Städte des Landkreises eine Fahne. Auch Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) war bei der Kundgebung von Beate Schädler vom Verein „Neuruppiner Frauen für Frauen“ dabei und sprach von einer zwiegespaltenen Stimmung an diesem Tag.

Beate Schädler mit Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde

Beate Schädler mit Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde.

Quelle: Peter Geisler

„Ich bin stolz, dass Neuruppin Vorreiter dieser Aktion ist und neun andere Städte dazu bringen konnte, sich anzuschließen“, sagte Golde. Andererseits sei es traurig, dass es einen solchen Aktionstag überhaupt geben muss. „Die Frage nach der Rolle der Frau und der Rolle des Mannes wird nicht genügend kommuniziert“, so Golde weiter. Gewalt gegen Frauen müsse ein Tabuthema werden, nicht etwa in der Diskussion, aber im täglichen Leben vieler Betroffener, die nach Hause kommen und misshandelt werden. Bereits zum elften Mal hisste Neuruppin die Flagge mit der Aufschrift „Frei leben ohne Gewalt“ von der deutschen Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“. Eine Woche soll sie als Mahnmal aus dem Fenster des alten Gymnasiums hängen.

Schädler betonte in der Ansprache, dass die Gewalt gegen Frauen und Kinder alles andere als abgenommen hat. „Sie ist sichtbarer geworden“, sagte sie. Besonders die miterlebte Gewalt der Kinder sei besorgniserregend, denn die Chance, dass sie als Erwachsene selbst Gewalt ausleben oder dulden, steige dadurch rasant an.

21 Frauenhäuser sind auf das gesamte Land Brandenburg verteilt. In Neuruppin stand eines der ersten. Der Verein „Neurupinner Frauen für Frauen“ betreibt diese stationäre Unterbringung für Frauen in Not und hat allein dort in diesem Jahr bis jetzt 30 Frauen mit 31 Kindern aufgenommen. In der ambulanten Beratung waren es sogar 71 Frauen mit 93 Kindern. Zudem bietet das Frauenhaus eine Interventionsstelle, in der von der Polizei vermittelte Fälle betreut werden. In diesem Zusammenhang lobte Beate Schädler die gute Zusammenarbeit mit der Polizei. Viermal im Jahr dürfe der Verein Fortbildungen in sensiblem Umgang mit misshandelten Frauen für Polizisten geben. Dadurch sei ein enges Netzwerk entstanden.

Beate Schädler fand in ihrer Ansprache klare Worte gegen Gewalt an Frauen

Beate Schädler fand in ihrer Ansprache klare Worte gegen Gewalt an Frauen.

Quelle: Peter Geisler

Immer wichtiger wird für die Frauenhäuser im gesamten Land und auch bundesweit, geflüchtete Frauen, die häusliche Gewalt erfahren haben, sicher unterzubringen und angemessen zu betreuen. „Wir versuchen Dolmetscher aufzutreiben, die bestenfalls ehrenamtlich für uns arbeiten“, sagte Beate Schädler.

In einem offenen Brief an Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) hat sich die landesweite Arbeitsgemeinschaft aller Gleichstellungsbeauftragten in den Kommunen kürzlich für den Schutz geflüchteter Frauen ausgesprochen. Darunter waren auch Neuruppins Gleichstellungsbeauftragte Claudia Röttger und die des Landkreises, Marlies Grunst. „Wir sehen die Art der Unterbringung von geflüchteten Frauen in den Erstaufnahmeeinrichtungen mit großer Sorge“, heißt es in dem Brief. Offen stehende Schlafräume in Zeltlagern etwa würden keinen ausreichenden Schutz vor sexuellen Übergriffen bieten.

Von Luise Fröhlich

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