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Neuruppin kämpft mit der Zettelflut

Angeboten dubioser Autohändlern Neuruppin kämpft mit der Zettelflut

Eigentlich ist das öffentliche Verteilen von Werbezetteln mit Verkaufsangeboten in Neuruppin seit eine Jahr strikt untersagt. Die Vorschrift ist als Mittel gegen die Flut von Werbekärtchen gedacht, die dubiose Autohändler ständig an parkenden Wagen verteilen. Doch die Stadt weiß nicht, wie sie das Verbot durchsetzen soll.

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Jeder Autofahrer kennt sie: die allgegenwärtigen Karten mit Angeboten dubioser Autohändler.

Quelle: Reyk Grunow

Neuruppin. Justus (4) findet es toll, wenn er wieder eine der kleinen bunten Kärtchen findet. Der Knirps hat eine ganze Sammlung von Visitenkarten mit vermeintlich lukrativen Angeboten, die dubiose Autohändler ständig und überall verteilen. Über jede neue Karte kann sich Justus freuen – seine Eltern weniger.

Seit einigen Jahren nimmt die Flut der Werbekärtchen immer mehr zu. Fast jeden Tag gehen Verteiler durch die Straßen und stecken jedem geparkten Wagen eines der meist knallbunten Schildchen an die Seitenscheibe: Wir kaufen ihr Auto – egal in welchem Zustand. Die meisten Autofahrer sind davon so genervt, dass die Zettel wütend herausreißen und wegschmeißen. Oft genug auf die Straße.

Viele Autofahrer finden sogar mehrere Karten verschiedener Händler

Die Zettel der Autohändler werden überall zu einem immer größeren Problem. In Neuruppin finden Autofahrer an manchen Tagen drei, vier Karten an der Scheibe, obwohl sie ihr Auto nur ein paar Stunden am Straßenrand geparkt haben. Alle Versuche, die Werbeflut einzudämmen, sind bisher gescheitert.

Seit einem Jahr hat Neuruppin eine neue Stadtordnung. Nach der ist das Verteilen oder Anbringen von Werbezetteln jeder Art auf öffentlichen Straßen grundsätzlich untersagt. Die Stadtverordneten hatten das Verbot eigens mit dem Blick auf die Kartenmassen der Autoaufkäufer beschlossen. Doch es lässt sich in der Praxis offenbar kaum umsetzen.

Das Ordnungsamt trifft die Verteiler selten bei der Arbeit

„Grundsätzlich sind unsere Stadtinspektoren diesbezüglich sensibilisiert und verfolgen den Sachverhalt bei Feststellung derartiger Ordnungswidrigkeiten natürlich“, sagt Neuruppins Rathaussprecherin Michaela Ott. Das Ordnungsamt darf laut Stadtordnung sogar Bußgelder zwischen fünf und 1000 Euro verhängen. Allerdings sei es sehr schwierig, die Leute, die die Zettel an den Autos verteilen, „auf frischer Tat zu ertappen“.

Vielen ist vielleicht gar nicht bewusst, dass das Verteilen untersagt ist – oder es ist ihnen schlicht egal. Es kommt vor, dass die Politessen auf der einen Straßenseite Knöllchen an Falschparker verteilen, während auf der anderen Seite Männer von Auto zu Auto laufen und ihre Kauf-Offerten an die Scheiben stecken.

Strafe folgt nur, wenn jemand auf frischer Tat ertappt wird

In der Stadtverordnetenversammlungen hat sich gerade erst ein verärgerter Autofahrer gemeldet, der wissen wollte, wann die Fontanestadt ihre neue Vorschrift denn nun umsetzt.

Verschärft wird das Problem aus Sicht der Stadtverwaltung durch die Autofahrer selbst, wenn sie die Werbezettel einfach auf die Straße oder den Gehweg werfen. Auch das ist strafbar. „Diese Ordnungswidrigkeit ist jedoch auch nur bei einer Feststellung durch einen Stadtinspektor oder Anzeige durch einen Zeugen zu ahnden“, sagt Neuruppins Rathaussprecherin Ott.

Drei Zettelverteiler wurde in diesem Jahr vom Amt gestoppt

Immerhin drei Kartenverteiler haben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes in diesem Jahr schon gestellt. „Die Personen mussten die angebrachten Zettel auch wieder beräumen“, sagt Michaela Ott. Das Ordnungsamt hält das für den effektivsten Weg: Der Müll auf den Straßen verschwindet und die Autofahrer werden nicht belästigt. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass die Kontrolleure der Stadt nur einen kleinen Teil der Kartenverteiler stoppen können.

Findige Autobesitzer wehren sich inzwischen mit Aufklebern auf der Seitenscheibe ihres Wagens und einer eindeutigen Botschaft: „Nein, ich will mein Auto nicht verkaufen.“ Wer so einen Aufkleber nicht will, muss mit den Angeboten wohl weiter leben.

Von Reyk Grunow

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