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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: neuer Streit um Oberschulen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin: neuer Streit um Oberschulen
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02:16 14.11.2015
Die Alexander-Puschkin-Oberschule in Neuruppin ist so beliebt, dass jedes Jahr Schüler für die neuen 7. Klassen abgewiesen werden müssen, weil es nicht genügend Platz im Gebäude gibt. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Die Zukunft der Neuruppiner Puschkin-Oberschule steht schon wieder zur Diskussion. Ein Jahr nachdem die Stadtverordneten den Streit über die Oberschulen auf Eis gelegt hatten, startet der Stadtverordnete Helmut Kolar die Debatte von neuem. Unter anderem schlägt seine Fraktion aus Bündnisgrünen, Kreisbauernverband und dem Einzelkandidaten Hartmut Pieper vor, die Neuruppiner Puschkin- und die Fontane-Oberschule könnten ihre Standorte tauschen.

Vor einem Jahr hatte die Frage der beiden Oberschulen schon einmal für heftigen Streit gesorgt. Eltern hatten damals tausende Unterschriften für den Erhalt der Puschkinschule am jetzigen Standort gesammelt, auch Lehrer protestierten. Die Fronten waren so verhärtet, dass die Stadtverordneten im November 2014 entschieden, für das Schuljahr 2015/16 alles beim Alten zu lassen und später weiter zu diskutieren.

Puschkinschule muss jedes Jahr Bewerber abweisen

Kolar hält das für dringend nötig, denn am grundsätzlichen Problem hat sich seiner Meinung nach bis heute nichts geändert, wie er am Dienstag im Sozialausschuss klar machte: Die Puschkin-Oberschule ist bei Eltern und Schülern so beliebt, dass sie jedes Jahr Schüler abweisen muss, weil der Platz in dem Backsteingebäude an der Puschkinstraße nicht ausreicht.

Insgesamt 297 Jugendliche besuchen die Puschkinschule zurzeit. 60 mussten in diesem Jahr abgewiesen werden, weil für weitere 7. Klassen der Platz nicht reicht.

Die Fontane-Oberschule an der Artur-Becker-Straße hat 232 Schüler. Ihr Gebäude ist so groß, dass dort bis zu 500 Mädchen und Jungen unterrichtet werden könnten – nur ist die Schule weniger beliebt.

Der Stadtverordnete Helmut Kolar. Quelle: Andreas Vogel

Für Kolar ist die Situation untragbar – sowohl für die Schüler als auch für die Stadt. Was ihn besonders ärgert: Dass keiner der Stadtverordneten sich mehr mit dem Thema zu beschäftigen scheint: „Aber wir müssen doch wenigstens darüber reden.“ Schließlich seien die Stadtverordneten in der Pflicht, Schaden von Neuruppin abzuwenden. Und der droht aus Kolars Sicht, wenn ein Haus wie die Fontane-Oberschule auf Dauer halb leer steht. Kolar: „Ich hätte ein bisschen mehr Richtlinienkompetenz vom Bürgermeister erwartet, der sich bei dem Thema eigentlich nur wegduckt.“

Im Neuruppiner Sozialausschuss war am Dienstag niemand wirklich gewillt, die Debatte mit Kolar zu führen. Sozialdezernent Thomas Fengler war über den Vorstoß Kolars sichtlich irritiert: „Hier duckt sich niemand weg.“ Über die Zukunft der beiden Oberschulen soll weiter diskutiert werden, bestätigte Fengler: Im Entwurf des neuen Schulentwicklungsplanes soll das aufgegriffen werden. „Der liegt noch gar nicht auf dem Tisch“, ärgerte sich der Dezernent.

Auch Kerstin Kroll vom Förderverein der Puschkin-Oberschule rät zu Geduld. Von Kolars Vorschlag „halte ich persönlich gar nichts“, gibt sie zu. Sie plädiert dringend dafür, die Schulentwicklungsplanung der Stadt abzuwarten. „Durch die ganze Flüchtlingsproblematik haben wir jetzt doch eine ganz andere Situation“, sagt Kerstin Kroll. Auch das müsste unbedingt berücksichtigt werden.

Kolar hält es für falsch, noch länger zu warten: „Wir können jetzt schon sagen, auch zum Schuljahr 2016/17 wird sich nichts ändern. Dafür ist es einfach zu spät“

Von Reyk Grunow

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