Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Neuruppin plant große Demo gegen Neonazis

Stadt will Nazi-Aufmarsch am 6. Juni stoppen Neuruppin plant große Demo gegen Neonazis

Mit einem bunten Volksfest, Ausstellungen, viel Musik und Kunst sowie einem Streetsoccerturnier will Neuruppin am 6. Juni für positive Schlagzeilen sorgen ‒ und damit dem Aufmarsch von vermutlich rund 500 Neonazis aus ganz Deutschland in der Fontanestadt begegnen.

Voriger Artikel
Bürgermeister statt Soldat
Nächster Artikel
Aequinox-Festival lockt Fans nach Neuruppin

Im April 2012 demonstrierten viele Neuruppiner mit einer Sitzblockade gegen Neonazis.

Quelle: Geisler

Neuruppin. "Wir wollen tanzen, diskutieren, feiern, beten. Wer will, kann sich auch friedlich den Neonazis entgegen stellen", sagte gestern Jonas Frykmann vom Aktionsbündnis Brandenburg. Bei diesem laufen derzeit die Organisationsfäden von unzähligen Veranstaltungen für den 6. Juni in Neuruppin zusammen.

"Die Stadt soll bunt, laut und voll sein", sagte Christiane Schulz vom Aktionsbündnis "Neuruppin bleibt bunt". Gezeigt werden soll, dass die Region nur durch Vielfalt Zukunft habe. Deshalb werden sich ebenfalls Migranten an den Aktionen beteiligen. "Sie sind eine tragende Säule bei der Verpflegung", sagte Martin Osinski von "Neuruppin bleibt bunt".

In Vorbereitung der geplanten Aktivitäten wurde am Freiatg zudem ein Aufruf "Schöner leben ohne Nazis" vorgestellt, den sowohl der Kreistag, alle Bürgermeister und Amtsdirektoren der Region unterstützen als auch viele Landtags- und Bundestagsabgeordnete sowie Vertreter der beiden großen Kirchen. Ziel ist es, dass am 6. Juni möglichst viele Neuruppiner und Gäste der Stadt zeigen, wie bunt und vielfältig das Leben vor Ort ist. Dabei soll niemand Angst haben, in Konflikt mit der Polizei zu geraten. "Wir diskutieren gerade, wie wir unliebsame Überraschungen ausschließen können. Aber es soll jeder, der will, zivilen Ungehorsam und gewaltfreien Widerstand gegen die Rechtsextremen leisten können", sagte Osinski.

Hintergrund

3000 Euro für einen Fausschlag: Gericht verurteilt Polizei-Einsatz gegen Neonazi-Gegner

Das war im September 2011 mächtig missglückt. Seinerzeit hatte die Polizei eine Sitzblockade von mehr als 300 Neonazi-Gegnern geräumt und Hunderte Gegendemonstranten über Stunden in der Poststraße festgehalten. Das soll sich nicht wiederholen. "Wir wollen weder die Polizei noch die Demonstranten in die Bredouille bringen", betonte Osinski. Vielmehr sollen durch die Veranstaltungen möglichst viele Gäste in die Stadt gelockt werden. "Wir werden sicher mit einem vollen Bus kommen", kündigte Ursula Löbel vom Bündnis "Potsdam bekennt Farbe" schon mal an. Das wäre nicht der Fall, wenn es lediglich eine Gegendemo geben würde, so Löbel.

Die Polizei hat die Sitzblockade in der Friedrich-Engels-Straße im September 2011 geräumt, Neonazi-Gegner auch mit Gewalt weggetragen und zum Teil über Stunden festgesetzt.

Quelle: Kathrin Gottwald

Auch der Kreissportbund (KSB) sowie der Tourismusverband Ruppiner Seenland wollen sich bei dem Aktionstag einbringen. "Sport spielt eine wichtige integrative Rolle", sagte KSB-Geschäftsführer Thomas Krieglstein. "Immer wenn Toleranz gelebt wurde, ist es der Region gut gegangen. Das war schon zu preußischen Zeiten so", betonte Peter Krause, Chef des Tourismusverbandes.

Die Rechtsextremen wollen an ihrem sogenannten Tag der deutschen Zukunft am 6. Juni unter dem Motto "Zukunft statt Überfremdung" mit mehreren hundert Teilnehmern durch Neuruppin marschieren. Die Polizei geht von einem der "wahrscheinlich kompliziertesten Einsätze" in diesem Jahr in der Region aus, sagte Neuruppins Polizeisprecher Toralf Reinhardt. Die Beamten rechnen außerdem damit, dass für diesen Tag noch mehrere Versammlungen oder Demonstrationen angemeldet werden. Bisher liegen vier Anmeldungen vor: eine von den Neonazis sowie drei Gegenveranstaltungen.

Von Andreas Vogel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Freien Kräfte organisieren den Aufmarsch

Neonazis planen für den 6. Juni eine Großdemo in Neuruppin. Es könnte der größte Aufmarsch von Rechtsextremen in Brandenburg seit Jahren werden. Der Verfassungsschutz ist alarmiert. Denn die Organisatoren sind dort als äußerst gut vernetzte Neonazis bekannt.

mehr
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg