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Neuruppin rettet den Parzival

Stadt übernimmt Kunstwerk Neuruppin rettet den Parzival

Wochenlang haben die Stadtverordneten von Neuruppin diskutiert: Soll die Stadt die 17 Meter hohe Skulptur des Parzival am Bollwerk in ihr Eigentum übernehmen oder nicht. Oder soll das Standbild vielleicht besser abgerissen werden, weil das billiger ist? Die Diskussion war teilweise skurril – jetzt ist sie vorbei.

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Seit 1998 sorgt der Parzival am Neuruppiner Bollwerk immer wieder für Aufsehen. Für viele Touristen ist er inzwischen eine Art Wahrzeichen der Stadt.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Fontanestadt Neuruppin ist jetzt um ein Kunstwerk reicher. Die Stadtverordneten haben am Montagabend beschlossen, dass Neuruppin den 17 Meter hohen Parzival am See in sein Eigentum übernimmt. Die Entscheidung fiel mit deutlicher Mehrheit – und ganz ohne Streit.

Noch bevor die erste Frage in der Stadtverordnetenversammlung aufkommen konnte, forderte Bürgermeister Jens-Peter Golde, bloß nicht noch einmal über den Parzival zu diskutieren. Womöglich fürchtete er, der Streit um die Rolle und Bedeutung von Kunst könnte für Neuruppin noch peinlicher werden, als sie es schon ist. Golde: „Ich glaube, in den Ausschüssen ist hinlänglich diskutiert worden. Wir können diese Diskussion nur verschlimmbessern, wenn wir noch mal drüber diskutieren.“

Die meisten Stadtverordneten wollen nicht mehr diskutieren

Das sahen ganz offensichtlich auch andere Stadtverordnete so. Die Mehrheit schien erleichtert, als Golde eine Abstimmung ohne Debatte beantragte.

Auch Stadtverordnetenvorsteher Gerd Klier (Linke) war anzumerken, dass er das leidige Thema so schnell wie möglich hinter sich bringen will. Klier hetzte die Abgeordneten am Montag so schnell durch diesen und zwei folgende Tagesordnungspunkte, dass selbst der Justiziar der Stadt nicht immer folgen konnte, wie die Stadtverordneten denn nun abgestimmt haben. Golde wäre beinahe gar nicht zu Wort gekommen, weil auch Gerd Klier als Sitzungsleiter fand, dass eigentlich alles zum Thema Parzival gesagt ist.

Ohnehin scheint die Haltung der meisten Stadtverordneten zu der Edelstahl-Skulptur des Künstlers Matthias Zágon Hohl-Stein am Bollwerk spätestens seit der vergangenen Woche eindeutig. In zwei Sondersitzungen hatten Kulturbeirat und Kulturausschuss eindeutig dafür gestimmt, den Parzival am See unbedingt zu erhalten.

Stadt übernimmt als Eigentum, was auf ihrem Grundstück steht

Errichtet wurde die Skulptur vor rund 18 Jahren auf Initiative mehrerer Unternehmer und Sponsoren. Der Verkehrsverein Ruppiner Schweiz stellte damals mit Zustimmung der Stadt einen Bauantrag. Die Eigentumsfrage wurde nie richtig geklärt. Die Stadt ging offenbar davon aus, dass das Kunstwerk dem Verein gehört, auch wenn es teilweise auf städtischem Grund steht. Akut wurde die Frage, als der Verein Insolvenz anmeldete und abgewickelt wurde. Stadt und Insolvenzverwalterin konnten sich nicht einigen, was aus dem Kunstwerk wird.

Die Stadtverordneten waren bei einer Gegenstimme am Montag dafür, das Kunstwerk in die Obhut der Stadt zu übernehmen. Wegen der erwarteten Kosten für Pflege und Reparaturen hatten im Bauausschuss noch mehrere Abgeordnete gefordert, einen Abriss zu prüfen. Das löste eine wochenlange Diskussion über die Rolle der Kunst mit verbalen Angriffen und teilweise falschen Beschuldigungen gegen einzelne Stadtverordnete und die Verwaltung aus.

Von Reyk Grunow

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