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Neuruppin streitet weiter über Kunst

Parzival am See Neuruppin streitet weiter über Kunst

Soll der Parzival am See in Neuruppin nun stehen bleiben oder soll das 17 Meter hohe Kunstwerk nach 18 Jahren vielleicht doch abgerissen werden. Der neuruppiner Bauausschuss hatte die Diskussion aufgebracht. Im Kulturausschuss sorgte das jetzt für heftigen Streit. Dabei waren sich eigentlich alle einig.

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Seit 18 Jahren steht der Parzival am Neuruppiner Bollwerk.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Es war ein skurriler Streit, der da am Donnerstag im Neuruppiner Kulturausschuss losbrach. Dabei waren sich eigentlich fast alle Abgeordneten einig in der Frage, ob der Parzival am Bollwerk Eigentum der Stadt werden soll oder nicht.

Ist der Parzival Kunst oder ist er keine Kunst? Und ist er wichtig für Neuruppin oder nicht? Als der städtische Bauausschuss vor drei Wochen über die Zukunft der 17 Meter hohen Edelstahlskulptur entscheiden sollte, konnten sich einige Stadtverordneten nicht einigen. Sie forderten, dass nicht allein der Bauausschuss über das Standbild abstimmen soll, sondern auch der Kulturausschuss.

Siegfried Wittkopf hält die Abstimmung für überflüssig

Genau das sollte am Donnerstag passieren. Siegfried Wittkopf (Linke) war sauer über den Termin. Warum sich der Kulturausschuss überhaupt noch mit dem Thema befassen muss, war ihm unklar. „Das ist doch alles Makulatur“, echauffierte sich Wittkopf – der selbst gar nicht Mitglied im Kulturausschuss ist. Was ihn unter anderem aufregte: Der Hauptausschuss hatte schon vor dem Kulturausschuss getagt und längst dafür gestimmt, die Frage des Parzival-Eigentums am nächsten Montag durch die Stadtverordneten entscheiden zu lassen. Wozu da überhaupt noch den untergeordneten Kulturausschuss fragen?

Auch Helmut Kolar von der Fraktion der Bündnisgrünen war sauer. Er wollte wissen, was die ganze Abstimmung darüber, ob der Parzival denn nun Kunst ist oder nicht, eigentlich soll. Kolar ist sauer, dass Neuruppin in den Verdacht der Bilderstürmerei gekommen ist, nachdem im Bauausschuss spekuliert wurde, ob es nicht billiger wäre, das Kunstwerk abzureißen als es samt der Pflegekosten ins Eigentum der Stadt zu übernehmen.

Vorwürfe gegen die Stadtverwaltung

Der Kulturausschuss hätte viel früher tagen müssen, um eindeutig klarzustellen: Parzival ist Kunst und es kommt überhaupt nicht infrage, ihn abzureißen. Für Kolar hat die Stadtverwaltung die Schuld an der leidigen Diskussion. Sie hätte eben erst den Kulturausschuss fragen müssen und nicht den Bauausschuss. Dass im Rathaus nie jemand überhaupt an einen Abriss des Kunstwerks gedacht hat, spielte für ihn offenbar keine Rolle.

Ilona Reinhardt (Linke) echauffierte sich schließlich, dass Helmut Kolar die Diskussion überhaupt weiterführt: „Ich finde das einfach nur peinlich.“ Kolar fühlte sich missverstanden und protestierte lautstark, während Ausschusschefin Hannelore Gußmann (SPD), mit den vielen Wortmeldungen überfordert, erneut die Stadtverwaltung angriff. Sie finde es unerhört, dass die Verwaltung sich in den vergangenen Jahren geweigert habe, den Parzival zu übernehmen, als die Insolvenzverwalterin des Verkehrsvereins Ruppiner Schweiz das Kunstwerk angeboten hat.

Neuruppin wollte das Kunstwerk schon viel früher übernehmen

Das wollte Justiziarin Rachael Kayser so nicht stehen lassen. Die Verwaltung habe das Kunstwerk nicht abgelehnt, sondern wollte es vielmehr gern übernehmen. Nur sei eine Vereinbarung mit der Insolvenzverwalterin nie zustande gekommen.

Erst Markus Fetter (Pro Ruppin) konnte den immer konfuseren Streit beenden: „Wir sind uns doch alle einig, dass wir den Parzival übernehmen wollen. Wir haben gar keine andere Wahl.“ Das sahen auch die anderen Ausschussmitglieder so. Am Montag entscheiden die Stadtverordneten endgültig, ob der Parzival künftig der Stadt gehören soll.

Von Reyk Grunow

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