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Neuruppin sucht Ideen fürs Jahnbad

Millionenteure Sanierung Neuruppin sucht Ideen fürs Jahnbad

Die Neuruppiner Stadtverwaltung sucht nach Ideen, wie das denkmalgeschützte Jahnbad besser genutzt werden kann. Seit Jahren wird die Sanierung des schönen, aber abgewirtschafteten Freibads immer wieder verschoben; sie könnte Millionen kosten. Jetzt soll erst einmal ein Konzept her, was mit dem Bad außerhalb der Badesaison werde könnte.

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Das Neuruppiner Jahnbad ist schon lange marode. Die Sanierung wurde immer wieder verschoben

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Neuruppiner Stadtverwaltung arbeitet an einem neuen Konzept für das Jahnbad. Dabei geht es nicht darum, die historische Badeanstalt am Ruppiner See zu schließen. Vielmehr sucht die Stadt nach Ideen, wie das heruntergekommene Baudenkmal saniert und danach auch effektiv genutzt werden kann. Was das kosten wird, ist noch völlig unklar. Einzelne Stadtverordnete gehen allerdings davon aus, dass die Stadt mehrere Millionen Euro ausgeben müsste, um das beliebte Freibad wieder auf Vordermann zu bringen.

Seit Jahren dängen die Stadtverordneten immer wieder darauf das Jahnbad endlich zu sanieren. Zurzeit ist es in einem bejammernswerten Zustand, ärgerte sich Andreas Dziamski (Pro Ruppin) in der Stadtverordnetenversammlung am Montag und beklagte, dass für eine Sanierung auch im nächsten Jahr kein Geld im Haushalt eingeplant wird.

Ein Baudenkmal aus dem Jahre 1927

Das Bad besteht im Wesentliche aus einem zentralen Pavillon mit Eingang und Imbiss, von dem aus links und rechts jeweils einem Flügel abzweigt. Errichtet wurde es 1927 nach Plänen des damaligen Stadtbaumeisters Vogt. In den beiden Seitenflügen waren einst die Umkleidekabinen für die Badegäste untergebracht: auf der einen Seite die für die Frauen, auf der andere die für Männer.

Die Mitarbeiter versuchen das denkmalgeschützte Gebäude so gut wie möglich in Schuss zu halten. Doch mehr als kleine Flickarbeiten sind kaum möglich. Ein Flügel der Badeanstalt sei gar nicht mehr zu benutzen, die 30 Jahre alten Dachsteine würden zunehmend undicht werden, an allen Ecken seien Reparaturen nötig, so Dziamski.

Stadtverwaltung sieht keine akute Gefahr

Ganz so schlimm stehe es um das Haus nicht, konterte Baudezernent Arne Krohn: „Bei den Begehungen im Jahnbad ist keine akute Gefährdung des Zustand festgestellt worden.“ Trotzdem sei klar, dass die Badeanstalt dringend eine Rundumsanierung braucht. Doch die wird teuer, schon wegen der Auflage des Denkmalschutzes.

Zu DDR-Zeiten war etwa das marode Dach mit Betonziegeln gedeckt worden. Bei einer Sanierung müsste wieder ein teures Reetdach entstehen. Lohnt sich eine solche Millioneninvestition, wenn das Haus nur ein paar Monate im Jahr genutzt wird?

Neues Konzept soll auch Stadtpark und alte Gärtnerei einbeziehen

In Rathaus sucht man deshalb nach einer anderen Lösung. „Wir wollen uns nicht nur das Jahnbad ansehen, sondern auch die Umgebung“, sagt Krohn. Dazu gehören der Stadtpark, der auch lange vernachlässigt wurde, und das Gelände einer früheren Gärtnerei, das seit Jahren brach liegt. Bis Herbst soll ein Plan vorliegen, wie sich alles verbinden ließe.

Bürgermeister Jens-Peter Golde deutete eine erste Idee an: Vielleicht könnte ja ein Caravanplatz entstehen, der dem Jahnbad auch außerhalb des Sommers beschert. Golde: „Auf jeden Fall sollte man das Pfund, das wir da haben, touristisch ganz anders nutzen.“

Von Reyk Grunow

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