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Neuruppin sucht Medizintechnik der Zukunft

Innovationsforum in den Ruppiner Kliniken Neuruppin sucht Medizintechnik der Zukunft

Auf die Suche nach der Medizintechnik der Zukunft begaben sich am Donnerstag mehr als 70 Interessierte beim ersten Innovationsforum der Ruppiner Kliniken. Klar ist, dass die Digitalisierung auch vor der Medizin nicht Halt macht und gute Ärzte diese Technik ebenfalls verstehen müssen. Vorgestellt wurde zudem ein unglaubliches Beispiel, was jetzt schon möglich ist.

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Staatssekretär Hendrik Fischer (M.) im Gespräch mit Alexander Wesk von der Firma OTB.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Als Amanda Kitts nach einem schweren Autounfall der linke Arm amputiert werden musste, schien es so, als ob die Amerikanerin niemals wieder ihren Sohn Casey würde umarmen können. Inzwischen kann sie es, und arbeitet sogar weiterhin als Kindergärtnerin. Denn Amanda Kitts trägt eine spezielle Armprothese, die sie allein mit ihren Gedanken lenkt. Möglich ist das, weil ihre Gedanken im Gehirn Nervenimpulse erzeugen, die von den an ihrem Armstumpf befestigten Sensoren aufgenommen und in Signale zur Steuerung der Motoren in der Prothese umgewandelt werden.

Mit diesem Beispiel erklärte Mathias Kraas von der Firma Olympus aus Hamburg am Donnerstag beim ersten Innovationsforum der Ruppiner Kliniken, wie schnell die Medizintechnik voranschreitet. Olympus macht da an vorderster Stelle mit. Das Unternehmen entwickelt nicht allein Kameras, sondern auch vielerlei Medizintechnik. Beispielsweise Endoskope, mit deren Hilfe Ärzte besser kranke Organe erkennen und auch operieren können. „Die Ärzte der Zukunft müssen nicht nur gute Mediziner sein, sondern auch die Technik verstehen“, betonte Kraas. Gleichwohl habe auch die Medizintechnik der Zukunft, die noch deutlich mehr als jetzt digitalisiert sein werde, ihre Grenzen. Kraas verwies auf Suchterkrankungen wie Alkohol und Zigaretten, auf Herz-Kreislauf-Probleme, Arbeitsüberlastungen und durch Ernährung ausgelöste Unverträglichkeiten und Krankheiten. „Das Gesundheitswesen ist viel mehr als Technik“, so Kraas.

Nicht zuletzt deshalb gehe es um ein möglichst enges Verknüpfen von Gesundheitswirtschaft, Gesundheitsforschung und dem medizinischen Alltag in den Krankenhäusern, sagte Hendrik Fischer. Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium lobte am Donnerstag ausdrücklich die Ruppiner Kliniken, die das Forum organisiert hatten und zu dem mehr als 70 Interessierte kamen. Darunter sowohl Vertreter von Unternehmen der Medizinbranche als auch Ärzte. „Wir brauchen Menschen, die Innovationen vorantreiben“, so Fischer. Es müsse aber ebenfalls der Raum vorhanden sein, in dem Innovationen wachsen und gedeihen könnten. Das sei in der Fontane­stadt mit den kurzen Wegen zwischen den Ruppiner Kliniken und der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) der Fall. „Neuruppin ist ein ziemlicher Vorreiter“, betonte Fischer.

Das kommt nicht von ungefähr. Immerhin arbeitet in der Region fast jeder Fünfte in der Gesundheitswirtschaft, sagte der Neuruppiner Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke (CDU). Das Land könne helfen, die Gesundheitswirtschaft im Nordwesten der Mark noch zu stärken, etwa durch das Vermitteln von Lehrstühlen an der Medizinischen Hochschule, sagte Landrat Ralf Reinhardt (SPD). Die erst im Oktober 2014 gegründete MHB „Theodor Fontane“ präsentierte sich ebenfalls bei dem Forum.

Von Andreas Vogel

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