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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin und Schmerynka im Kulturaustausch
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin und Schmerynka im Kulturaustausch
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00:17 31.01.2016
Der Bürgermeister von Schmerynka, Anatolii Kushnir (2.v.r.) mit Peter Neiß (l.) und Jens-Peter Golde (2.v.l.) im Tempelgarten. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Schmerynka und Neuruppin haben einiges gemeinsam: Den Bahnhof, den Park, den Verlust von Einwohnern seit 1990, den berühmten Dichter als „Sohn der Stadt“ – und die Absicht, mit Kultur und Kulturtourismus eine neue wirtschaftliche Basis zu finden.

Der Bürgermeister der 36 000-Einwohner-Kleinstadt in der Westukraine, Anatolii Kushnir, und vier Mitstreiter halten sich derzeit in Neuruppin auf, um Ideen auszutauschen. Den Anstoß dazu gab der Gründer und Leiter des Netzwerks Kulturberatung Berlin, Patrick Föhl. Er hatte vor vier Jahren Neuruppin beraten und war kürzlich auch in der Ukraine tätig.

Am Donnerstag trafen sich der Neuruppiner Bürgermeister Jens-Peter Golde, der Sozialdezernent Thomas Fengler und der Sachgebietsleiter für Kultur und Sport, Mario Zetzsche, mit den Gästen zum Gedankenaustausch. Anschließend führte Peter Neiß vom Tempelgartenverein die Gäste durch den historischen Park. Die Kaufmannsfamilie Gentz hatte ihn im maurischen Stil umgestalten lassen. „Die kulturellen Vorbilder lagen damals im Osten“, erklärte der Vereinsvorsitzende.

Neuruppin hat Theodor Fontane, den Baumeister Schinkel, den Klassizismus, das Museum und den Tempelgarten. In Schmerynka hat Peter Tschaikowski „Schwanensee“ komponiert. Der berühmteste Dichter der Ukrainischen Kleinstadt heißt Jan Brzechwa (1898 bis 1966), ein Pole. Vor allem aber bereitet die Stadt ihren Gästen einen ganz großen Bahnhof: 1903 gebaut für den Imperator Nikolaus II. zeugt der Prachtbau von der einstigen Bedeutung des Bahnknotenpunktes.

Neuruppin und Schmerynka verbindet vieles – etwa die Jazzband

Den Nachtzug von Berlin nach Kiew hat die Bahn zwar schon 2012 eingestellt, doch mit dem Flugzeug kommt man heute dreimal täglich von Berlin in die ukrainische Hauptstadt. Von dort geht es dann mit dem Zug in drei, vier Stunden ohne Umsteigen nach Schmerynka. Auf die Frage, warum Neuruppiner in seine Stadt reisen sollten, leuchten die Augen von Anatolii Kushnir, und er hört gar nicht mehr auf, zu erzählen. Die Projektkoordinatorin Irina Frenkel kommt kaum mit dem Übersetzen nach. Von dem Besuch in Neuruppin verspricht sich der ukrainische Bürgermeister viel. Neuruppin und Schmerynka verbänden ähnliche historische Erfahrungen vor 26 Jahren: der Fall der Mauer hier, der Zusammenbruch der Sowjetunion dort. Nur hätte es für die ukrainische Stadt nicht das Maß an Hilfe gegeben, das Städte wie Neuruppin aus Westdeutschland genossen. In der Ukraine sei die Entwicklung in etwa so wie in Ostdeutschland in den 1990er Jahren. Nostalgie könne ein Grund sein, dorthin zu fahren, vor allem aber eins: Schmerynka sei eine schöne und interessante Stadt, nicht nur wegen des Bahnhofs, sagt der Bürgermeister. Seit Dienstagabend halten sich die Ukrainer in Neuruppin auf. Am Mittwoch haben sie sich den Bürgerbahnhof und das Jugendwohnprojekt „Mittendrin“ im alten Neuruppiner Bahnhof angesehen und mit dem Neuruppiner Bürgermeister einen Kranz für die Opfer des Nationalsozialismus niedergelegt. Am heutigen Freitag sehen sie sich Rheinsberg an und fahren dann nach Berlin, um am Samstag wieder nach Hause zu fliegen.

Für konkrete Vereinbarungen sei es noch zu früh, sagen Thomas Fengler und Mario Zetzsche. Aber gemeinsame Ideen seien bei dem Besuch schon entstanden. So gibt es auch in Schmerynka eine Jazz-Band – die vielleicht einmal in Neuruppin auftreten könnte.

Gar nicht mehr lange hin ist es zudem bis zu den diesjährigen Fontanefestspielen im Mai. Womöglich könnten sich da „strategische Kulturentwicklungsprozesse im ländlichen Raum“ (Föhl) bereits ganz praktisch auswirken – etwa mit einem Programmpunkt aus der Ukraine?

Von Christian Schmettow

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