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Neuruppin verbietet Englisch und Tanzen in der Kita

Kurse fallen bis auf Weiteres aus Neuruppin verbietet Englisch und Tanzen in der Kita

Seit 15 Jahren bietet Marion Herrmann aus Alt Ruppin in der Kita „Spatzennest“ immer Dienstag- und Freitagvormittag Kurs für Englisch und Tanzen an. Nun wurde ihr das von der Stadt Neuruppin verboten. Die Verwaltung beruft sich dabei auf einen Paragrafen im Kita-Gesetz. Beim Ortsbeirat Alt Ruppin stößt die Entscheidung auf Unverständnis.

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Zusatzangebote wie Englisch oder Tanzen gibt es für die Kinder der Kita „Spatzennest“ vorerst nicht mehr.

Quelle: Peter Geisler

Alt Ruppin. Die Kinder der Alt Ruppiner Kita „Spatzennest“ müssen bis auf Weiteres auf ihren Englisch- und Tanzunterricht verzichten, der bislang immer Dienstag- und Freitagvormittag stattgefunden hat. Kursleiterin Marion Herrmann habe einen Brief von der Stadt bekommen, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass das Angebot aufgrund einer Regelung im Kita-Gesetz nicht weiter stattfinden dürfe. Beim Alt Ruppiner Ortsbeirat am Dienstagabend rief diese Neuigkeit Unverständnis und Unmut hervor.

„Ich biete Englisch und Tanzen seit 15 Jahren an und jetzt plötzlich wird sich auf das Kita-Gesetz berufen“, sagt Herrmann. In dem Gesetzestext heißt es unter anderem, dass regelmäßige Angebote, die nur für einige Kinder angeboten und durch die Eltern finanziert werden, nur ab 15 Uhr stattfinden dürften. Herrmann setzt dagegen, dass dann viele Kinder schon aus der Kita abgeholt seien.

Kita-Team hat bereits neue Lösung im Blick

Weiterhin heißt es im Kita-Gesetz: „Solange die Teilnahme aller Kinder an diesem Angebot gewährleistet werden kann, ist dies auch fachlich unproblematisch und wird auch keine Kritik finden.“ Seien jedoch nicht alle Eltern bereit oder in der Lage, für das Zusatz­angebot zu zahlen, und Kinder würden deshalb vom Angebot ausgeschlossen, könne dies nicht toleriert werden. „Aber die Eltern wollen ja für die Kurse bezahlen“, sagt Herrmann. „Nur wollen eben nicht alle Kinder mittanzen, die Jungs zum Beispiel. Das hat aber nichts damit zu tun, dass sie dann ausgeschlossen werden, denn das Angebot ist schließlich freiwillig.“

Herrmann sagt, dass die Kita-Leiterin und die Erzieherinnen das Angebot gut fänden, weil sie dadurch für eine kurze Zeit entlastet würden und eine kleinere Gruppe an Kindern zu betreuen hätten. Die zusätzlichen Angebote selbst zu realisieren, dazu habe eine Erzieherin gar keine Zeit, sagt Herrmann. Schließlich gebe es für Englisch einen richtigen Lehrplan und auch die Choreografien für die Tanzstunden würde sie sich selbst überlegen. In einem Elternbrief hatte die Kita geschrieben, dass innerhalb des Teams bereits eine Lösung gefunden sei, die mit Beginn des neuen Schuljahres ausprobiert werde.

„Wir sind überhaupt nicht damit einverstanden, dass mit den Mäusen nicht mehr getanzt wird“, sagt Ortsvorsteherin Heidemarie Ahlers (SPD). „Und Englisch als Weltsprache brauchen die Kinder auch, wenn sie größer werden.“ Der Ortsbeirat sicherte Marion Herrmann seine volle Unterstützung zu. „Das mutet ja fast wie ein Schildbürgerstreich an“, befand Bert Krsynowski (FDP) in der Sitzung.

Bürgermeister Jens Golde nimmt sich Thema an

Es sei höchste Zeit, sich um die Kita zu kümmern, sagt Ortsvorsteherin Heidemarie Ahlers weiter. Am Mittwoch hatte sie ihr Anliegen bereits weitergegeben. „Ich kann mir vorstellen, dass das Ganze was mit der Versicherung zu tun hat“, sagt Ahlers. „Wie ist Frau Herrmann versichert, wie sind die Kinder während der Kurse versichert?“ Auf keinen Fall könne aber das Personal die Angebote übernehmen, dafür gebe es in der Kita nicht genug Leute. „Vielleicht hat sich auch die Konzeption der Kita geändert, darüber will ich demnächst mal mit der neuen Leiterin sprechen“, sagt Heidemarie Ahlers.

Von der Stadt heißt es auf Nachfrage, dass zum Sachverhalt aufgrund der Urlaubssituation derzeit keine konkreten Informationen gegeben werden könnten. Der Vorgang werde aber geprüft. „Der Bürgermeister hat sich der Angelegenheit angenommen, mit der Intention, den Sachverhalt im Sinne der Kinder und des Bildungsstandortes Neuruppin zu klären“, sagt Stadtsprecherin Michaela Ott.

Von Josephine Mühln

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