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Ostprignitz-Ruppin Neuruppin will Mittendrin unterstützen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin will Mittendrin unterstützen
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00:25 12.09.2015
Aus dem Bahnhof wird ein soziokulturelles Zentrum. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Die Stadt Neuruppin wird das Jugendwohnprojekt Mittendrin im kommenden Jahr voraussichtlich mit 17 000 Euro unterstützen. Der Zuschuss für die Betriebskosten war im Schul-, Kultur- und Sozialausschuss am Dienstagabend durchaus umstritten. Die Mitglieder der Linken und auch Helmut Kolar stimmten für die finanzielle Hilfe. Werner Böhm (CDU/FDP) ätzte überraschend heftig gegen das Mittendrin.

Das Jugendwohnprojekt sei an seinem jetzigen Standort an der Schinkelstraße „eine der größten Dreckecken der Stadt“, so Diakonie-Geschäftsführer Böhm. Ziehe das Mittendrin zum Jahreswechsel in die Bahnhofstraße, drohe dort „eine der nächsten Dreckecken“ zu entstehen. „Wir sollten überlegen, ob wir dieses Jugendprojekt überhaupt brauchen.“

Rückendeckung aus den Reihen des Sozialausschusses

Helmut Kolar nahm das Mittendrin gegen diesen Frontalangriff in Schutz. „Ich kenne keine Jugendgruppe, die derart profiliert in der Stadt eine Bewusstseinshaltung hat“, sagte der ehemalige Lehrer. Das Mittendrin sei nicht nur sehr sozial engagiert – „es schüchtert auch die Rechten ein.“ Paul Schmudlach (Linke) stellte sich ebenfalls auf die Seite des Mittendrin. Dass Müll am Bahnhof liege, sei selbstverständlich, so Schmudlach – „das ist schließlich eine Baustelle“. Bei Verschönerungsversuchen, die Mittendrinler in der Schinkelstraße unternehmen wollten, habe sich das Ordnungsamt quergestellt, so Schmudlach.

Die Macher vom Mittendrin hatten eigentlich gehofft, im kommenden Jahr 17 500 Euro zu bekommen. Dieser Zuschuss war in der Beschlussvorlage der Stadt zunächst auf 15 000 Euro gekürzt worden. Auf Antrag der Linken erhöhten die Ausschussmitglieder die Finanzhilfe wieder auf 17 000 Euro. Im Oktober müssen die Stadtverordneten endgültig über den Zuschuss entscheiden.

Mittendrin reagiert auf die Kritik gelassen

Oliver Leonhardt vom Mittendrin reagiert auf die Kritik Böhms gelassen. Die Jugendlichen hätten mit der Hilfe von Wandergesellen den einsturzgefährdeten Dachstuhl des Bahnhofs saniert. „Ich weiß nicht, was sie in die in diesem Alter gemacht haben“, so Leonhardt. Er lud Böhm zu einem Rundgang durch das Mittendrin ein: „Manchmal hilft es, den Blick nicht nur auf Äußerlichkeiten, sondern auf Inhalte zu lenken.“

Über eine von Vereinsmitgliedern gegründete Gesellschaft hatte das Mittendrin im April 2013 den alten Hauptbahnhof in Neuruppin gekauft. Inzwischen sind dort Wohnungen für junge Leute und eine Flüchtlingsfamilie entstanden. Geplant ist, den Bahnhof zu einem generationsübergreifenden, sozialen und kulturellen Zentrum zu entwickeln – mit Tonstudio, Holzwerkstatt, Konzertraum und Selbstversorgergarten.

Das Mittendrin ist auf den Zuschuss der Stadt angewiesen. „Ein Ausfall der Förderung durch die Stadt könnte sowohl die Existenz des Vereins wie auch der Gesellschaft gefährden“, heißt es in einer Mitteilung an die Stadtverordneten. Als Bittsteller möchten sich die Mittendrinler nicht empfinden. Das Projekt schaffe Wohnraum und mache ein soziales Angebot, so Oliver Leonhardt: „Wir leisten etwas für das Geld.“

Von Frauke Herweg

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