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Neuruppin will Spielgerät nicht verschenken

Stadtverordneter will Flüchtlingen spenden, was die Stadt nicht braucht Neuruppin will Spielgerät nicht verschenken

Im Frühjahr hatte Neuruppins Bürgermeister angekündigt, dass die Stadt einige ihrer Spielplätze wohl schließen wird, weil sie zu teuer sind. Der Abgeordnete Helmut Kolar fragt sich, was dann aus den Spielgeräten wird. Er hatte die Idee, eines vor dem Flüchtlingsheim in Neuruppin aufzubauen, wo ein Spielplatz fehlt. Doch die Bürokratie setzt ihm Grenzen.

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Neuruppin wird wohl einige Spielplätze schließen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Eigentlich will Helmut Kolar doch nur etwas Gutes tun. Dass es so schwierig werden würde, ein Spielgerät für die Kinder im Asylbewerbeheim in Treskow zu besorgen, hätte der Stadtverordnete nicht gedacht. Drei Monate arbeitet er nun schon daran und ein Ende ist nicht abzusehen. Zurzeit steht er vor bürokratischen Hürden, von denen der Neuruppiner eigentlich dachte, dass er sie schon genommen hätte.

Dass es am Flüchtlingswohnheim in Treskow keine vernünftige Spielmöglichkeit für Kinder gibt, wurmt Kolar schon lange. 21 Mädchen und Jungs im Alter von drei bis zwölf Jahren lebe dort zurzeit. Natürlich können sie mit ihren Eltern auch einen der vielen anderen Spielplätze in der Stadt nutzen. Aber wäre es nicht viel besser, wenn die Kinder auch einen Spielplatz in der Nähe hätten?

Bei 52 Spielplätzen wäre einiges zu haben

Auf die Idee kam Helmut Kolar, als Bürgermeister Jens-Peter Golde im Frühjahr zum Sparen mahnte. Damals hatte Golde angekündigt, dass Neuruppin die Zahl seiner Spielplätze überprüfen und einige wohl schließen werde. 52 hat die Stadt laut Verwaltung – mehr als sich Neuruppin leisten kann. Kolar stellte sich sofort zwei Fragen: Was wird aus den Spielgeräten, wenn die Plätze geschlossen werden? Können die nicht irgendwo anders genutzt werden, statt sie in einem Schuppen einzulagern?

Bei seinem 70. Geburtstag vor zwei Monaten bat er die Gäste um eine Spenden, um damit das Umsetzen eines Gerätes nach Treskow bezahlen zu können. Die Idee kam so gut an, dass Helmut Kolar insgesamt fast 1800 Euro zusammenbekommen hat.

In der Stadtverordnetenversammlung hat er schon vor Monaten nachgefragt, ob für seine Idee eine Abstimmung der Abgeordneten nötig sei. Bürgermeister und Stadtjustiziar schüttelten den Kopf. Doch nun plötzlich könnte der Plan genau daran scheitern.

Die Stadt Neuruppin könne nicht einfach so eines ihrer Spielgeräte herausgeben, sagt Vize-Bürgermeister Arne Krohn. Die Geräte haben alle einen Wert, mit dem sie in den Büchern stehen. Wenn in Spielgerät an den Betreiber des Wohnheimes, die Ruppiner Kliniken, abgegeben wird, wäre das ein finanzieller Verlust für Neuruppin. Darüber müssten die Stadtverordneten zwingend abstimmen, findet Krohn nun doch.

Der Spielplatz könnte nur von den Kliniken betrieben werden. Die Stadt Neuruppin wäre dazu nicht bereit, das hat die Verwaltung schon klargestellt. Die Stadt müsste also ein gebrauchtes Spielgerät an die Kliniken verschenken; das Geld, das Kolar gesammelt hat, reicht für einen Kauf nicht aus.

Helmut Kolar ist sauer. „Das kann doch alles nicht sein“, findet der 70-Jährige. „Die Kinder, die im Wohnheim in Treskow wohnen sind auch Bürger dieser Stadt. Wird sind in der Pflicht, uns um sie zu kümmern.“ Er geht davon aus, dass die Stadtverwaltung nach einem Weg sucht, das Geschenk doch noch möglich zu machen.

Abstimmung mit dem Flüchtlingsheim fehlte wohl

Dabei ist der Betreiber des Heimes gar nicht so glücklich mit dem, was Helmut Kolar sich da ausgedacht hat. „Wir freuen uns über jede Unterstützung“, versichert Martin Osinski, der sich für die Kliniken um die Arbeit mit Flüchtlingen und Asylbewerbern kümmert. „Aber es ist nicht nötig, dass die Stadt für die Flüchtlinkskinder irgendwo ein Spielgerät abbaut“, versichert er. Wenn das Gerät noch in Ordnung und sicher ist, sollte Neuruppin es doch besser stehen lassen, findet er. Und wenn es kaputt ist, könnte das Flüchtlingsheim damit auch nichts anfangen. Osinski hätte sich gewünscht, dass Kolar sich mit seiner Idee abgestimmt hätte.

Ohnehin sind die Kliniken gerade dabei, das Gelände rund um das Wohnheim umzugestalten. Dabei wird auch eine Nestschaukel für Kinder aufgebaut. Auch dafür haben Neuruppiner Senden gesammelt. 400 Euro hatten zum Beispiel Schüler der Montessorischule nach einem Kuchenbasar gespendet. Der Kauf der neuen Schaukel war viel einfacher, als ein gebrauchtes Spielgerät umzusetzen.

Von Reyk Grunow

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