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Neuruppin: zweite Chance für Schulabbrecher

Neues Projekt in der Jugendhilfe Neuruppin: zweite Chance für Schulabbrecher

Ostprignitz-Ruppin hat ein neues Projekt gestartet, um Schul- und Ausbildungsabbrechern eine zweite Chance zu geben. Gefördert wird das Projekt „Jugend stärken im Quartier“ bis 2018 von der EU mit 840 000 Euro. Der Kreis muss lediglich einen jährlichen Eigenanteil von 40 000 Euro leisten. Von dem Projekt sollen 190 Jugendliche profitieren.

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Koordinatorin Susanne Hübner.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Der Landkreis hat ein neues Projekt gestartet, um Schul – und Ausbildungsabbrechern zwischen zwölf und 26 Jahren eine zweite Chance geben zu können. Möglich ist das dank einer Förderung durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) und den Bund. Dadurch kann der Landkreis bis 2018 rund 840 000 Euro in dem Projekt ausgeben, das „Jugend stärken im Quartier“ (kurz Justiq) heißt. Der Kreis muss lediglich einen Eigenanteil von jährlich 40 000 Euro leisten.

Allerdings sind die Zuschüsse von Europäischer Union (EU) und Bund an gewisse Bedingungen geknüpft. So müssen in den vier Jahren 190 Kinder und Jugendliche an dem Projekt teilnehmen. Zudem sollen mindestens 50 von ihnen zurück in die Schule oder Ausbildung finden oder aber einen Beruf ergreifen. „Das klingt wenig“, sagt Sozialdezernentin Waltraud Kuhne. Doch handele es sich dabei auch um eine recht schwierige Zielgruppe. Damit keine Parallel-Strukturen zu bestehenden Projekten aufgebaut werden, will sich Justiq-Koordinatorin Susanne Hübner eng mit dem Jobcenter, dem Arbeitsamt, dem Sozial- und dem Jugendamt sowie der Jugendhilfe abstimmen. „Wir wollen mit bestehenden Projekten zusammenarbeiten und diese ergänzen.“

Mit Justiq soll Jugendlichen möglichst frühzeitig bei Schulproblemen geholfen werden. Dabei richtet es sich ausdrücklich auch an Heranwachsende, die einen Migrationshintergrund haben. „Wir suchen nicht nach den Defiziten, sondern nach den Kompetenzen der Jugendlichen“, betont Hübner.

Mehrwert durch Mikroprojekte

Ein Bestandteil von Justiq sollen zudem sogenannte Mikroprojekte für Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren sein. Dabei soll ein „Mehrwert“ für den Kreis geschaffen werden, sagt die Koordinatorin. Soll heißen, dass die Ergebnisse auch nach Ende von Justiq noch genutzt werden können. Susanne Hübner glaubt, dass solche Mikroprojekte in Neuruppin, Neustadt, Rheinsberg, Wittstock und Wusterhausen angeboten werden könnten. In diesen Städten und Gemeinden gibt es laut Jugendförderplan besonders viele Kinder und Jugendliche, die Probleme mit der Schule und der Ausbildung haben. Allerdings gibt es für die Mikroprojekte keinen Zuschuss für Sachkosten, also für Material. Lediglich Personalkosten werden jährlich mit knapp 32 000 Euro gefördert.

Laut dem im Dezember veröffentlichten „Chancenspiegel“ der Bertelsmann-Stiftung war im Jahr 2012 jeder zwölfte Schulabgänger in Brandenburg ohne Abschluss. Das sind 8,6 Prozent – und damit deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt. Dieser liegt bei sechs Prozent. Allerdings hatte die Mark 2009 eine noch höhere Quote an Bildungsverlierern. Vor sechs Jahren lag sie bei 11,9 Prozent. Ob der Rückgang auf bessere Hilfsangebote für Schüler mit Problemen zurückzuführen ist oder auf den Rückgang der Schüler insgesamt, das ist offen.

Von Andreas Vogel

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