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Neuruppin In Bungalow eingebrochen und Eigentümer attackiert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin In Bungalow eingebrochen und Eigentümer attackiert
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15:54 08.11.2018
Für einen 35-Jährigen geht es vor dem Landgericht Neuruppin um eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Quelle: dpa
Rheinsberg

Björn B. hielt sich für den Hausherrn und so führte er sich auch gegenüber dem rechtmäßigen Eigentümer eines Bungalows in Rheinsberg auf.

B. schlug ihn mit einem Stock, zerschlug die Scheiben des fremden Fahrzeugs und widersetzte sich seiner Festnahme massiv. Das alles soll der 35-Jährige im Zustand der Schuldunfähigkeit gemacht haben. Nun muss er sich vor dem Landgericht Neuruppin verantworten, das unter anderem die Unterbringung des Mannes in einem psychiatrischen Krankenhaus zu prüfen hat.

Angeklagter ist geständig

Björn B. gestand gleich zu Beginn der Verhandlung. Er hatte seiner Mutter zufolge fast drei Jahre an der Ostsee „in den Dünen“ gelebt. Zuvor wohnte er in Dresden in der Nähe seiner Mutter, die ihn nach der Jahrtausendwende aus Nordrhein-Westfalen zu sich geholt hatte.

Er sei irgendwann durchgedreht und nach Usedom abgehauen, schilderte Björn B. „Weil in meiner Dresdner Wohnung etwas nicht stimmte“, was konnte er allerdings nicht sagen. Von der Ostsee aus machte er sich mit seinem Rad auf den Rückweg, über Rheinsberg. „Ich hatte mich an eine Adresse und einen Bungalow meiner Mutter erinnert“, sagte Björn B. Das konnte sich seine Mutter nur so erklären, dass er an ihr Elternhaus in der Stadt Rheinberg in Nordrhein-Westfalen gedacht hatte.

Angeklagter fühlte sich als Hausherr

Nachdem Nachbarn die Polizei angerufen hatten, weil sie jemanden in dem unbewohnten Bungalow vermuteten, fanden die Beamten dort Björn B. vor.

Er hatte es sich in dem fremden Haus gemütlich gemacht, schlief auf einer Matratze auf dem Boden, der eingeschaltete Backofen brachte Wärme ins Haus, eine Kerze spendete Licht. Ihm gehöre der Bungalow und sie hätten kein Recht, ihn mitzunehmen, erläuterte er den Polizisten. Stutzig habe ihn gemacht, dass Björn B. felsenfest davon überzeugt gewesen sei, das es sein Bungalow sei, erinnerte sich ein Beamter. Sie hatten die Tür dann provisorisch gesichert und mit einer Holzlatte vernagelt.

Ein fremder Mann hatte sich eingenistet

So fand der Bungalow-Eigentümer sein Haus am 11. Januar vor. Der 78-Jährige wunderte sich über ein Fahrrad, das draußen angelehnt stand. Mit einem Kuhfuß hebelte er die Tür auf und stand vor Björn B., der ihn fragte, was er denn hier mache.

Über die Eigentumsfrage gerieten sich beide in die Haare. Der Streit artete dermaßen aus, dass der 78-Jährige aus dem Auto sein Handy holte und die Polizei rief. Björn B. habe ihm gedroht, er solle sein Grundstück verlassen. Und das nicht nur einmal, sondern immer wieder und in voller Lautstärke. „Er befand sich in einem Ausnahmezustand. Im Volksmund hätte man verrückt gesagt“, sagte der Mediziner. Erst durch die Brüllerei habe er gemerkt, dass sein Gegenüber psychisch daneben gewesen sei.

Björn B. habe ihn mit einem Stock verfolgt und ihm damit auf den Kopf geschlagen. Er sei dann hingefallen, Björn B. habe ihn getreten, so der Bungalow-Eigentümer. Der Mann hatte eine Platzwunde am Kopf, eine dicke Lippe und Hämatome am Bein.

Björn B. trug ein blaues Auge davon, wohl vom Kuhfuß, mit dem der 78-Jährige, wie er einräumte, die Angriffe versucht hatte, abzuwehren. Der ungebetene Gast schlug dann noch zwei Autoscheiben ein, entwendete eine Baumsäge und ein Navigationsgerät aus dem Fahrzeug.

Vehement der Festnahme widersetzt

Der Geschädigte wartete an der Straße auf die Polizei. Als diese kam, war Björn B. weg und die Tür zum Bungalow wieder vernagelt. Die Polizei griff den Angeklagten in der Nähe des Rheinsberger Bahnhofs auf. Er wehrte sich dermaßen, dass die beiden Beamten Verstärkung holen mussten. „Da war nichts, was normal war“, erinnerte sich ein Polizist vor Gericht.

Von einer „ganz schlimmen Leidensgeschichte“ berichtete B.s Mutter. Von Stimmen, die er seit Jahren höre, einer „bösen Frau“, die ihn unter anderem auffordere, sich selbst zu verletzen oder sich umzubringen. Woran Björn B. erkrankt ist und was daraus für seine Zukunft folgt, dazu wird am Donnerstag, 15. November, ein psychiatrischer Gutachter gehört.

Von Dagmar Simons

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