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Neuruppin Abgeordnete stellen neue Molchowbrücke infrage
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Abgeordnete stellen neue Molchowbrücke infrage
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16:36 27.11.2018
So soll die neue Brücke einmal aussehen, wenn sie im Frühjahr 2019 fertig ist. Quelle: Fontanestadt Neuruppin
Molchow

Die Kosten für den Bau der Molchowbrücke nehmen immer mehr zu. Ursprünglich hatte die Stadt Neuruppin rund 650.000 Euro für die Überführung für Fußgänger und Radfahrer eingeplant. Inzwischen könnten die Kosten bei 2,5 Millionen Euro liegen.

Vor einer Woche hatte Baudezernent Arne Krohn eingeräumt, dass die Baufirmen schon kurz nach Baubeginn Nachforderungen geltend gemacht haben. Schon da war klar, dass die zuletzt kalkulierten 2,2 Millionen Euro wohl nicht ausreichen werden. Doch erst jetzt haben die Stadtverordneten Nachforderungen, wie hoch die Nachforderungen schon jetzt sind.

Insgesamt sieben Anzeigen von steigenden Kosten sind im Rathaus eingegangen, sagt Kämmerer Thomas Dumalsky. Erst im Oktober hatte der Bau begonnen. Bisher haben die Firmen schon gemeldet, dass sie rund 367.000 Euro mehr benötigen als abgesprochen.

Firmen warnen vorsorglich

Solche Anzeigen müssen die Firmen stellen, wenn sie höhere Ausgaben erwarten, sagt Baudezernent Arne Krohn. Das heiße nicht, dass die Stadt diese auch bezahlen wird. Welche berechtigt sind und welche vielleicht nicht, müsse erst noch geprüft werden.

Höhere Kosten als erwartet entstehen etwa beim Bau der Rampen für die neue Brücke, weil das alte Material der alten Rampen doch nicht so einfach wiederverwendet werden kann wie gehofft.

Zusatzkosten entstanden auch durch eine zweite Munitionssuche. Die Stadt hatte schon 2017 den Rhin nach eventuellen Bomben und Granaten absuchen lassen. Die Firmen forderten zur Sicherheit aber auch eine Suche an land. Schließlich wurden gerade zum Ende des Zweiten Weltkrieg viele Brücken vermint, um die sprengen zu können, wenn die alliierten Truppen vorrücken. Auch diese Suche war bisher nicht eingerechnet.

Krohn: Preise sind „marktüblich“

Angesichts der enorm steigenden Kosten hatte der CDU-Mann Michael Gayck schon im Bauausschuss gefragt, was es kosten würde, die Arbeiten jetzt einzustellen, statt immer mehr zu bezahlen. Und Gayck ist nicht der Einzige, der darüber nachdenkt, wie sich im Hauptausschuss am Montag zeigte. Auch Andreas Haake von den Bündnisgrünen stellte den Bau infrage. „Kosten und Nutzen stehen in keiner Relation mehr“, befand er.

Vielleicht seien die Preise vor ein oder zwei Jahren geringer gewesen, räumte Krohn ein – aber die Stadt baue nun mal jetzt. Zudem wurde der Auftrag öffentlich ausgeschrieben. Und von den vier eingegangenen Angebote lagen zwei sogar noch deutlich höher als das, das die Stadt angenommen hat. „Das sind offensichtlich marktübliche Preise“, konstatierte der Baudezernent.

Was es kosten würde, den Bau abzubrechen – inklusive Entschädigung für die Firmen, die dann einen Auftrag verlieren –kann im Rathaus niemand sagen. „So eine Rechnung gibt es nicht“, so Krohn auf wiederholte Nachfrage. Zudem stehe dann immer noch die Frage, wie es weitergehen soll. In Molchow keine Brücke zu bauen könne wohl kaum der Weg sein.

Von Reyk Grunow

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